Hier, in diesem Bilderbuch wird dankenswerter Weise (unter Mitwirkung von Martin Huber, Manfred Mittermayer und Peter Karlhuber als Herausgeber) dargelegt, wie Thomas Bernhard überhaupt beginnen konnte zu schreiben und wie er schrieb.
Doch schon Bernhard Setzwein hat in seinem Buch "Ein Fahneneid aufs Niemandsland" in einfühlsamer und recht ausführlicher Art über Johannes Freumbichler und dessen bayerische Jahre erzählt.
Spätestens seit dem ist klar, daß Johannes Freumbichler Bernhards Großvater mütterlicherseits ist. Und er war auch seine Beziehungsperson, sein Vorbild sozusagen, sein liebster Mensch, wie er sagt, neben, ja, neben Hedwig Stavianicek, seinem "Lebensmenschen".
Die herausragenden Beweise der Schreibkunst Thomas Bernhards vom frühen Gedicht: DIE KÖNIGIN DER STÄDTE, Auszug:
Und sollt` ich einmal nimmer sein,
So holt mich aus der Ferne
Und grabt mich in der Salzstadt ein,
D ort unterm Abendsterne.
vom Großvater mit "gut" benotet, sind die vielen Typoskripte der frühen und späteren Werke.
Hier sehen wir, wie einer arbeitet, der es genau nimmt und schwer zufrieden zu stellen ist (mit sich selbst).
Tiefschürfend mitunter der in den Typoskripten herauszulesende Widerwillen gegen das, was Bernhard innerlich empfindet an Herangetragenem, das er verabscheut.
Aber, so ist er und so empfinden auch wir mitunter, weshalb lesen wir ihn denn so gern?
Ist es die vergangene Zeit der allgemeinen unmenschlichen Art, ist es der Verlust vielleicht von verlorener geschichtlicher Größe eines Volkes (des österreichischen!), einer Gesllschaft vielmehr, die noch immer, nachweinend ihrer einstigen Größe, sich trösten muß?
Schlagen wir uns alle an die eigene Brust und dieses Buch über Thomas Bernhard, seinen Werdegang und über seine beiden liebsten Menschen, Johannes Freumbichler (über den es sich lohnen würde,etwas mehr zu erfahren und zu lesen!)und Hedwig Stavianicek
kann uns etwas sagen, wie man im Leben zurecht kommen mag.
Dem Verlag Suhrkamp ist man Dank schuldig für diese Arbeit.