Das siebte Studio-Album von Blur!
Für mich persönlich ist dieses Blur-Album der Spiegel der modernen Großstadtseele. Wenn man einmal einen Blick in das Cd-Booklet wirft, wo in riesigen, dicken, roten Druckbuchstaben der Satz "I ain`t got nothing to be scared of" steht, wird man auf einmal ganz traurig. In einem Satz wird hier praktisch der ganze Geist der heutigen Zeit offenbart: Gleichgültigkeit, Angst und Ohnmacht gegenüber dem ganzen System!
Die Songs auf diesem im Mai 2003 erschienenen Album sind so abwechslungsreich wie nie zuvor auf irgendeiner ihrer bisherigen Cd`s. Und welcher Mensch heutzutage legt sich schon gerne auf irgendetwas fest und besitzt dann auch noch soviel Stärke, dazu zu stehen?
Der Gitarrist Graham Coxon hat die Band verlassen und arbeitet an seiner Solokarriere. Irgendetwas fehlt, vor allem für die älteren Blur-Fans. Die vier Kunstgeschichte-Studenten von der Insel sind nicht mehr die alten, nicht mehr die, die sie früher einmal waren, auch wenn sie sich musikalisch weiterentwickelt haben, und es wieder einmal geschafft haben, die Kunst zur Musik zu machen.
Mit dem Gedanken bei dem elften September 2001 und dem Verlust der Menschlichkeit, tut es manchmal ein bißchen weh zu atmen, und das merkt man der Musik an, wenn ein Songtext nur aus dieser einen Zeile besteht, in der es heißt: "Flugzeuge sind wie Kometen beim Sonnenuntergang", der dann fast endlos mit absichtlich monotoner Stimme wiederholt wird. Die Angst der westlichen Welt wird schonungslos offengelegt. Wenn ich das zehnte Lied, den "Sweet Song", höre, muß ich immer anfangen zu weinen: "Unser ganzes Leben wird im Fernsehen gezeigt. Stell` den Fernseher aus und versuche zu schlafen.........Menschen werden so einsam!"
Ich möchte mich bei Blur bedanken, dafür, daß sie nach allem was passiert ist, immer noch an die Liebe glauben, und versuchen, die Seele der modernen Zeit mit ihrer einzigartigen Musik zu heilen!