Musik aus Schweden haut gewöhnlich rein, geht mit ihren Qualitäten hausieren und legt ihre Vorbilder schamlos offen. Nicht so das Debüt von Yamon Yamon: Die Songs der vier Stockholmer kommen unprätentiös, fast schüchtern daher. Nur langsam durchdringt man die Dichte ihres Postrocks, hört hier und da eine besondere Gitarrenmelodie heraus oder fühlt sich an alte Lieblingsbands erinnert. Auch die prägende Klaviermelodie der Single "The darker Place" ist gut zwischen drängelnden Gitarren und Schlagzeug versteckt. "This Wilderlessness" wurde in feinster Handarbeit zusammengewebt aus Postrock à la Tortoise, sanftem Pop der Sorte Death Cab For Cutie und ein paar jazzigen Kniffen. Sänger Jon Lennblads Stimme schwebt mal sanft über dem Ganzen, wird mal übertönt und funktioniert dennoch als der rote Faden durch das Album, dessen neun Songs sanft ineinander fließen. Keiner will hervorstechen, doch alle zusammen ergeben ein erfüllendes Hörerlebnis. Und da einen hier nichts anspringt, hat man umso länger das Vergnügen, seine Lieblingsmomente zu entdecken. (kat)