Dies nur als Einführung: Primus, das sind LES CLAYPOOL (Bass, Gesang- wobei er, wie er selbst weiß, nicht der beste Sänger ist), LARRY LALONDE (Gitarre) und der Schlagzeuger TIM ALEXANDER. Alle drei sind absolute Genies an ihren Instrumenten und begnadete Musiker; Claypool besitzt nicht umsonst den Ruf, einer der besten Rockbassisten unserer Zeit zu sein. 1984 gründeten sie PRIMUS- nicht etwa um berühmt zu werden, sondern einfach nur aus Freude an der Musik. Wirklich bekannt sind sie heute, nach mehr als 25 Jahren Bandgeschichte, 6 Studioalben, 3 Live-DVDs und 4 EPs immer noch nicht wirklich.
Doch PRIMUS zeichnen sich nicht nur durch ihre verschachtelten Songs, sondern auch durch ihren skurrilen Humor aus, der sich schon in Songtiteln wie "
Wynona's Big Brown Beaver" oder "
Those Damned Blue-Collar Tweekers" bemerkbar macht, vor allem aber in den einfach fantastischen Songtexten. PRIMUS können, im Gegensatz zu so vielen anderen Künstlern, über sich selbst lachen: Ihre Bewunderung für die Band drücken Fans- nach einer Anregung von Claypool persönlich- mit dem Spruch "Primus Sucks!" aus. Diese Best Of-CD erscheint sowieso "for our financial benefit", wie die Band auf dem Schiebecover augenzwinkernd zugibt. Der Vordergrund des Booklets zeigt dagegen nichts anderes als einen verpackten Käse.
Das Material auf der CD ist glücklicherweise alles andere als das: Die 16 Songs liefern einen gelungenen Querschnitt über das bisherige Schaffen der Band. Einzig schade ist, dass das von vielen Fans (nicht von mir) als Enttäuschung befundene "
Antipop"-Album hier nur einmal vertreten ist und vom Live-Debutmitschnitt "
Suck on this" gar kein Song hier drauf ist. Das fällt aber nicht weiter schlecht auf, da ein Klassiker den nächsten jagt: von "To Defy..." bis zum sehr schönen "Mary the Ice Cube" gefällt jedes Lied.
ABER ACHTUNG: Beim ersten Hören hört sich alles unglaublich schlecht produziert und atonal an, was allerdings durchaus beabsichtigt ist!!! Also gebt der Platte mehrere Versuche, sie wird bestimmt nicht sofort zünden. Wenn dann allerdings im Gehirn der PRIMUS-Schalter endlich umgelegt ist, kommt man von dieser Musik nicht wieder los.
ANSPIELTIPPS: "My Name is Mud" und "Mr. Krinkle" vom "
Pork Soda"-Album dürften noch am eingängigsten sein. Ich habe sie beim ersten Hören als die besten Stücke empfunden. Ach ja, und viel Spaß beim Zähneausbeißen an der "schrecklichen" Kurt Cobain- Hommage "
Coattails Of A Dead Man". Da braucht es sehr lange, bis man sich dran gewöhnt und den Song lieben lernt. Fazit: Kauft nichts von Primus, ohne genau zu wissen, worauf ihr euch einlasst, sonst kann die Enttäuschung groß sein!
Obwohl, ich revidiere meine Meinung, eigentlich niemand dieses Album kaufen sollte, denn es ist einfach nur schlecht. Grottenschlecht! Ein fürchterliches Rumgequietsche dreier exzentrischer Wichtigtuer! Ein dreckiger, riesiger Haufen Schrott! Primus Sucks.