Die Mini-Serie beseht aus vier Episoden mit je ca. 45 Minuten. Ich kenne nur die UK-Fassung, die mit englischen UT ausgestattet ist. Die Handlung setzt drei Jahre nach dem Film ein (den man nicht zwingend, aber besser schon gesehen haben sollte, um alles zu verstehen), ist aber keine wirkliche Fortsetzung, sondern benutzt eher die eingeführten Personen und Ansätze aus dem Film, um Schicksalen von etwas älter gewordenen Jugendlichen / jungen Erwachsenen in dieser Zeit zu schildern. Es dreht sich somit m.E. definitiv schwerpunktmäßig nicht um die Skin-Kultur (das zur Warnung für die, die sich speziell dafür interessieren), sondern sie ist eher eine Möglichkeit grundlegende, existentielle Mensch-Themen zu beschreiben. Es geht um Beziehungskonflikte, Kinder-Eltern-Beziehung, den Job und v.a. in der zweiten Hälfte um sexuelle Gewalt. Am Anfang spielt der Spaßaspekt noch eine größere Rolle, was sich aber mit der Zeit verliert. Die hinter dem Spaß stehende Solidarität bleibt aber durchgehendes Thema.
Die Produktion ist absolut hochwertig und hervorragend gemacht. In der ersten Hälfte werden sowohl die Spaß- und Party-Aspekt als auch die kleineren Konflikte in Beziehungen und Familie ganz relaxed und zurückhaltend, dabei aber hochpräzise beschrieben. Es wirkt völlig natürlich - fast oberflächlich -, offenbart aber in messerscharfen Dialogen und Bildern die Tiefenschicht der Gefühle der Figuren und der Beziehungen zwischen ihnen. Das braucht in der Qualität einen Vergleich mit HBO-Serien wie 'Six feet under' oder 'The Wire' nicht zu scheuen. In der zweiten Hälfte wird es zu einem tief verstörenden, den Atem zuweilen stockend lassenden Blick in die Abgründe menschlicher Existenz. Die zerstörende Wirkung sexueller Gewalt wird ganz, ganz intensiv, dabei aber zurückhaltend und nie überdramatisierend dargestellt. Die Bilder mit überragender Kameraführung und tollen Schauspiel schaffen es Poesie zu erzeugen, die aber gleichzeitig verletzend, verstörend und die Gewalt in keinster Weise abmildernd, sondern in ihrer ganzen grausamen, destruktiven inneren Wahrheit zeigt. Die in die Gewalt hineingewobene Solidarität - die somit dann doch wieder ein wichtiges Skinhead-Thema aufgreift - formt dann ein großes Gemälde menschlicher Existenz in ihrer ganzen Hässlichkeit und Schönheit. Ganz, ganz stark gemacht.
Eine absolute Empfehlung für jeden, der Filme mit existentieller Wucht sucht und ertragen kann. Vom Ansatz des immer auch ein bisschen mit Mutterwitz durchzogenen britischen Polit/Sozial-Dramas - wie es noch der Film bietet - hat es sich zumindest im zweiten Teil entfernt.
Aber kleiner, gegenteiliger Tip zum Abschluss: Man verpasse nicht das zweite der Outtakes: Very naughty, bud hilarious! Auch "Debbie does Dallas" in den entfallenen Szenen haut einen vom Stuhl