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Produktinformation
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| 1. Ambulance |
| 2. Out Of Time |
| 3. Crazy Beat |
| 4. Good Song |
| 5. Moroccan Peoples Revolutionary Bowls Club |
| 6. Brothers And Sisters |
| 7. Caravan |
| 8. We've Got A File On You |
| 9. Sweet Song |
| 10. Jets |
| 11. On The Way To The Club |
| 12. Gene By Gene |
| 13. Battery In Your Leg |
Schon beim Auftakt mit "Ambulance" schleppen sich Bass 'n' Drums im Slow-Motion-Verfahren dahin, als sei es ein Stück von Can mit Bowie als Sänger. Damon Albarn hält das Werk aus vielen Kanten und losen Enden mit sanfter Stimme zusammen. Seit dem Weggang von Gitarrist Graham Coxon -- der noch ein schönes Abschiedsgeschenk mit "Battery In Your Leg" hinterließ -- ist Blur ein Trio. Und probiert alles aus, was ihm in die Finger kommt. Andalusisches etwa, mit einem marokkanischen Streichorchester ("Out Of Time"), Funk und Akustik-Blues ("Brothers And Sisters"), Low-Fi-Jazz mit Saxofon ("Jets"), aber auch übermütig-fröhlichen Dub-Reggae in bester Clash-Manier ("Gene By Gene"). Und nicht immer säuselt es so verträumt wie auf dem exotischen "Caravan". Manchmal rumst unvermittelt wüster Punk dazwischen -- der Song-Titel "We've Got A File On You" ist länger als der Aufschrei -- ganz trashig arrangiert mit Scratch und Co. der "Crazy Beat". Mutig, spannend und kein bisschen Britpop. --Ingeborg Schober
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Nun denn. Erstmal alle gängigen Konventionen über Bord werfen, um im alten Kahn endlich wieder genug Platz für Experimente zu haben. Schon der Opener mit seinem eigenwilligen, elektronischen Beat und den verstörenden Sample-Spielereien zeigt, dass Blur schon längst nichts mehr im Sammeltopf BritPop verloren haben. Die minimalistische, akustisch arrangierte Single "Out Of Time", zerstreut auch schnell Befürchtungen, Blur könnten verlernt haben schöne Songs zu schreiben. "Crazy Beat" zeigt dagegen mit schmissigem Riff und einer Extraportion Drive, etwas plakativ, dass man jederzeit imstande ist einen weiteren Tanzflächenkracher á la "Song 2" aus dem Ärmel zu schütten. Auffällig: Bis auf besagte Nummer ist hier für die formatorientierte Singlelandschaft eigentlich kaum etwas Brauchbares dabei. Allein die erste Auskopplung erfordert eher ein langsames Herantasten, als dass sich irgendeine poppige Melodie festsetzt. Ähnlich kommt auch das restliche Album daher. Mal mit schrägem Synthie-Groove ("On The Way To The Club"), kruder Schrummelgitarre ("We've Got A File On You") oder einfach komplett zertrümmerter Songstruktur ("Jets"). Aussetzer gibt es keine. Jeder Song ist vollkommen eigen, teils konträr zu seinen Artgenossen, und definitiv nicht mehr aus dem Gesamtkonzept herauszulösen.
Wenn Blur mit diesem Album einen Befreiungsschlag und eine klare Abgrenzung zu ihren britischen Kollegen vollziehen wollten, ist ihnen das definitiv gelungen. Alte Fans sollten jedoch lieber noch mal reinhören - genau wie alle bisherigen Skeptiker.
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