Witze können gefährlich sein - besonders, wenn Diktatoren keinen Spaß verstehen. So geschah es in Burma, wo seit Jahrzehnten eine Militärjunta das Volk unterdrückt. 2007 schossen die Soldaten die Saffron-Revolution der Mönche kaltblütig nieder und als ein Jahr darauf Zyklon Nargis Hunderttausende tötete, halfen die Machthaber nicht. Der bekannteste Künstler des Landes, Zarganar, bereits mit Berufsverbot belegt, gab darüber ein Interview. Daraufhin verurteilten ihn die Herrscher zu absurden 59 Jahren Gefängnis. Die wurden zwar auf 35 Jahre verkürzt - angesichts unmenschlicher Haftbedingungen kommt es dennoch einem Todesurteil gleich.
Das betreffende Interview führte damals der britische Dokumentarist Rex Bloomstein. Anfangs dieses Films erfährt man reportagehaft eine kurze Rekapitulation der jüngsten birmanischen Geschichte. Es sind traurige Kapitel, denen mit den bislang letzten Filmaufnahmen des Filmemachers und Satirikers Zarganar nun ein weiteres anhängt.
Und damit kommt Michael Mittermeier ins Spiel. Der Comedian engagierte sich bereits seit geraumer Zeit für das Land und erfuhr durch Bloomstein von dem Schicksal Zarganars. Aus Bewunderung für dessen furchtlose Auftritte entschloss sich Mittermeier, für den Kollegen einzutreten und gemeinsam mit Bloomstein undercover nach Burma zu reisen, um Kontakt aufzunehmen.
Ist der erste Teil des Films noch ein Porträt Zarganars, den man als bescheidenen, friedliebenden Künstler, der bereits Folter und fünf Jahre Isolationshaft überstanden hat, anhand von Archivaufnahmen kennen lernt, wird der zweite zu einer hautnahen Begegnung mit einer totalitären Überwachungsdiktatur. Denn der Versuch der sich als Touristen ausgebenden Männer, Freunde zu interviewen und Zarganar zu treffen, sind in einem System der Angst, wo ein dichtes Spitzel-Netz die Bürger einschüchtert, unmöglich. Wenn er in Zarganars verlassener Wohnung steht und verkündet, das Sprachrohr des verstummten Künstlers zu werden, wirkt der Appell an die Freiheit am intensivsten.
Als über 50minütiges Bonusmaterial liegen dieser DVD u. a. "Nicht verwendete Szenen", ein Statement der burmesischen Friedensnobelpreisträgerin Aung Suu Kyi, Michael Special Performance für Zarganar sowie der Original Kinotrailer bei. Zudem erhält man, für Gegner der FSK-Logos, ein Wendecover.
Fazit:
Spannend, schonungslos und realitätsnah entwickelte Bloomstein in Zusammenarbeit mit Mittermeier diesen Dokumentarfilm. Unbedingt zu empfehlen!