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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Krisen entstehen durch Überschuldung,
Von
Rezension bezieht sich auf: This Time is Different: Eight Centuries of Financial Folly (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch bietet einen Überblick über die Finanzkrisen der letzten acht Jahrhunderte.Zunächst wird erläutert, was unter einer Finanzkrise zu verstehen ist und wie man die einzelnen Formen definieren kann. Hier wird z. B. unter einer Inflationskrise eine jährliche Inflationsrate von mehr als 20 Prozent verstanden. Im Hauptteil des Buches werden folgende Krisen diskutiert: - Inflationskrisen - Schuldenkrisen - Bankenkrisen - Währungskrisen Der gemeinsame Nenner der Krisen ist, dass sie durch zu hohe Verschuldung (insbesondere Staatsverschuldung) ausgelöst werden. So kann z. B. ein übermäßiger Kapitalzufluss aus dem Ausland die Kreditzinsen senken, was zu höherer Verschuldung animiert und so die Inflation anheizt. Manche Krisen können gemeinsam auftreten; häufig bestehen bei Bankenkrisen auch Verschuldungs- oder Inflationskrisen. Bei der öffentlichen Verschuldung muss man zwischen inländischer (in einheimischer Währung und nach einheimischem Recht) und ausländischer unterscheiden. Die Staaten verschleiern gern ihre Verschuldung (vor allem die inländische). Das kann dazu führen, dass auch bei scheinbar soliden (da nicht im Ausland verschuldeten) Staaten eine Schuldenkrise ausbricht. Danach werden die Symptome älterer Krisen (vor allem die der Weltwirtschaftskrise) mit denen der aktuellen Finanzkrise verglichen. Für die nähere Zukunft ist demnach noch ein starker Anstieg der Staatsverschuldung zu erwarten. Auch bei dieser Krise hieß das Motto für die starke Verschuldung und das Übersehen der Risiken wieder: "Dieses Mal ist alles anders". Ähnliche Irrtümer gab es vor der Weltwirtschaftskrise auch. Es passieren aber immer die gleichen Fehler. Was kann man aus der Geschichte der Finanzkrisen lernen? Leider sind bei den einzelnen Symptomen Ursache und Wirkung nicht bekannt. Man kann nur einen ungefähren Verlauf für Bankenkrisen angeben, sodass weitere Forschungsarbeit notwendig ist. Da das Hautproblem in der Verschuldung liegt, ist in diesem Punkt mehr Transparenz notwendig. Die Staaten sollten ihre Schulden an eine zentrale Behörde melden und die Wirtschaftspolitik besser aufeinander abstimmen. Mir hat das Buch teilweise gut gefallen. Die Daten zu den einzelnen Krisen werden jeweils in Tabellen oder Diagrammen aufbereitet (eine Historie der Zinsen fehlt leider). Jedoch muss man beachten, dass man aus den Daten keine Wirkungszusammenhänge ableiten kann. Eine sinnvolle Konjunkturtheorie wird weder angestrebt noch diskutiert. Die verstreuten Hinweise auf die Geldpolitik, der Verlauf von Aktienkursen und Immobilienpreisen während einer Krise sowie das ausführlich diskutierte "Problem der Fristenkongruenz" der Geschäftsbanken (Fragilität des Finanzsystems durch Finanzierung langfristiger Verbindlichkeiten mit kurzfristigen Einlagen) können jedoch als Bestätigung der "österreichischen" Konjunkturtheorie diesen: Krisen werden durch die Geldpolitik der staatlichen Zentralbanken ausgelöst und durch die Geschäftsbanken verstärkt. Das Buch löst also keine theoretischen Fragen, liefert aber viel historisches Material. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
43 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Historische Dokumentierung der Finanzkrisen,
Von
Rezension bezieht sich auf: This Time is Different: Eight Centuries of Financial Folly (Gebundene Ausgabe)
In diesem Buch liefern die beiden Autoren eine quantitative Analyse der Geschichte der Finanzkrisen seit 1802 in verschiedenen Erscheinungsformen. Es handelt sich dabei um eine äusserst schwierige Datensammlung aus 66 Ländern über 8 Jahrhunderte. Der Ausgangspunkt der Autoren ist, dass es keine ökonomische Theorie gibt, die den Ausbruch einer Krise rechtzeitig vorauszusehen hilft. Unabhängig davon, wie der letzte Finanzwahnsinn auch immer erscheint, gibt es aber bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit Erfahrungen aus der Geschichte. Reinhart und Rogoff versuchen deshalb, durch die Dokumentierung von hauptsächlich 18 wichtigsten Finanzkrisen seit dem Ende des II. Weltkriegs, ein Verlaufmuster anhand von bestimmten Indikatoren zu präsentieren.Wenn es einen gemeinsamen Grundstein für die Krisen (Schulden-, Banken-, Währungskrise usw.) gibt, dann ist dieser die exzessive Schuldenanhäufung, unabhängig davon, ob von Staaten, Banken, Unternehmen oder Konsumenten, betonen Reinhart und Rogoff. Für sie steht fest, dass die Finanzkrisen anhaltend sind und drei Gemeinsamkeiten teilen: (1) Vermögensmärkte brechen zusammen. Die Hauspreise fallen im Durchschnitt um 35% und erholen sich nicht vor sechs Jahren, (2) Die Produktion sinkt und die Beschäftigung fällt und (3) die Staatsverschuldung nimmt explosiv zu, im Durchschnitt um 86%. Der Hauptgrund des Schuldenanstiegs sind jedoch nicht die (schwer zu schätzende) Kosten für Bail out und die Rekapitalisierung des Finanzsystems, sondern der dramatische Verfall der Steuereinnahmen. Die Länder, die die Grosse Depression" erlebt haben, haben im Durchschnitt 10 Jahre gebraucht, um dasselbe Niveau an Pro-Kopf-Einkommen wieder zu erlangen, so Reinhart und Rogoff. Risikofaktoren (z.B. Vermögenspreisinflation, hohes Leistungsbilanzdefizit, hohe Verschuldung der privaten Haushalte, Verlangsamung des Wirtschaftswachstums usw.) lassen sich identifizieren, aber eine zeitliche Festlegung der Krisen sei praktisch unmöglich, erklären die Wirtschaftswissenschaftler. Staaten auf der ganzen Welt kommen mit überraschender Regelmässigkeit ihrem Schuldendienst nicht nach. Das Buch trägt nicht zufällig den ironischen Titel: Diesmal ist alles anders: Acht Jahrhunderte Finanzwahnsinn". Das ist ein Warnruf. Denn der gegenwärtige Wahnsinn bestehe darin, dass wir uns keine Sorgen machen, weil sich Finanzkrisen angeblich nicht wiederholen. Den Abbau von untragbaren Staatsschulden" halten die beiden Autoren für eine Schlüsselfrage. Die Nachwirkungen von Krisen können nämlich sehr lange andauern, ist eine der Lehren, die aus den Finanzkrisen gezogen werden kann. Der beachtenswerte Anhang macht rund dreiviertel des Buches aus: Mit Tabellen, Abbildungen, diversen Exkurs-Boxen, Literaturverzeichnis sowie Namen- und Subjekt-Index rundet er dieses gute Buch zu einem praktischen Nachschlagewerk ab. Fazit: Wo massiv dereguliert wird, entstehen mittels übermässige Schuldenaufnahme Spekulationsblasen und das führt zu Finanzkrisen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Endlich,
Von
Rezension bezieht sich auf: This Time is Different: Eight Centuries of Financial Folly (Gebundene Ausgabe)
Endlich ein Werk, das Finanzkrisen quantitativ analysiert und so in der Lage ist, Vergleiche zwischen ihnen zu ziehen und auf diese Weise z.B. deren Gefährlichkeit abzuschätzen. Die Krisen selber werden in Schuldenkrisen von Staaten und Bankenkrisen eingeteilt. Was das Buch so angenehm macht, ist die große Zurückhaltung der Autoren in Bezug auf die Bildung eigener Theorien und Schlussfolgerungen für die Wirtschaftspolitik. Es ist sicher keine leichte Lektüre und ohne wirtschaftswissenschaftliches Grundwissen auf Universitätsniveau wird man wenig davon haben. Mit den richtigen Voraussetzungen und großem Interesse an der Thematik aber wird man die heutige Wirtschaftskrise und deren Vorgänger mit ganz anderen Augen sehen. Vorausgesetzt man war vorher so unwissend wie der Rezensent.
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