Wer auf der Suche nach einem kompakten Hochmobilitäts-Laptop mit hohem Praxisnutzen ist, kommt schnell darauf, daß das auf eine Entscheidung zwischen dem X220 von Lenovo oder dem MacBook Air (MBA)
Apple MC965D/A MacBook Air 33,8 cm (13,3 Zoll) Notebook (Intel Core i5-2557M, 1,7GHz, 4GB RAM, 128GB Flash Speicher, Intel HD Graphics 3000, Mac OS) von Apple hinausläuft.
Entscheidungskriterien in sinnvoller Gruppierung sind:
1. Statussymbolik, Ästhetik
2. Praxisnutzen
a) Batterielaufzeit und Gewicht
b) Ergonomie (Bildschirm, Tastatur, Schnittstellen)
3. Leistungsdaten, Kosten
Laufzeit und Gewicht werden nicht getrennt, sondern zusammen betrachtet, denn ein höheres Gewicht ist halt ein Teil des Preises, den man für eine hinreichend lange Batterielaufzeit bezahlen muß.
Kriterium 1 ist überhaupt der motivationale Ausgangspunkt für Windows-Anwender, auf ein Apple-Gerät umzusteigen und es ggf. mit zwei Betriebssystemen zu betreiben. Der ästhetische Vorsprung des MBA ist tatsächlich unbestreitbar und dermaßen groß, daß die zwar vorhandenen aber sich im Rahmen haltenden Unterschiede bei Kriterium 3 (Prozessorleistung, Speicher, Preis) irrevelant erscheinen.
Es läuft alles auf die Abwägung des Praxisnutzens (Kriterium 2 a und b) gegenüber der Ästhetik hinaus. Wenn sich die Unterschiede im Praxisnutzen ebenfalls im Rahmen hielten, wäre das Ergebnis eine klare Empfehlung für das MBA. Das ist aber nicht der Fall.
Praktische Fragen haben für nutzenorientierte Anwender den Rang von Ausschlußkriterien. Der Bildschirm muß matt sein. Er sollte sich möglichst auf 180 Grad aufklappen lassen, da der Laptop sonst nicht gescheit auf ein geneigtes Rednerpult paßt. Die Tastatur muß kompromißlos gut sein hinsichtlich Druckpunkt, Tastenhub und Layout. Es dürfen keine Tasten fehlen und die Entertaste muß eine angemessene Größe haben. Die Batterie muß einen normalen Arbeitstag durchhalten. Die wichtigsten Schnittstellen (einschl. USB 3.0) sollten vorhanden sein. Das X220 erfüllt alle diese Bedingungen. Das MBA nicht.
Das Fazit des Vergleichs zwischen X220 und MBA ist klar:
Das MacBook Air kommt um den Abzug von drei Sternen (-3) nicht herum, weil es bei den vier Kriterien zum Praxisnutzen, Batterielaufzeit (-1), Bildschirm (-1), Tastatur (-1/2) und Schnittstellen (-1/2) den Standard, den das X220 setzt, nicht erreicht.
Das Lenovo-Laptop hat dagegen als das nützlichste Gerät seiner Klasse fünf Sterne verdient. In der relativen Bewertung zum MBA könnte man geneigt sein, einen Stern abzuziehen, der dem uneinholbaren ästhetischen Vorsprung des wunderschönen MBA Tribut zollt. Andererseits darf man nicht außer acht lassen, daß die zunehmend stärkere Verbreitung der Lenovo Thinkpads im professionellen und vor allem universitären Umfeld zu einer Neubewertung der Statussymbolik führen dürfte, bei der sogar erwünscht ist, daß die Schönheit hinter die Vernünftigkeit tritt. Also im Klartext: Die Denker mit dem thinkpad freuen sich darüber, daß ihr Gerät zwar nicht umwerfend schön, aber so schön praktisch ist. Und darüber, daß rationale Entscheidungen doch möglich sind.