Man kann wirklich nicht sagen, Thilo Sarrazin gehe Konflikten aus dem Weg. Vielmehr schafft er sie sich sogar selbst - zum Beispiel mit seinen Empfehlungen für Hartz-IV-Empfänger, seinen eigenen Nebenjobs oder unverblümten Äußerungen über Türken und Araber in Berlin in "Lettre International". In seinem 2010 erschienenen Buch "Deutschland schafft sich ab" schreibt er über missglückte Integration, Islamisierung und vermeintliche genetische Unvereinbarkeiten und löst damit heftige Diskussionen aus. Der berufliche Weg des Dr. rer. pol. Sarrazin (geboren 1945 in Gera) führte ihn 2009 nach sieben Jahren als Finanzsenator in Berlin in den Vorstand der Bundesbank. Wegen seines umstrittenen Buches fiel er in Ungnade und musste den Vorstandsposten 2010 räumen.