Dillon bietet auf ihrem Debut eine Art Avantgarde Pop, Electro und Folk, die einen an Feist, Björk oder Tori Amos erinnern lassen.
Die stets zerbrechlich, besondere Stimme von Dillon passt perfekt zu den teilweise melancholischen und auch heiteren Songs, die von meist nur wenigen Instrumenten begleitet werden.
Die Ohrwürmer bilden für mich vor allem die Songs, die Melodien mit wunderbarer Instrumentierung verbinden wie "Tip tapping" mit Bläserbegleitung und dezentem Marschrhythmus oder "Thirteen thirtyfive" mit Harfe und Piano, "Your flesh against mine" mit treibendem Drum Rhythmus und Piano, "You are my winter" mit wunderschönen elektronischen Effekten und Klangschalen (so wie ich sie höre) oder "Texture of my blood" mit tollem Songaufbau.
Die Kehrseite des Albums sind sperrige Songs, die für mich ohne Melodien und mit etwas argem Durcheinander daherkommen wie der Titeltrack, der Song ohne Titel und der letzte Song "Abrupt clarity", der einen mit einem Technobeat irgendwie höhepunktlos und mit großen Fragezeichen hinterlässt, für mich nicht der gelungenste Abschluss für so ein Album.
Zu bemängeln habe ich auch noch die Kürze einiger toller Songs wie "Texture of my blood", der sich hervorragend aufbaut und dann schon nach 2,5 Minuten wieder zu Ende ist, vier Songs unter der Dreiminutenmarke kann ich nur einem Album mit mehr als 12 Songs verzeihen, da wäre hier sicher mehr drin, denn die Songs würden durch längere Zeiten wohl nur gewinnen. Meine Meinung.
Insgesamt ein paar besonders klasse, herausragende Songs (2,3,4,5,6,8,9 und 10), die teilweise wirklich auch gut ins Radio passen würden im Moment wie "Tip tapping" oder "Thirteen thirtyfive" und auch viel Abwechslung für die Independent Pop Szene darstellen. Mehr davon!