Toll für Gruppen...!
Wenn mal gar nichts mehr geht, hilft nur noch Querdenken! Dies gilt nicht nur für die kniffligen Fragestellungen des Autors dieser 75 Denkübungen, sondern nach meinen Erfahrungen z.B. in der Jugendhilfe und berufsvorbereitenden Lehrgängen auch für Aktivitäten mit größeren Gruppen junger Erwachsener oder Jugendlicher. Die Lehrgangs- oder Unterrichtsteilnehmer sind nach kürzester Zeit sehr motiviert und haben schlichtweg Lust auf Herausforderung. In der Regel ist es nach einer ersten Einheit so, dass sie immer wieder nach weiteren Aufgaben fragen und sogar teilweise länger bleiben um die Lösung noch mitzubekommen. Der übrige Stoff wird dadurch ebenfalls leichter vermittelbar, weil die gespürte Atmosphäre beim Querdenken sich auf andere Lerninhalte und Settings überträgt. Oft lernt man Teilnehmer innerhalb und erst recht nach dem Querdenken von einer viel interessierteren und motivierteren Seite kennen.
Querdenken ist dabei nach meinen Erfahrungen ein ausgezeichnetes Vehikel Jugendliche und junge Erwachsene auf eine unterhaltsame Art den Glauben an sich und die eigenen Möglichkeiten zu vermitteln. Dieser Glaube ist oftmals im Gang durch die schulischen Instanzen und auf dem Weg der Ausbildungssuche verloren gegangen. Querdenken erfüllt dabei drei wesentliche Kriterien, die es zu einem "Energizer" machen, der insgesamt zu mehr Lust auf Leistung führen kann:
1. Bildungsunterschiede spielen keine Rolle...
D.h. gleiche Chancen für alle, die vermeintlichen Bildungsvorteile können sich hier sogar in Form eingefahrener Denkweisen als Nachteil erweisen. Alle starten bei Null.
2. Die Teilnehmer fühlen sich ernstgenommen...
Sie spüren, dass jemand an Ihr kreatives Potential und Ihre Problemlösungskompetenz glaubt.
3. Die Teilnehmer erfahren, dass eine Gruppe mehr ist als die Summer ihrer Teile...und das jede Reise mit dem ersten Schritt beginnt...
Viele der Querdenkeraufgaben erscheinen zunächst viel zu schwer, viel zu kompliziert, viel zu abwegig, kurz...unlösbar. Durch, abhängig von Aufgabentyp, erfolgendes Nachfragen, die Äußerung von Lösungsversuchen und Theorienbildung nähert sich aber jede Gruppe früher oder später der Lösung. Interessant ist dabei der Weg zur Lösung. Oft ist es so, dass einer etwas fragt, dann ein ganz anderer hierdurch angeregt einen Gedanken entwickelt und so weiter und so fort.... D.h. Jeder scheinbar noch so abwegige Beitrag hat auf seine Art seinen Anteil an der letztlichen Lösung, weil er wiederum bestimmte Gedankenprozesse bei anderen ausgelöst hat. Die Lösung ist somit immer ein Produkt der Gruppe und wäre ohne sie zumindest in der Form nicht möglich.
Abgerundet werden können solche Einheiten durch die ebenfalls in Form von Quizfragen vermittelbaren, auf den Karten enthaltenen motivierenden Theorie- Einschübe und Zitate. Angemerkt sei schließlich noch, dass selbstredend nicht alle 75 Karten gleich gut sind. Die Karten zum Entwurf von Produktideen (3 oder 4 Karten) hätte man sich in meinen Augen z.B. sparen können.