Gut, man hat ja etwas moderner klingende Sachen freudig zur Kenntnis genommen, Esbjörn Svensson z.B. oder das neueste Werk von Brad Mehldau. Allerdings: Dies ist eine andere Baustelle. Das ist klassisches Pianotrio mit Rockenergie, mit einer gewaltigen Lautstärke und dazu mit Humor. Ethan Iverson (p), Reid Anderson (b) und Dave King (dr) sind handwerklich supergute Musiker, die ihr Können komplett in den Dienst eines sehr speziellen, rauhen Gesamtsounds stellen. Dieses Trio klingt wie kein anderes, erinnert nicht mal entfernt an irgendwen dagewesenes. Das liegt nicht nur an den Coverversionen, sondern vor allem an den Originals, sperrig-schöne Stücke mit schrägen Themen und viel Mut zum Seltsamen. Absolut empfehlenswert, und: Auch der Nichtjazzer wird es mögen. Gleichzeitig wird der Jazzer, so er aufgeschlossen ist, feststellen müssen: Mit Sicherheit der Jetztzeit angemessener als die 3627. Einspielung von Bebopklassikern oder Bill-Evans-Material.