"Thies Is Where It Ends" hat lange auf sich warten lassen, nämlich ganze drei Jahre. In dieser Zeit mussten sie sich von ihrem Mastermind Chris Storey und von Drummer Matt Kuykendall trennen, was ja schon einmal nichts Gutes erahnen lässt. Nachdem man den Meilenstein in Sachen technischer Totencore "The Price Of Existence", welches meiner Meinung nach auch noch heute das qualitativ-beste Album dieses Genres ist, fertigte, folgte mit "Awaken The Dreamers" eine kleine Stiländerung in Richtung Melodie, aber auch Technik, denn die Lead-Riffs sind extrem anspruchsvoll, in sich stimmig, aber auch sehr aufdringlich. Auch aufgrund dieser "Stiländerung" haben viele Fans All Shall Perish den Rücken gekehrt, obwohl ich finde, dass "Awaken The Dreamers" ein durchaus gelungenes Album ist.
"Thies Is Where It Ends" soll nun aus einer Mischung dieser beiden Albem entstanden sein, doch ich glaube, hier wird wieder der Stil verfolgt, den sie auf "Hate.Malice.Revenge" gespielt haben, mit einigen technischeren Einlagen.
Denn zum größten Teil wird hier in bester Manier drauf los gehämmert, dann kommen ein zwei technische Spielereien, wie etwa ein Solo, oder hier und da mal ein Sweep oder Taping. Mir fehlt einfach die Genialität, der Ideenreichtum, die Abwechslung und dann das gewisse Etwas, das man alles mit Chris Storey hatte. Die Melodien sind mir teilweise zu einfach gehalten, teilweise hat man dann technische Riffs und teilweise treten gar keine Melodien auf, wie z.B. in "My Retaliation", in dem man dann ein oder zwei Riffs hat, die einfach nur aus ein und dem selben Ton bestehen (meist auf der obersten Saite gespielt und leer gegriffen) und nur auf einem Rhytmus aufbauen. Sowas ist mir einfach zu simpel gehalten, ich hatte das Gefühl, dass man in den meisten Songs zwar wirklich gute Ideen hatte und facettenreiche Riffs, allerdings hat man dann drum herum langweilige, innovationslose Riffs und zu viele Breakdowns gebaut, um das Ganze zu strecken.
Das klingt jetzt alles ziemlig negativ, doch es gibt auch Songs, die von der Machart her an "The Price Of Existence" erinnern, wie z.B. der Opener, der die typischen zweistimmigen Gitarren, die größeren Melodiebögen und die einprägsamen Breakdowns aufweist, oder "The Past Will Hunt Us Both" und "Procession Of Ashes", die sich zwar von der Struktur ähneln, aber mit Innovationen auftrumpfen können. Auch der Song Spineless hat gute, technische Ansätze, werden jedoch nicht konsequent verfolgt.
Der vielfältige, facettenreiche und technische Deathcore den sie einmal gespielt haben, bei dem kein einziger Song mit "Füller-Riffs", wie sie auf diesem Album vorkommen, versehen war, ist nicht mehr. "This Is Where It Ends" setzt mehr auf eine Mischung aus Knüppel, Breakdowns und technischen Elementen, mit einigen wenigen ruhigeren Momenten. Der Flair aus den alten Tagen ist irgendwie verschunden. Alles in Allem ist "This Is Where It Ends" ein "noch" gutes Album, welches aber nicht mehr typisch All Shall Perish ist.
Auch wenn mich einige dafür hassen werden, sind für mich mehr als drei Sterne bei diesem Album nicht drin.