Irgendwie ist doch schon jeder in seinem Leben mal in Kontakt mit TANKARD gekommen, primär bereits im jugendlichen Alter. So auch der Rezensent, der sich mit 13 Jahren die eben erschienene "The Meaning Of Life" zugelegt hat. Nicht zuletzt wegen des kultigen Covers, auf dem der Papst, Mike Tyson, Helmut Kohl und der Alien um die Wette sinnieren. Und natürlich auch, um das metallische Universum möglicherweise um eine weitere Thrash Perle zu erweitern. Das Unterfangen ist 1990 geglückt, keine Frage. Ob es nun aber an der musikalischen Qualität, dem Saufimage, dem angesprochenen coolen Coverartwork, dem Umstand, eine "neue" Thrash Band entdeckt zu haben oder schlicht an dem "Spacebeer" lag, lässt sich heute schlecht rekonstruieren. Vermutlich ein bunter Cocktail aus allem davon... Diese Tage und 18 Jahre später, die Zahlen im Alter des Schreibers haben sich getauscht, erscheint "Thirst", das 13. Studioalbum der Frankfurter. Mein letztes gekauftes Album lässt sich nach einem prüfenden Blick ins CD-Regal auf 1995 zurückdatieren und auch wenn ich in der Zwischenzeit Gerre & Co. das ein oder andere Mal auf nem Festival (zufällig) gesehen habe, so löst "Thirst" doch einen ungemeinen angenehmen Anflug von Nostalgie in mir aus. Denn geändert hat sich nicht viel, auch wenn man sich 1995 gerade mit "The Tankard" für die eigenen Verhältnisse weit herausgewagt hat, so waren und sind TANKARD schon immer eine verlässliche Bank gewesen. Das Verhältnis zwischen Spass-Songs (Myevilfart), biergetränkten Metaphern (Stay Thirsty) und ernsthaftem Material wie "When Daddy Comes To Play", (zu dem TANKARD schon immer fähig waren - Hauptreferenz dürfte das Album "Two-Faced" sein) lassen sich schon aus den Titeln rückschließen. Wortspiele wie "Sexy Feet Under", in denen es um den Fußfetisch von Gerre geht, passen wie der Krug auf den Untersetzer, ebenso wie der Opener "Octane Warriors" gleich zu Beginn verkündet, dass man mittlerweile nicht auf Malzbier umgestiegen ist. Mich beschleicht nach "Thirst" nicht unbedingt das Gefühl, in den letzten 13 Jahren was verpasst zu haben, andererseits empfinde ich das Album als echte Bereicherung und ich freue mich, dass es TANKARD noch immer gibt und die Musik nach wie vor Spass macht!