Mit "Born" beginnt die Band gleich furios und sehr heavy, der Gesang in den Strophen geht schon fast in die Death-Metal-Richtung um dann jedoch in einen herrlich melodiösen Refrain überzugehen. Majestätisch ist dafür eine gute Bescheibung.
Danach wird das Gaspedal nicht mehr so durchgetreten, die Refrains von Songs 2 und 3 sind aber genauso genial wie beim ersten Song.
"Sentient 6" ist dann eine Power-Ballade, wie sie Metallica leider anscheinend nicht mehr auf die Reihe bekommen: sehr atmosphärisch und mit grandioser Steigerung bis zum dramatischen Finale.
Die letzten drei Songs sind nach einigen klitzekleinen Durchhängern in der Mitte des Albums, die aber auch nur auffallen, weil der Rest ausnahmslos genial ist, der absolute Wahnsinn.
"The Psalm Of Lydia" muss man sich schon ca. zehnmal reinpfeiffen, bis man den Song aufgrund seiner Komplexität richtig erfasst hat. Der instrumentale Mittelteil bietet Gitarrensoli nicht von dieser Welt, die müssten auch Dream Theater-Fans gefallen!
"A Future Uncertain" ist dann für mich der melodiöse Höhepunt der CD und das, obwohl er nun wirklich nicht grade soft ist. Die Verschmelzung von Ohrwum-Melodien mit Killer-Riffs ist beeindruckend.
Tja, und in guter alter Nevermore-Tradition hat man sich ein absolutes Sahnestück für den Rest aufgehoben. Der Titel-Track ist auch der progressivste der Scheibe und deshalb logischerweise auch der längste mit über 10 Minuten.
Der Sänger bietet dabei alles von psychopatischem Gekreische bis soften Vokals und die Instrumentalfraktion steigert sich in der Mitte von "This Godless Endavour" in einen absoluten Rausch. Hier werden sowohl Fans von Progressive-Metal als auch Thrash-Metal völlig befriedigt, aus dem Metal-Genre fällt mir keine andere Band ein, die sowas in der Form draufhat. Von Dream Theater jetzt mal abgesehen, aber die haben ja auch Musik studiert.....
Fazit:
Wer dachte, Nevermore könnten ihr bisheriges bestes Werk "Dead Heart In A Dead World" nicht mehr erreichen, hat sich getäuscht, diese CD würde ich auf eine Stufe mit diesem Meisterwerk stellen.
Und Leute, die auf harten und trotzdem komplexen und anspruchsvollen Metal stehen, müssen unbedingt mal reinhören!