Was manch einem De Burgh-Fan vielleicht besonders gefällt (nämlich dass er auf seinem 94er Album bei manchen Titeln das Schmuse-Image ablegt und poppigere, rockigere Töne anschlägt), gefällt mir gerade nicht. Chris De Burgh ist kein Popsänger in dem Sinne, und er ist nur dann großartig, wenn er seine emotionale Schiene fährt. "Blonde Hair, Blue Jeans" ist für meine Ohren einer der größten Flops, die er je geschrieben hat. Aber zum Glück gibt es ja auch die bewährten Balladen "Here Is Your Paradise", "The Son & The Father", "You Are The Reason", und im wundervollen Schlusslied "The Snows Of New York" greift er auf den berühmten irischen Text "Footprints" von Margaret Fishback Powers zurück, bei dem ich am Ende immer heulen muss. Hier ist er nochmal, weil er so schön ist:
Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel
erstrahlten, Streiflichtern gleich,
Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.
Als das letzte Bild an meinen Augen
vorübergezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte,
daß an vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.
Besorgt fragte ich den Herrn:
Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
daß in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?"
Da antwortete er: Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie allein lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen."