Wer erinnert sich nicht an den Herbst 1994 und den Hit schlechthin, "Mr.Jones"? Mein Gott, das ist ja schon fünf Jahre her, Kohl hatte gerade Kanzlerkandidat Scharping deklassiert, Bertis Buben waren in den USA kläglich an Bulgarien gescheitert und der Trend von übergroßen Hosen mit Geldbeutel in der Kniekehle war auch noch nicht erfunden... Wie die Zeit vergeht! In diesen fünf Jahren ist so mancher "Hype" plötzlich erschienen und genasuso schnell vom Zeitgeist wieder verdeckt worden, von Blümchen über die Guano Apes und Gildo Horn bis hin zu den Spice Girls. Schön also, daß man sich im Schwarm der Eintagsfliegen auf die Konstanz einer Band wie den Counting Crows verlassen kann. Nach "August and Everything After" ('94) und "Recovering the Satelites" ('96) kommt nun "This Desert Life" heraus. Nach Ausflügen in etwas schroffere Gitarrentüöne und elektrische Klänge bei der zweiten Platte kehren die Counting Crows zu ihrem altbewährten Country-ähnlichen Stil zurück. Sowohl ruhig-poetische Balladen als auch schräge Töne finden auf diesem durchweg schön komponierten Album ihren Platz. Die Rückkehr zu den Wurzeln tut den Counting Crows gut, denn da liegt ihre Stärke: Melodisch fließende Songs, getragen von der einzigartigen Stimme von Sänger Adam Duritz. Wer also nach der richtigen Musik für einen nostalgischen Winterabend im ausgehenden Jahrhundert sucht, wird hier sicherlich fündig! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)