Rezessionen...man tut sich schwer damit, ist gute Musik doch schwer in Worte zu fassen.
Doch weil es sich hier um definitiv gute Musik handelt und diese Band, wie ich meine mehr Beachtung verdient hat versuche ich es einmal!
Auf der Suche nach gutem Alternative Rock/Metal, der sich vom heutigen NumetalCollegeRockEinheitsbrei abhebt, wurde ich zum ersten mal auf die Jungs aus Brisbane aufmerksam, als ich mich, begeistert von der Band Karnivool, über andere Bands aus Australien informierte.
Und ich muss sagen, was Dead Letter Circus abliefern hat Hand und Fuß!
Dinge, die ich schon an Bands wie Fair to Midland und A perfect Circle liebe finde ich auch hier vor: Einfach ehrliche, individuelle, unverbrauchte Rockmusik mit Drang zum experimentierfreudigen; Elektronisch generierte Klänge paaren sich mit einer gewaltige Portion Gitarrensound und der teilweise sehr zerbrechlich anmutende Gesang von Kim Benzie vermischen das Ganze zu einem nicht einfach zu definierendem Sound, der erstaunt, begeistert und sich doch in keine richtige Schublade stecken lässt.
Ruhige, teilweise melancholisch wirkende Melodien die gemächlich dahinwabern steigern sich in harten Rocksound der ordentlich aus den Boxen hämmert um im nächsten Moment wieder ins ruhigere abzuschwenken. Die Liedstruktur ist überraschend frisch und ist nicht immer vorraussehbar. Und damit hat ''This is the Warning'' alles was gute Musik für mich ausmacht. Man muss sich mit dem Werk ''beschäftigen''. Man muss die Platte mehrmals hören und auf sich wirken lassen. Und so entdeckt man bei jedem wiederholten Einlegen in den Player Neues, Überraschendes. Die Songs werden nicht langweilig.
Einziges Manko ist, dass Dead Letter Circus bei mir, trotz unbestreitbar gutem Sound keine ganz so große Euphorie auslösen, wie zum Beispiel Karnivools Album ''Sound awake''.
Die musikalische Qualität von ''This is the warning'' ist unbestreitbar, doch hinterlässt das Album keinen ganz so großen Eindruck. Luke Williams (drums),Stewart Hill (bass) und Rob Maric (guitar) beherrschen ihre Instrumente und an der gesangliche Leistung von Benzie ist an sich nichts auszusetzen (Parallelen zu Ian Kenny sind unübersehbar), jedoch fehlt ihm in der Stimme der nötige ''Druck'' um sich vor allem in den Refrains gut genug von Gitarre und Drums abzuheben. Dies ist aber auch der einzige Punkt, den man dem Quartet ankreiden könnte.
Alles in allem ein gut gelungenes Album, das überzeugt und definitiv Lust auf mehr macht. Man kann gespannt sein, was von Dead Letter Circus in Zukunft zu hören sein wird.