Trotz der eher negativen Bewertungen habe ich das Buch gekauft und - aus Neugierde gelesen. Und ich muss zugeben, die vorhandenen Rezessionen erfassen nicht annähernd die Überheblichkeit, mit welcher De Bono gebetsmühlenartig sich und seine Verdienste immer wieder in den Vordergrund rückt. Ebenfalls mit unermüdlicher Hartnäckigkeit wiederholt er durchgängig die "Fehler" des menschlichen Denkens, ohne dabei das dafür verwendete Vokabular großartig zu variieren. An sich beginnt das Buch spannend, doch schon bald stellt man fest, dass man z.T. ganze Absätze ohne sie lesen zu müssen rezitieren kann. Ob dies Absicht ist oder vom Autor in seiner Selbstherrlichkeit unbewusst so gehalten wurde, ist nur schwer festzustellen - Tatsache ist aber, dass man als mündiger Leser bald die Lust auf "Mehr" verliert.
Zwei Sterne gebe ich trotzdem, denn einige gute Denkansätze sind vorhanden. Allerdings hätte De Bono diese auch in einer Fassung mit 1/3 an Inhalt leicht zusammenfassen können. Anstatt der vielen Selbstbeweihräucherungen hätte ich es für sinnvoller gehalten, mehr auf die vorgestellten Kreativitätstechniken einzugehen. Diese wurden durchwegs nur oberflächlich behandelt und verlangen daher vom Leser viel Kreativität ab, um sie im täglichen Leben anwenden zu können. Immerhin, vier "Denkmodelle" konnte ich im Ansatz mitnehmen. Durch die große Schrift und dem leichten Stil lässt sich das Buch auch sehr rasch lesen.
Mein Urteil am Ende - wer nichts besseres zu lesen hat, der findet mit diesem Buch zumindest eine Beschäftigung. Für eine Weiterempfehlung fehlt mir allerdings die Überzeugung.