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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
45 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Mutter aller Konzeptalben,
Rezension bezieht sich auf: Thick As a Brick (Audio CD)
Wenn es ein Album gibt, das den Status der absoluten Perfektion erreicht hat, dann ist es das geniale Thick as a Brick. Hier stimmt einfach alles, es gibt nichts, aber auch gar nichts auszusetzen. Die Tempiwechsel, die fliessenden Übergänge, die clever arrangierten Breaks und Solis, der inbrünstige Gesang, das akzentuierte Spiel der Querflöte, die kreativ-verspielten Drums, die klassischen Klavier-, Orgel- und Cembalosoli, sowie die mal fetzige, mal melodische E-Gitarre, alles stimmt perfekt in diesem aus einem einzigen Song bestehenden Album, alles geht perfekt ineinander über, das Konzept ist wohl durchdacht, sowohl textlich als auch musikalisch, und die Atmosphäre ist stimmig. So muss Musik klingen, auch wenn sie im Falle von Thick as a Brick anstrengend hochgradig kompliziert und in sich selbst verschlüsselt ist. Eingeleitet wird dieses musikalische Kabinettstückchen durch ein moderates und dezentes, folkloristisches und unbekümmertes dreiminütiges Intro aus Akustikgitarre, Klavier und Flöte, welche noch nicht im Geringsten erahnen lässt, welcher Parforceritt und Artrock-Overkill einen dann erwartet: Bombastisch und ergreifend. Flötenderwisch Anderson scheint einen an die Hand zu nehmen und einen wie auf einer Reise zu begleiten, welche abenteuerlich ist und wie im Fluge vergeht. Mal sehr schnell und rasant, dann getragen und hypnotisierend träge, mal ruhig, mal agressiv.Wer bereit ist, diese Herausforderung anzunehmen, wird sehr schnell entlohnt mit genialen Melodien, die einem, trotz des hohen Komplexitätsgrades nicht mehr aus dem Kopf gehen. Wenn man Zeit investiert und durch nichts abgelenkt ist, geht man beim Hören völlig im Album unter; es lohnt sich übrigens dabei den Text des Liedes mitzulesen und vollkommen in dieser genialen Geschichte abzutauchen. Text, Booklet und Musik verschmelzen zu einem homogenen, aber niemals monotonen Ganzen. Die Fertigstellung des Coveratrworks und des Booklets, in welchem es viele versteckte und durchdachte Querverweise auf den Inhalt des Textes gibt, die es erst zu finden gilt, dauerte laut Anderson länger, als die Aufnahme des Songs an sich. Das verleiht dem Album als Ganzes eine enorme Hintergründigkeit und Tiefe, denn nicht nur die an sich schon geniale Musik macht die Faszination dieses Albums aus, sondern auch das künstlerische Drumherum und der Humor, den die Band an den Tag legt. Ein Pflichtkauf für jeden, der von der in den Massenmedien verbreiteten Vorstellung von Musik genug hat und nun endlich etwas Substanzvolles hören will. GÖTTLICH und sehr STILVOLL ! Ich wage es, mir anzumassen zu behaupten, dass Ian Anderson, wenn es einen MUSIKNOBELPREIS gäbe, diesen für diese geniale Komposition verdient hat. Perfekter und vollkommener kann Musik nicht sein. KAUFEN ! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der erste grosse Wurf - Act One !,
Von
Rezension bezieht sich auf: Thick As a Brick (Audio CD)
Die ersten Alben sind schon überdurchschnittlich gut, und das Vorgängeralbum "Aqualung" (1971) ist ein Meilenstein - gar keine Frage, aber mit „Thick as a brick" wird hier das erste Mal der charakteristische, über Jahre sich weiter entwickelnde Gruppensound der britischen Band „Jethro Tull" um den damals 25-jährigen Ian Anderson vorgelegt, ein auch noch nach über dreißig Jahren hochgradig ambitioniertes und frisches Stück Musikgeschichte, frei von jeglicher intellektueller Art-Rock Mentalität diverser anderer Bands zu dieser Zeit. Das Ganze gut bis sehr gut remastered mit einigen Problemen hinsichtlich des Lautstärkeabgleichs zu Beginn der CD im Verhältnis zum Rest.„Thick as a brick" ist ein zweigeteiltes, ca. 44-minütiges Konzeptalbum, was zu Beginn der Siebziger an sich nichts ungewöhnliches ist. Ungewöhnlich allerdings ist der Stil, genauer gesagt der Mix aus unterschiedlichen Stilrichtungen mit einer Querflöte im Zentrum. Eine derartig organische, mitunter etwas sperrige Verbindung aus Folk, Rock und Klassik, garniert mit etwas Blues und noch seltener Jazz, hatte es bis dato noch nicht gegeben und ist bis zum heutigen Tage noch von keiner anderen Band kopiert worden. Vermutlich würde dieser Versuch schon wegen der unverwechselbaren und variantenreichen Stimme von Bandleader Ian Anderson im Ansatz scheitern. Denn diese vokale Bandbreite - von folkloristisch-mittelalterlich-zuckersüßem Minnegesang mit theatralisch anmutendem Stimmbänder-Fitness-Gebaren bis hin zur ätzenden, aggressiven Meckerziegen-Rockröhre, die dringend einer Nebenhöhlenspülung bedarf - habe ich seither nie wieder gehört. Viele „Heeheeheeheeheels" und Hahahahaahaars" und / oder ein einfaches „Mhm" - diese Stimme fasziniert und überträgt eine schier unglaubliche Fröhlichkeit, obgleich man, wenn man „Jethro Tull" und vor allem die Bühnenpräsenz von Anderson erlebt hat, schon merkt, dass man als Fan ab und an reichlich verspottet wird. Aber das macht nichts, da Anderson bei vielen Gelegenheiten seiner Performance sich auch gern selbst auf den Arm, also beileibe nicht zu ernst nimmt. Den Song „Like a tall thin girl" von einem späteren Album während eines Konzerts wie folgt anzumoderieren: „This is a song about two „dolphins" during a sexual act", sagt eigentlich alles. Wie schon einer der Vorrezensenten richtig bemerkte: Very British, very Tull. Dem kann ich nur hinzufügen, dass es viel Spaß machen kann, einem musikalischen Rattenfänger zu erliegen - ersaufen auf verdammt hohem Niveau !! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Meisterwerk,
Von Rock Tullie "kruegernils" (Bedburg-Hau, NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Thick As a Brick (Audio CD)
Ich habe lange überlegt, was ich in einer Rezension zu Thick as a Brick so alles schreiben würde. Nun denn alles ansprechen kann man nicht, die Album ist so vielfältig, wie es kein zweites gibt. Leider ermöglich es Amazon nicht, die Sternezahl zu erhöhen. Selbst 6 Sterne sind noch zu wenig. Musikalisch festlegen lässt sich die Scheibe zu keiner Zeit. Sie hat starke Progelemente, Rock und Acoustic wechseln oft, ebenso Tempi und Rythmus. Wie die meisten Rezensenten auch schon dargestellt haben, besteht Thick as a Brick aus einem einzigen durchgängigen Stück Musik, welches wegen der begrenzten LP-Kapazität im Jahre 1972 in der Mitte geteilt werden musste. Eröffnet wird die Scheibe mit dem akustischen Riff, welches als Thema bis zum Ende immer wieder auftaucht. Diese Eröffnung ist dem geneigten Konzertgast von Jethro Tull wohlbekannt und geht nach drei Minuten ziemlich knackig in eine Rocksequenz über, die auf der Platte auch noch zwei oder drei Mal auftaucht. Diese Rocksequenz mündet schließlich in eine der schönsten Melodien, die ich kenne. Wenn man den Song herausschneiden würde, müsste man in Poet and Painter nennen. Ende der 70er war dieser Teil auch noch Gegenstand der Livedarbietung, fiel später aber wohl und bedauerlicherweise dem Zeitmanagement eines Konzerts zum Opfer. Nach Poet and Painter kommt der Keyboardlauf, der auch heute noch die Fans mit der Zunge schnalzen lässt, die Strophe mit "I come down from the Upper Class". Anschließend wird wieder in ein akustisches Segment geführt, das das bekannte Eröffnungsthema hat, aber nur kurz, da der dann folgende Part ein eigenständiges musikalisches Thema hat. Die ursprüngliche Seite 1 der LP wird dann mit bekannter Rocksequenz abgeschlossen, wohl ist es hier deutlich anders arrangiert. Die Seite 2 beginnt, wie die erste aufgehört hat und mündet dann wieder in die bekannte Rocksequenz, hier aber nicht umarrangiert. Dieser Part gerät dann wohl etwas länger mit einem Drumsolo als Höhepunkt. Anschließend gibt es als roten Faden wieder das Thick as a Brick Akustikriff, welches aber wieder "nur" eines jener Jethro Tull Stücke auf akustischer Basis einleitet, das eine dieser begnadeten Melodien hat. "Do you believe in the Day" sei hier als Stichwort für den Fan genannt. Danach kommt dann ein wieder stärker rockangehauchtes Stück mit ganz starkem Rythmus und deutlicher Keyboarddominanz. In der Mitte dann ein Flötensolo vom Feinsten. Dieser Part ist auch wieder etwas länger geraten, aber sehr abwechslungsreich. Danach mündet er in den Schluss, und wen wundert´s, das Ende ist wie der Anfang mit dem Schlusssatz "And you wise men don´t know, how it feels to be thick as a brick". Wörtlich übersetzen kann "Tick as a Brick" jeder, sinngemäß heißt es "dumm wie Bohnenstroh". Ian Anderson schrieb damals den Text ganz humorvoll aus der Sicht eines Achtjährigen. Um die Verwirrung komplett zu machen, taucht dieser Junge auch in den Credits als Texter auf. Das Album war eine humorvolle Umsetzung eines sogenannten Konzeptalbums und ein kleiner Seitenhieb für alle, die Aqualung schon für ein solches gehalten haben. Aber egal, "dumm wie Bohnenstroh" ist "Thick as a Brick" nicht, es ist Jethro Tull`s Meisterwerk und trotz späterer Spitzenalben nie wieder erreicht. Und abschließend ein kleines Lob an diese Remasteredversion, die Ausstattung und das Cover entsprechen der 1972er Veröffentlichung, was die beigefügte Zeitung betrifft. Die Zugaben wie die Livedarbietung aus dem Madison Square Garden von 1978 und das Interview mit Ian, Martin und Jeffrey aus dem Jahre 1997 (?) sind sehr schön. Die Original-LP ist heute wohl kaum bezahlbar, wenn sie in einem entsprechenden Zustand ist.
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