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Die Armut der Flüchtlinge im Osten und der Reichtum im Westen führt zu neuen Ausbeutungen und Krankheiten in den Slums. Kulte und Religionen, Amazonenstämme bildeten sich und bieten den Armen eine Zufluchtstätte in der unwirklichen Realität dieser Zukunftsvision.
Aber Thetis. Anderswelt ist kein einfach zu lesender Science-fiction-Roman, sondern eine literarische Melange von SF-Versatzstücken mit phantastischen Elementen, Märchen und Parabeln. Und so findet man als Leser keine lineare Handlung vor, sondern wird mit fließenden Übergängen zwischen den Ebenen des Romans konfrontiert, die den virtuellen Übergang der Hauptperson Hans Deters so auch erzähltechnisch widerspiegeln. Alban Nikolai Herbst verändert dafür als Autor auch die Sprache und paßt sie den Bedürfnissen des Romans an.
In seiner Verwendung von SF-Elementen erinnert der Roman an die Romane und Kurzgeschichten von Ady Henry Kiss (Manhattan II, Baker's Barn und Atlantic City, oder Norman Ohlers Die Quotenmaschine.
Thetis. Anderswelt wurde im September 1999 mit dem Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar ausgezeichnet. --Florian Breitsameter -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
treibt Hans-Erich Dieters um. Da flaniert er durch die Stadt, und ihm scheint, als riefen die Hauswände: "Das hier könnte auch Paris sein! Oder Los Angeles! Oder Buenos Aires!" Noch glaubt Dieters, daß sein Kopf spinnt, da reißt ihn eine Unbekannte aus der Realität in die Anderswelt: "Komm ins Cafe Samhain und warte auf mich." Dieters rennt gleich hin, die Schöne aber läßt sich Zeit. So sitzt er also. Denkt weiter nach über die Geschichte einer computerisierten Anderswelt-Stadt. Und merkt nicht, wie sich das Kaffeehaus langsam mit den Gestalten seiner Phantasie füllt. Eine feine Idee von Autor Herbst; sprachlich allerdings ist sein Wälzer gewöhnungsbedürftig.
©Konr@ad -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bedrückend-beeindruckend!!!,
Rezension bezieht sich auf: Knast-Tagebuch (Taschenbuch)
Der ganz minimale Wermutstropfen vorab: Ein professioneller Lektor würde am vorliegenden Buch sicherlich noch ein bisschen herumdoktern: Rechtschreibung und Zeichensetzung bedürften an einigen Stellen des Buches einer Korrektur, zudem wäre ein professioneller Satz sicherlich ansprechender
Das tut aber weder der Wichtigkeit noch der Spannung dieses Buches einen Abbruch (daher auch die maximale Sternzahl). Birgit Schlicke erzählt autobiographisch, wie sie mit der brutalen Diktatur der DDR aneinander geriet. Ein Ausreiseantrag, einige Briefe ins "westliche Ausland" und an die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte in Frankfurt waren für das SED-Regime Grund genug, nicht nur ihren Vater, sondern auch sie selbst in Stasi-Untersuchungshaft zu nehmen (sie hatte die Briefe auf ihrer Schreibmaschine getippt). Dort erlebt sie widerwärtigen Zynismus und ungeheuren psychischen Druck. Von der Rechtsstaatlichkeit, die die DDR nach außen hin so gern vorgaukelte, keine Spur - was auch in ihrem Gerichtsverfahren deutlich wird. Das Urteil entspricht exakt der Forderung des Staatsanwaltes, sogar als Urteilsbegründung wird die Anklageschrift weitestgehend übernommen. Als "Langstraferin" mit einer Haftstrafe von mehr als 2 Jahren ohne Bewährung kommt Birgit Schlicke in einen Knast für Schwerverbrecherinnen. Die folgende Zeit ist für sie die Hölle. Was hat sie, die doch nichts weiter wollte als ihr Land zu verlassen, unter Mörderinnen und Räuberinnen zu suchen? Erst die Wende am Ende des Jahres 1989 bringt für sie die lang ersehnte Entlassung aus der politischen Haft der grausamen Diktatur. Ich habe dieses Buch in zwei Tagen durchgelesen - und in dieser Zeit jede freie Minute zum Lesen genutzt. Die autobiographischen Schilderungen von Frau Schlicke sind ungeheuer spannend und gleich in mehrfacher Hinsicht ein beeindruckendes Zeugnis: Ein Zeugnis der Widerwärtigkeit der Diktatur, aber auch ein Zeugnis ihres stellenweise unglaublich starken Willens und der Kraft, die ein Mensch auch in der scheinbar ausweglosesten Situation aus dem christlichen Glauben ziehen kann. So werden die Schilderungen abgerundet durch Zitate aus der Bibel und prominenter Glaubenszeugen wie Theresa von Avila oder Dietrich Bonhoeffer. Das Buch ist unschätzbar wichtig und sollte jedem zu lesen gegeben werden, der die DDR immer noch für das "bessere Deutschland" hält. Die Tatsache, dass sich für dieses beeindruckende Buch offenbar kein Verlag fand und es daher bei "Books on demand" erschienen ist, ist nichts weniger als eine Schande für das deutsche Verlagswesen. Auch und gerade deshalb würde ich für das Buch von Birgit Schlicke am liebsten noch einen sechsten Stern vergeben. * Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr zu empfehlen,
Von Gerhard B. (Palm Cove/ Australia) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Knast-Tagebuch (Taschenbuch)
Die Autorin hat mit sehr beeindruckender Sachlichkeit und Detailiertheit Ihre Erlebnisse im Zuchthaus Hoheneck niedergeschrieben.
Fuer mich ein Meisterwerk des Details... Auch ich war in politischer Haft in einem ostdeutschen Zuchhaus, und auf einmal hatte ich den Zuchthausgestank wieder in meiner Nase, hoerte ich das Rasseln der Schluessel beim Aufschliessen der Zellen, fror wie sie waehrend der Transporte und spuerte die Ohnmacht und Hilflosigkeit innerhalb der Mauern der Grausamkeit. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Verfolgung in der DDR,
Rezension bezieht sich auf: Knast-Tagebuch (Taschenbuch)
Dieses persönliche Buch ist sehr bewegend und beschreibt auf eindringliche Art die Stasi-Verfolgung und die Zustände im Frauengefängnis Hoheneck. Ich empfehle das Buch allen, die sich für die Zustände in der DDR bis 1989 interessieren und auch vor allem jenen, die die DDR heute (wieder) durch eine rosa Brille wahrnehmen.
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