Regisseur John McTiernan hat 1999 schon Mut bewiesen, sich an ein Remake des vorzüglichen und zeitlosen 1968er Klassikers Thomas Crown ist nicht zu fassen mit Steve McQueen und Faye Dunaway zu wagen. Bei manchem, der das Original liebt, hat es die Neufassung auch zunächst nicht so leicht. Doch manche Filme werden einfach mit jedem Ansehen besser - zumindest, wenn man die bei mehrfachem Anschauen länglicher wirkende Einbruchs-Geschichte zum Filmbeginn erst einmal überstanden hat.
Die schöne, (erfolg)reiche, taffe und hochintelligente Versicherungs-Ermittlerin Catherine Banning (Rene Russo, 45) hat noch jeden Kunstdieb zur Strecke gebracht. Schnell wittert sie auch, dass hinter dem Raub eines Renoir-Gemäldes "San Giorgio Maggiore in der Dämmerung" aus dem New Yorker Metropolitain-Museum der erfolgreiche Investor Thomas Crown (Pierce Brosnan, 46) stecken muss. Doch sofort knistert es zwischen den Beiden, und die wirklich zu lösende Frage heißt: "Kann ich Dir vertrauen?"
"Die Thomas Crown Affäre" ist ein Film zum Entspannen. Crown vertreibt sich nämlich auf zeitgemäße Art - lärmfrei, sportlich und entspannend - beim Golf, mit Katamaran oder Segelflieger die Zeit. Die herrlichen Bilder versetzen einen selbst in Urlaubslaune, ganz besonders auch die farben- und lebensfrohen Impressionen von Martinique. Tiernan und Tom Priestley an der Kamera haben es verstanden, die Atmosphäre der Gemälde auch im Film umzusetzen.
Versteht sich, dass die Edel-Kontrahenten fantastisch aussehen und vorzüglich gekleidet sind - selbst, wenn sie Natur tragen. Vor allem stimmen aber Chemie und Laune. Musikfreunde werden sich über die originellen Improvisationen des Komponisten Bill Conti über das Thema "Windmills of your Mind" freuen - dem Oscar-gekrönten Thema des 1968er Films.
Auch die Nebenrollen gefallen. Zuvorderst ist Faye Dunaway zu nennen, die immer noch sehr schön ist und als Therapeutin mit Crown herrlich amüsante Dialoge führt. Gekonnt gibt Denis Leary als Detektiv Michael McCann den Gegenpart im Ermittler-Team. Die mit schönsten Anblicke, die das Kino bieten kann, verdanken wir der 22-jährigen Esther Cañadas, die im Film die Schlüsselrolle der Anna Knudsen spielt.
"Die Thomas Crown Affäre" kann man sich gut gemeinsam anschauen - "sie" wird alle Accessoires einer romantischen Komödie finden, "er" die Spannung eines raffinierten Thrillers. Den Höhepunkt bildet natürlich die psychologisch raffinierte Auseinandersetzung, mit der das Paar herauszufinden versucht, ob es eine Zukunft miteinander geben kann.
Wie eingangs schon angedeutet, verleitet die Schönheit und Kantenfreiheit des Films dazu, ihn als etwas nett, vielleicht sogar oberflächlich einzustufen. Meiner Erfahrung nach tut man dem Werk damit Unrecht - nach 4, 5 Durchgängen bleibt nur noch Respekt vor perfekter Liebe zum Detail und souveränen Schauspiel-Leistungen, die immer neue Lust auf einen weiteren Abend mit diesem vorzüglichen Remake machen.
Im Original 113 Minuten, Format 2,35:1 auf 35 mm Film, DTS|DD|SDDS (IMDB)
Einspielergebnisse international ca. 125 Millionen US-$ (Movie Jones)
Die Blu-ray kommt "uncut", also in US-Originallänge und -Format, und bietet eine Unmenge Sprachen und Untertitelungen. Bild- und Tonqualität erhalten Höchstbewertungen: Endlich mal ein Film, bei dem die Musik nicht nach Vuvuzela klingt. Leider war man wohl zu bequem für ein paar Extras. Dennoch: Diese Scheibe gehört einfach in jede Sammlung!
film-jury 4* A0566 1.4.2011eg Genre: Komödie | Krimi | Romanze | Thriller
John Campbell McTiernan, Jr. (* 8. Januar 1951 in Albany, New York)
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1988 -* N0000 Stirb langsam [Blu-ray]
....... R: John McTiernan D: Bruce Willis
1990 3* A0111 Jagd auf Roter Oktober
....... R: John McTiernan D: Sean Connery
1999 5* A0001 Der 13te Krieger [Blu-ray]
....... R: John McTiernan D: Antonio Banderas, Omar Sharif
1999 5* A0566 Die Thomas Crown Affäre [Blu-ray]
....... R: John McTiernan D: Pierce Brosnan, Rene Russo, Esther Cañadas
2002 -* N0000 Rollerball
....... R: John McTiernan
"McTiernan verlangt seinen Helden ein Mindestmaß an Menschlichkeit und emotionaler Intelligenz ab" (Georg Seeßlen, epd Film 4/2002 S. 26 ff)