Deutscher Titel: Die Narbenhand. Originaltitel: This Gun for Hire
Produktionsland: USA. Premiere: 1942
Mit: Alan Ladd, Veronica Lake, Robert Preston u. A. Regie: Frank Tuttle
Literarische Vorlage: nach dem Roman "A Gun for Sale" von Grahame Greene aus dem Jahre 1936
Genre: Krimi
Irgendwo in einem Hotel. Der Auftragskiller Raven (Alan Ladd) liegt am Bett und hört flotter Klaviermusik zu. Gleich am Anfang sieht man die linke verknöcherte Hand von ihm sehr deutlich. Er lässt eine streunende Katze beim Fenster herein und gibt ihr Milch zu trinken. Ein Putzmädchen tritt ein, ohne zu wissen, dass er noch da ist und beginnt zornig auf die Katze dreinzuschlagen, um sie davonzujagen. Raven reißt sie von hinten um, so dass ein Teil ihrer Bluse einen Riss davonträgt. Sie faucht ihn wütend an und er verpasst ihr eine schallende Ohrfeige, bevor er sie rausjagt. Sie verputzt sich mit drohenden Beschimpfungen. Er streichelt liebevoll die Katze. Starke Szenen von Anbeginn für einen Film der frühen Vierziger.
Raven ist völlig gefühlskalt und tötet Opfer und Zeuge, egal ob Mann oder Frau.
Im Laufe der Handlung aber wird seine ambivalente Persönlichkeit erkennbar, die sich nicht ganz so einfach in ein Schema pressen lässt.
Veronica Lake, die ihm zunächst notgedrungen beisteht, später jedoch Sympathie für ihn gewinnt, weil er sie aus den Händen von Schurken befreit hat, versucht ihn im Finale von seinem fatalen Irrweg in den Abgrund abzuhalten. Doch ohne Erfolg. Dennoch stirbt er mit einem seligen Lächeln im Gesicht.
Alan Ladd und Veronica Lake geben hier das richtige coole Paar ab, wobei Ladd zu seiner Mienenlosigkeit im Schlußteil starke emotionale Züge zeigt, die ihn als ernstzunehmenden Schauspieler hervortreten lassen.
Der Film beinhaltet dennoch szenische Schwächen und Ungereimtheiten praktischer Art, so dass er sich keineswegs als ein Meisterwerk erweist. Er ist zweifellos stilprägend und stilistisch einfallsreich, aber im Gesamten nicht rund und vollendet genug.
Für mich ein filmhistorisch bedeutender Kriminalfilm, für seine frühen Jahre innovativ und cool - jedoch im Gesamten reif für lediglich drei Sterne - als ein guter, alter Krimi.