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Als Endrundenkandidat für den Pulitzerpreis 1990 und den National Book Critics Circle Award zieht The Things They Carried eine feine, aber entscheidende Demarkationslinie zwischen den früheren Werken von Tim O'Brien über Vietnam -- die Biographie If I Die in a Combat Zone und die Erzählung Going After Cacciato und diesem klugen, fast schon Halluzinationen hervorrufenden Buch, das weder biographisch noch erzählerisch noch eine Sammlung von Kurzgeschichten ist, sondern vielmehr eine kunstvolle Kombination dieser drei.
Vietnam ist noch immer sein Thema, doch in diesem Buch scheint er weniger an dem Krieg an sich interessiert zu sein, als an den unzähligen Perspektiven, aus denen er den Krieg beschreibt. Going After Cacciato spielte mit der Realität, The Things They Carried spielt mit der Wahrheit. Der Erzähler der meisten Geschichten ist Tim, obwohl O'Brien offen zugibt, daß viele der Ereignisse, die er in seiner Sammlung beschreibt, nie wirklich passiert sind. Er hat niemals einen Mann getötet, wie Tim das in "Der Mann, den ich tötete" tut. Und er hat keine Tochter, die Kathleen heißt, wie Tim in "Ambush". Doch nur, weil eine Sache nie wirklich passierte, ist sie nicht weniger wahr. In "Auf dem verregneten Fluß" reist die Figur Tim O'Brien, nachdem er den Einberufungsbefehl erhalten hat, an die kanadische Grenze, wo er sechs Tage mit einem alten Mann, Elroy, in einer verlassenen Hütte verbringt. Während dieser Zeit ringt er um die Entscheidung, ob er sich drücken oder in den Krieg ziehen soll.
Der echte Tim O'Brien ist nie nach Norden gefahren und hat in einem Fischerboot einige hundert Meter von der kanadischen Grenze entfernt über eine Entscheidung gegrübelt. Der echte Tim O'Brien stieg ruhig in den Bus nach Sioux Falls und wurde in die United States Army einberufen. Doch die Wahrheit von "Auf dem verregneten Fluß" liegt nicht in den Tatsachen, sondern in der Echtheit der beschriebenen Erfahrung: Beide Tims zogen in einen Krieg, an den sie nicht glaubten, beide hielten sich deshalb für Feiglinge. Jede Geschichte in The Things They Carried erzählt von einer anderen Wahrheit, die Tim O'Brien in Vietnam gelernt hat. Diese verschwommene Linie zwischen Wahrheit und Realität, zwischen Fakten und Fiktion, machet dieses Buch unvergeßlich. --Alix Wilber
A finalist for both the 1990 Pulitzer Prize and the National Book Critics Circle Award, The Things They Carried marks a subtle but definitive line of demarcation between Tim O'Brien's earlier works about Vietnam, the memoir If I Die in a Combat Zone and the fictional Going After Cacciato, and this sly, almost hallucinatory book that is neither memoir nor novel nor collection of short stories but rather an artful combination of all three. Vietnam is still O'Brien's theme, but in this book he seems less interested in the war itself than in the myriad different perspectives from which he depicts it. Whereas Going After Cacciato played with reality, The Things They Carried plays with truth. The narrator of most of these stories is "Tim"; yet O'Brien freely admits that many of the events he chronicles in this collection never really happened. He never killed a man as "Tim" does in "The Man I Killed," and unlike Tim in "Ambush," he has no daughter named Kathleen. But just because a thing never happened doesn't make it any less true. In "On the Rainy River," the character Tim O'Brien responds to his draft notice by driving north, to the Canadian border where he spends six days in a deserted lodge in the company of an old man named Elroy while he wrestles with the choice between dodging the draft or going to war. The real Tim O'Brien never drove north, never found himself in a fishing boat 20 yards off the Canadian shore with a decision to make. The real Tim O'Brien quietly boarded the bus to Sioux Falls and was inducted into the United States Army. But the truth of "On the Rainy River" lies not in facts but in the genuineness of the experience it depicts: both Tims went to a war they didn't believe in; both considered themselves cowards for doing so. Every story in The Things They Carried speaks another truth that Tim O'Brien learned in Vietnam; it is this blurred line between truth and reality, fact and fiction, that makes his book unforgettable. --Alix Wilber -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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