Ein Typ wie Nutini ist der feuchte Traum jedes Produktmanagers; eine größere Chance auf einen Selbstgänger gibt es kaum. Der Schotte italienischer Abstammung ist jung (erst 19) und auf feminine Weise hübsch, seine Stimme hat die Rauheit des Erwachsenen und zugleich die schmachtende Energie eines Teenagers, der weiß, dass ihm die Welt offensteht. Und zu allem berfluss schreibt das Wunderkind die Songs auch noch selber, weshalb man ihm keine teuren Produzententeams an die Seite stellen muss. Hach, seufzt da jeder Produktmanager, die Teenies seufzen vieltausendfach mit, und sogar Musikkritiker ziehen erstaunt die Brauen hoch. Denn Nutinis Debütalbum hat Klasse; hier droht eine große Karriere. Die meisten seiner zwischen epischem Songwriterpop und Soul angesiedelten zehn Songs über Gefühle und Stimmungen packen dich schnell mit geschickter Melodik, und Nutinis inbrünstiger Gesang bringt fast jede Songidee mühelos ins Ziel; das auf einem dunklen Gitarrenriff reitende "Jenny don't be hasty" ebenso wie der Skifflepop von "Alloway Grove", nur das langweilige "Living in the Past" nicht. Die Ballade "Last Request" aber müsste James Blunt eigentlich aus den Charts fegen. (mw)
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