Produktbeschreibungen
DFA Records/Parlophone veröffentlicht das neue LCD Soundsystem Studio Album This Is Happening.
Aufgenommen wurde James Murphys drittes und nach eigenen Aussagen letztes Studioalbum Ende 2009/Anfang 2010 in den Manshun Studios in Los Angeles und den hauseigenen DFA Studios in New York. Eine umfangreiche Welttournee ist bereits bestätigt, Europa und UK Daten sind schon jetzt ausverkauft. Den Start macht das diesjährige Coachella Festival in Kalifornien, während die Tour sich bis in den September 2010 zieht.
LCD Soundsystem sind James Murphy, Nancy Whang, Pat Mahoney, Tyler Pope, Gavin Russom, David Scott Stone and Matt Thornley.
Aufgenommen wurde James Murphys drittes und nach eigenen Aussagen letztes Studioalbum Ende 2009/Anfang 2010 in den Manshun Studios in Los Angeles und den hauseigenen DFA Studios in New York. Eine umfangreiche Welttournee ist bereits bestätigt, Europa und UK Daten sind schon jetzt ausverkauft. Den Start macht das diesjährige Coachella Festival in Kalifornien, während die Tour sich bis in den September 2010 zieht.
LCD Soundsystem sind James Murphy, Nancy Whang, Pat Mahoney, Tyler Pope, Gavin Russom, David Scott Stone and Matt Thornley.
motor.de
Last Call for Disco – James Murphys LCD Soundsystem lädt zum finalen Tanz mit der Kuhglocke. „You wanted a hit, but maybe we don't do hits“ sprechsingt James Murphy in seiner unverwechselbaren Art im Verlauf des dritten LCD-Soundsystem-Albums. Was für eine Koketterie! Die Hittigkeit von Stücken wie „Daft Punk Is Playing At My House“ oder „North American Scum“ von den beiden Vorgängeralben ist nach wie vor unwiderstehlich. Doch jetzt, mit dem dritten Steich „This Is Happening“, soll Schluss sein mit dem Funk-Punk-Disco-Mix. Er wolle mit 40 Jahren nicht mehr auf der Bühne rumhüpfen, lies Murphy, Mastermind hinter dem New Yorker Projekt, das er mit wechselnden Gastmusikern umsetzt, wissen. Dieses magische Alter ist nun erreicht. Aber vielleicht sieht der Mann aus dem In-Stadtteil Williamsburg auch einfach keine Steigerungsmöglichkeiten mehr. Als Gründer von DFA Records wird ihm die Erfindung von Dance Punk zugeschrieben, dazu hat er mit „Sound Of Silver“ eine genre- wenn nicht gar jahrzehntdefinierende Platte vorgelegt. Die Cowbell verdankt den (Wieder-)Einzug in musikalische Sphären zu erheblichen Teilen ebenfalls Murphy, deren Einsatz von LCD-Soundsystem-Epigonen und -Label-Kollegen wie Shitdisco oder The Rapture teilweise bis zum Exzess ausgereizt wurde. „This Is Happening“ soll nun den Endpunkt der Album-Trilogie markieren.
Dafür suchte Murphy Unterschlupf im Studio von Produzenten-Übervater Rick Rubin, der schon für so unterschiedliche Künstler wie Johnny Cash, die Red Hot Chili Peppers oder Metallica die Regler bediente und ihnen teilweise einen neuen Sound verpasste. Doch an eine LCD-Soundsystem-Produktion darf nur der 40-Jährige selbst Hand anlegen, und so klingen die New Yorker auf ihrem Drittwerk unverändert und unverwechselbar nach sich selbst. So ist „Dance Yrself Clean“ ein für sie typischer Eröffnungstrack. Recht verhalten, gar schleppend beginnt das Stück, die Cowbell wird im 4/4-Takt dazu geschlagen – bis im Mittelteil der losbrechende Beat plötzlich den trippeligen Rhythmus bestimmt und Murphys aufgedrehte Stimme den Hörer aus der Hypnose holt. Gerade diese Verzögerung macht eine der Besonderheiten des Soundsystems aus: Wo es ein Leichtes wäre, den catchy Popdreh um die Ecke kommen zu lassen, wird die Erwartungshaltung unterlaufen. Ausdehnung, Stoizismus, Rhythmusbrüche lauten die Zauberwörter. Dass das Album trotzdem zu jedem Zeitpunkt unverschämt eingängig bleibt, ist die große Kunst des DFA-Gründers. „Drunk Girls“ würde in einem rockigen Umfeld peinlich wirken, hier wird aber die funkige Gitarre mit elektronischen Versatzstücken vermischt und gibt dem Trinklied einen ironischen, anti-machistischen Touch. „All I Want“ überrascht mit einer Strokes-Gitarre und zeigt, was Julian Casablancas auf seinem Soloalbum erreicht hätte, wen er seine Idee der Neukontextualisierung konsequenter zu Ende gedacht hätte. „I Can Change“ könnte fast als Kraftwerk/New Order-Mash-Up durchgehen. Bei „Pow Pow“ stürzt der Hörer in einen groovelastigen Whirlpool, wo der Funk blubbert und die Cowbell wieder zu ihrem Recht kommt.
„This Is Happening“ ist nicht das finale Opus Magnum, dass vielleicht Mancher erwartet hat – das lieferten LCD Soundsystem bereits mit dem Vorgänger „Sound Of Silver“. Das jetzige Album ist vielmehr eine beeindruckende Werkschau von Murphys Projekt, das noch einmal zusammenfasst, was LCD Soundsystem definiert: Tanzbarkeit, Intelligenz, Aufregung. Eine euphorisierendere Beerdigung hat es wohl selten gegeben.
Dafür suchte Murphy Unterschlupf im Studio von Produzenten-Übervater Rick Rubin, der schon für so unterschiedliche Künstler wie Johnny Cash, die Red Hot Chili Peppers oder Metallica die Regler bediente und ihnen teilweise einen neuen Sound verpasste. Doch an eine LCD-Soundsystem-Produktion darf nur der 40-Jährige selbst Hand anlegen, und so klingen die New Yorker auf ihrem Drittwerk unverändert und unverwechselbar nach sich selbst. So ist „Dance Yrself Clean“ ein für sie typischer Eröffnungstrack. Recht verhalten, gar schleppend beginnt das Stück, die Cowbell wird im 4/4-Takt dazu geschlagen – bis im Mittelteil der losbrechende Beat plötzlich den trippeligen Rhythmus bestimmt und Murphys aufgedrehte Stimme den Hörer aus der Hypnose holt. Gerade diese Verzögerung macht eine der Besonderheiten des Soundsystems aus: Wo es ein Leichtes wäre, den catchy Popdreh um die Ecke kommen zu lassen, wird die Erwartungshaltung unterlaufen. Ausdehnung, Stoizismus, Rhythmusbrüche lauten die Zauberwörter. Dass das Album trotzdem zu jedem Zeitpunkt unverschämt eingängig bleibt, ist die große Kunst des DFA-Gründers. „Drunk Girls“ würde in einem rockigen Umfeld peinlich wirken, hier wird aber die funkige Gitarre mit elektronischen Versatzstücken vermischt und gibt dem Trinklied einen ironischen, anti-machistischen Touch. „All I Want“ überrascht mit einer Strokes-Gitarre und zeigt, was Julian Casablancas auf seinem Soloalbum erreicht hätte, wen er seine Idee der Neukontextualisierung konsequenter zu Ende gedacht hätte. „I Can Change“ könnte fast als Kraftwerk/New Order-Mash-Up durchgehen. Bei „Pow Pow“ stürzt der Hörer in einen groovelastigen Whirlpool, wo der Funk blubbert und die Cowbell wieder zu ihrem Recht kommt.
„This Is Happening“ ist nicht das finale Opus Magnum, dass vielleicht Mancher erwartet hat – das lieferten LCD Soundsystem bereits mit dem Vorgänger „Sound Of Silver“. Das jetzige Album ist vielmehr eine beeindruckende Werkschau von Murphys Projekt, das noch einmal zusammenfasst, was LCD Soundsystem definiert: Tanzbarkeit, Intelligenz, Aufregung. Eine euphorisierendere Beerdigung hat es wohl selten gegeben.
kulturnews.de
Er ist eine Liebeserklärung ans Jetzt, doch vor allem ist der Titel des neuen Albums eine Drohung: James Murphy hat erklärt, nach dem dritten Album und der anschließenden Welttour mit LCD Soundsystem Schluss zu machen. Besonders bitter, denn der New Yorker Dancepunkerfinder und Gründer des DFA-Labels ist so gut wie nie zuvor. "You wanted a hit, but maybe we don't do hits, I try and try, it ends up kind of wrong", heißt es in "You wanted a Hit" - gelogen! Schon "Dance yrself clean" ist eine dramaturgische Meisterleistung in neun Minuten, die mit Perkussion und verhaltenem Singalong beginnt und natürlich auf der Tanzfläche endet. Die Single "Drunk Girls" schrammelt mit ihrer Anlehnung an den Blur-Hit "Parklife" haarscharf am Trash vorbei und wird gerade deshalb in diesem Sommer zu den Höhepunkten jeder Clubnacht zählen. "All I want" klingt wie einer der besten Strokes-Song - wenn die Band nur jemals Mut zum Experimentieren gehabt hätte. Und der Sprechgesang von "Pow Pow" dockt an LCD-Klassiker wie "Losing my Edge" oder "Daft Punk is playing at my House" an und wird wegen seiner verspielten Prolligkeit vor allem in England für Aufregung sorgen. Wir sollten einfach mit dem LCD Soundsystem tanzen - so lange wir noch können. (cs)