Dieses Buch war eigentlich ein klassischer Fehlgriff - ich wollte einen Roman und schnappte mir in der Eile eine Sammlung von Kurzgeschichten, die ich selten bis nie lese. Am Ende war ich froh ueber den Fehlgriff: die Kurzgeschichten sind sehr gut, manche gar nicht kurz und bei vielen kam bei mir ein 'schade, schon vorbei?' auf.
So bei der Geschichte der Englaender, die zwar schon Jahrzehnte in Rhodesien leben, aber immer noch ihrem 'good old England' nachtrauern und leben, als ob es nie verlassen haetten. Oder die Geschichte vom Chief, dem Namensgeber des Buches, dessen Sohn als Koch bei Weissen arbeitet, die anfangs gar nicht wissen, das sie den Haeuptlingssohn im Haus haben. Oder von Frauen, die den lieben langen Tag alleine (Schwarze zaehlen nicht) und ohne Beschaeftigung auf Farmen verbringen. Und in vielen Geschichten die Schilderung der Natur, von Sonnenauf- und -untergaengen (auch hier ein aelteres Paar, das jeden Tag seinen Sundowner einnimmt und dabei die Sonnenuntergaenge kritisiert). Man sieht sofort Afrika vor sich. Insgesamt ein klasse Buch, das ich sicher bald wieder lesen werde und das mich zu Kurzgeschichten bekehrt hat.