Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth, Neurologe und Rektor des Hanse-Wissenschaftskollegs in der Süddeutschen Zeitung, 11. April 2000
Münchner Merkur, 1.8.2000
Euro am Sonntag, 6.8.2000
Welt am Sonntag, 1. Oktober 2000
Handelsblatt, 10.10.2000
Die Welt online/ Berufswelt 23.10.2000
Men´s Health, November 2000
Kurzbeschreibung
Der Verlag über das Buch
Der Autor über sein Buch
Lieber Leser,
eines vorweg: Think Limbic verlangt viel von Ihnen. Sie müssen nämlich Ihr Denken gründlich auf den Kopf stellen. Und das ist wörtlich zu nehmen. Denn Think Limbic basiert auf den neuesten Erkenntnissen der Evolutionsbiologie, der Psychologie, sowie der Neurowissenschaften und der Gehirnforschung. Und fasst man alle diese Forschungsergebnisse zusammen, zeigt sich klar, dass nicht der Neorkortex (Großhirn) das eigentliche Machtzentrum in unserem Kopf ist, sondern das entwicklungsgeschichtlich ältere limbische System. Diese Gehirnregion wird umgangssprachlich auch als Reptilienhirn bezeichnet weil ähnliche Gehirnstrukturen bei Reptilien und fast gleiche bei Säugetieren zu finden sind. Das limbische System lenkt uns unbewusst mit drei Instruktionen - Balance - Dominanz - Stimulanz. Dieser Einfluss, zu 70 % unbewusst, erfolgt über Gefühle. Unser ganzes Denken und Handeln wird davon bestimmt. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Erstens: Wir müssen unser Bild vom rationalen und venünftigen Menschen aufgeben Zweitens: Die Unterscheidung in Emotio und Ratio ist sinnlos, weil unsere Emotionen auf einem Programm basieren, dass sich über Milliarden von Jahren im Sinne der Darwinschen Evolutionstheorie als höchst vernünftig erwiesen hat. Für den Alltag und für die Management-Praxis ergeben sich aus der Kenntnis des limbischen Programms viele Ansatzpunkte, die im Buch beschrieben werden: - Was motiviert Menschen wirklich? - Ist Karriere angeboren? - Was unterscheidet Frauen von Männern? - Wie macht man erfolgreiche Werbung? - Wie bindet man erfolgreich Kunden) - Wie kaufen wir ein? - Wie gehen wir mit Geld um? Darüber hinaus finden sich viele kurzweilige Betrachtungen, wie man anderen das Geld aus der Tasche ziehen kann, warum Business-Männer graue Anzüge tragen, warum sich Manager, Politiker, Gangster-Bosse ähnlich sind u.v.a.m. Kurz und gut: Think Limbic bietet eine spannende Reise durch das Unbewusste, das Gehirn und den (Management-)Alltag. Praxis-orientierte Leser, werden sicher genauso auf ihre Kosten kommen, wie wissenschaftlich Interessierte. Denn für die, die genauer wissen wollen, warum es Zeit für eine limbische Revolution ist, ist die zugrundliegende wissenschaftliche Literatur mit angegeben. Aber auch an solche Leser, die mehr an der Selbst-erkenntnis interessiert sind ist gedacht: Am Ende des Buches findet sich ein Test, mit dem das eigene limbische Persönlichkeits-Profil in wenigen Minuten ermittelt werden kann.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und freue mich auf Ihre positiven wie kritischen Anmerkungen gleichermassen. Denn Kritik ist vorprogammiert. Aber: Wer von allen sofort akzeptiert wird, hat nichts Neues zu sagen.
Herzlichst Ihr Hans-Georg Häusel
Klappentext
Wie Ihre Werbebotschaften sich einen Logenplatz in den Köpfen der Verbraucher sichern können.
Wie erfolgreiche Unternehmen das limbische System ihrer Mitarbeiter direkt ansprechen.
Woran man leistungsbereite und hochmotivierte Mitarbeiter erkennt.
Warum die klassischen Motivationstheorien (Maslow!) falsch sind.
Wie unser Gehirn wirklich funktioniert.
Think Limbic ist die Synthese von neuesten Forschungsergebnissen und moderner Kommunikationstheorie. Dieses Buch wird Ihnen helfen, die Menschen besser zu verstehen.
Umschlagtext
Was macht einen Mitarbeiter zum "high performer"?
Wie funktioniert erfolgreiche Werbung?
Think Limbic! - und Sie verstehen, warum Menschen so handeln müssen, wie sie es tun.
Das eigentliche Steuerungs- und Machtzentrum des Menschen liegt nicht in seinem Großhirn, sondern in einer entwicklungsgeschichtlich weit älteren Hirnregion, dem limbischen System. Deshlab wird dieser Teil des Gehirns auch "Reptilienhirn" genannt.
Dieses "Reptilienhirn" übernimmt durch limbische Befehle einen Großteil der Steuerungs- und Koordinationsaufgaben. Dabei werden die Verhaltensweisen bevorzugt, die sich in der Entwicklungsgeschichte des Menschen als erfolgreich bewährt haben.
Die Kenntnis dieser limbischen Befehle eröffnet ungeahnte Chancen in der Mitarbeiterführung, in Werbung und Marketing und natürlich im Zusammenleben mit der Spezies Mensch.
Über den Autor
Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Was Sie in diesem Kapitel erwartet
Von entscheidender Bedeutung ist natürlich die Frage, wie die unbewusste Steuerung eigentlich funktioniert. Die Antwort führt zu einer kleinen Revolution
im Gehirn: Nicht der Neokortex ist das Machtzentrum im menschlichen Kopf, sondern das entwicklungsgeschichtlich weit ältere limbische System - das so genannte Reptilienhirn. Dieser Gehirnbereich, in ähnlichen Strukturen wie beim Menschen auch bei Reptilien anzutreffen und in fast gleichen Strukturen bei allen Säugetieren, steuert uns unbewusst mittels Gefühlen. Das Ziel: Die Erfüllung der limbischen Instruktionen. Aber auch der als "vernünftig" bezeichnete Neokortex führt kein Eigenleben, sondern gehorcht den Gesetzen des Reptilienhirns.
Die meisten Menschen sind der festen Meinung, das Großhirn, genauer ausgedrückt der Neokortex als Sitz der Vernunft, sei die wichtigste und bestimmende Hirnregion des Menschen. Zugegeben - unser Neokortex ist wichtig, ob er aber die bestimmende Hirnregion ist, darf und muss bezweifelt
werden.Wenn wir nämlich den in Kapitel 1 begonnenen Gedankengang konsequent weiterführen und gleichzeitig alle Erkenntnisse der heutigen
Neurowissenschaften ohne Scheuklappen betrachten, kommen wir fast automatisch zu einem anderen Schluss, nämlich dem, dass unser Reptilienhirn
weit mehr Einfluss hat, als wir gemeinhin ahnen. Doch um diese Revolution im Kopf zu verstehen, und um diese geht es in diesem Kapitel, müssen wir uns etwas intensiver mit unserem Gehirn und mit den Ergebnissen der heutigen Neurowissenschaften beschäftigen.
Unser Rundgang durch das Gehirn beginnt am unteren Eingang, genauer im so genannten Rautenhirn und Mittelhirn (Abb. 1). Diese Gehirnregionen
steuern verschiedene Funktionen, beispielsweise die Kontrolle der Atmung, den Herzschlag, den Blutkreislauf, das Schlucken und die Verdauung. Im Mittelhirn liegen verschiedene Nervenzentren, die die sensorischen Informationen (Hören, Sehen, Tasten etc.) aufnehmen und an andere Gehirnbereiche
weitergeben. Ebenso liegen in diesen unteren Hirnbereichen Kerne, die für das Aktivitätsniveau des Menschen und auch den Schlaf- und Wachrhythmus wichtig sind. Über dem Mittelhirn sitzt das Zwischenhirn, zu dem auch Teile des limbischen Systems zählen.
Eine ganz besondere Rolle spielen der Thalamus und der Hypothalamus im Zwischenhirn (siehe auch Abb. 4). Im Thalamus werden die von den unterschiedlichen Sinnesorganen eingehenden Informationen bearbeitet und zur Weiterverarbeitung, Integration und Interpretation an höhere Gehirnzentren
gesandt. Der Hypothalamus, der unterhalb des Thalamus liegt, ist das wichtigste Zentrum bei der Regelung des inneren physiologischen Gleichgewichts. Hier werden auch wichtige Hormone gebildet, die erregend oder dämpfend auf den menschlichen Körper wirken. Im Hypothalamus finden sich auch der Temperaturregler des Körpers sowie Zentren zur Steuerung von Hunger, Durst und anderen lebenswichtigen Funktionen des Körpers wie Schlaf, Biorhythmus, Tag-/Nacht-Rhythmus etc. Auch die Sexualität wird im Hypothalamus gesteuert. Teile des Thalamus und der Hypothalamus zu dem noch weitere Areale und Kerne gehören, die teilweise neben oder unter Thalamus und Hypothalamus liegen. Doch davon später in diesem Kapitel mehr.Über dem limbischen System, unserem Reptilienhirn, liegt schließlich der Neokortex, dem wir uns jetzt zuwenden.