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23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Selbsthilfebuch der sarkastischen Art, 25. Januar 2008
Der amerikanische Satiriker Stephen Colbert schrieb auf die Rückseite seiner letztjährigen Veröffentlichung "I Am America (And So Can You)": "A great read! I laughed, I cried, I lost 15 pounds! I cannot recommend this book highly enough." Ich persönlich habe beim Lesen dieses Buches nicht so viel geweint, und vielleicht sogar etwas zugenommen. Gelacht habe ich, das stimmt, sehr sogar, doch jene anderen Kritierien erfüllte das Buch nicht. Sollte es auch nicht, ist ja klar.
Mit "Things The Grandchildren Should Know" hat Singer-/Songwriterlegende Mark Oliver Everett (ein Mann genannt "E") der Band "EELS" nun eine Autobiographie veröffentlich, die "I Am America" rein mathematisch übertrifft: Man nimmt zwar auch hier nicht ab, doch kann es vorkommen, dass einem das Lachen, das auf einer Seite begonnen hat, auf der anderen Seite im Hals stecken bleibt. Man weint, man lacht, man fühlt sich wundervoll nachdem man mit der Lektüre dieser 246 Seiten durch ist.
Der "Kurt Vonnegut des Rock" (Rolling Stone) erzählt in diesem Buch die Geschichte seines Lebens und Schaffens, das von Beginn an von Schicksalsschlägen begleitet worden ist: Der Vater stirbt sehr früh, einige Jahre darauf folgt E's Schwester, schließlich E's Mutter und auf einmal ist Mr. E der letzte verbliebene Everett. Darüberhinaus ist der Tod auch außerhalb seiner Familie ein ständiger Begleiter in seinem Leben, zuletzt denkt auch er an Selbstmord. Doch die Musik, seine einzige Leidenschaft, hält ihn am Leben, er geht nach Los Angeles, wird nach einigen Jahren entdeckt, veröffentlich im Laufe der Jahre mehrere erfolgreiche Rock-Alben und wird zum Liebling der Kritiker.
Durch einen wundervoll direkten Schreibstil gestärkt, liest man mit "Things The Grandchildren Should Know" mehr als nur die nächste Autobiographie eines Pop-Künstlers, vielmehr ließe sich dieses Werk auch als brillante Prosa mit verunsichertem Ich-Erzähler betrachten, die einen zum Schluss hin als schlaueren Menschen zurücklässt, der soeben von einer erfahrenen Persönlichkeit beigebracht bekommen hat, wie sie selber mit den schlimmsten und allerschlimmsten Schicksalsschlägen konfrontiert worden ist, doch trotzdem (oder gerade deswegen) als gereifter Mensch dasteht.
Für Fans der Band "EELS" ohnehin ein Muss, da hier natürlich auch auf die Entstehungsgeschichte eines jeden Albums eingegangen wird, bietet diese Autobiographie darüberhinaus die Stütze, die einem alle Selbsthilfebücher der Welt nicht geben können (nicht, dass ich mit ihnen Erfahung hätte), und das mit einer stets vorhandenen Prise Sarkasmus.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Autobiographien sind meistens schrecklich, ABER:, 21. Juni 2009
Wer die Eels mag und kennt, der kennt E, alias Mark Oliver Everett, den Kopf und Körper der Band. Und kennt seine Texte, teils verworren, dann wieder wunderschön einfach und ehrlich. Sie machen neugierig auf mehr, auf den Mann hinter diesen Worten und diese Neugier kann nun endlich mit diesem Buch befriedigt werden.
Wer die Sprache halbwegs beherrscht, sollte "Things The Grandchildren Should Know" auf englisch lesen - nichts gegen die Übersetzung, sie ist gut, aber seine eigenen Worte sind besser.
Von seinen ersten Erinnerungen der Kindheit über den Zufall, dem er sein erstes Instrument, ein Kinderschlagzeug, und die Liebe zu generell allen Kinderinstrumenten verdankt bis hin zu den wirklich wichtigen Menschen in seinem Leben, ihrem Einfluss, ihrem Verfall und der Trauer um sie beschreibt er seinen Werdegang. Sein unstillbarer Hunger nach Musik, seine Vorliebe für verrückte Frauen, die lange Suche nach einem Plattenvertrag - mit zusammengebissenen Zähnen verfolgt man E auf seiner Reise und legt das Buch erst wieder weg, wenn man mit ihm zusammen durchlebt und erlitten hat, wofür Andere wahrscheinlich eher fünf Leben gebraucht hätten.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Meister im Rückschläge Überwinden, 12. Februar 2009
Wer es geschafft hat, den Tod seiner ganzen Familie und mehrerer enger Freunde zu überwinden und zu verarbeiten, der muss ein ungemein starker und reflektierter Charakter sein. Allein der bloße Lebenslauf, den man auf der englischen Wikipedia nachlesen kann, würde es also rechtfertigen, diese Autobiographie zu lesen.
Aber wenn man dann noch seine Musik kennt, sein lyrisches Genie (welches in seiner Explizitheit einzigartig ist) kennt, dann ist dieses Buch ein Muss.
Es ist nicht spektakulär, es gibt keine allumfassende Handlung, es fehlen akkurate Personenbeschreibungen, es gibt lediglich die kleinen Weisheiten eines Mannes, der schon viel erlebt hat, im Positiven, wie im Negativen.
Hinzu kommt, dass hier auf die Entstehungsgeschichte jedes Albums eingegangen wird und man als Bewunderer der Musik ein wenig hinter die Kulissen blicken kann und so ein bisschen mehr von den Texten versteht. Warum heißt der Electro-Shock-Blues so? Was betrachtet E selbst als sein traurigstes Lied? Wer ist der Souljacker?
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