Das Material kam gut verpackt an.
Kurz ausgewaschen und innerhalb von 1 Min. sind die angelieferten Teile zusammengesteckt. Die kleine Verschraubung , hat intern einen kleinen O-Ring drin und wird nur von Hand normal angezogen. Eine kleine Bedienungsanleitung mit ersten Tipps liegt als Faltblatt bei.
Die Anlage sieht schick aus! Ich habe mal 4 Kundenbilder beigefügt. Die Größe des Kessels hat in etwa bauchigen Grappaflaschencharackter und die des Kühlers eher so die eines Kaffeepottes.
Die Anlage ist auf Grund ihrer in Deutschland zugelassenen Größe vermutlich eher für Reste aus der Hausbar , anstatt für Maische geeignet. Daher habe ich zwecks Test mal den Rest-Riesling aus dem Kühlschrank eingefüllt, ca. 0,4 L. Etwas Eis in den Kühler und den Brenner mit Spiritus gefüllt und los ging es. Nach ca. 2 Min. steigt das Thermometer an und endet nach 4-5 Min. bei fast 100 Grad. 85 Grad währen aber günstiger, hier muss man etwas experimentieren. Zwischenzeitlich dampft und tropft es aus dem Kühler langsam raus. Die ersten Tropfen werden mit der kleinen Kupferkanne aufgefangen und entsorgt (Vorlauf). Danach kommt das silberne Töpfchen unter den Ausguss drunter. Das silberne Töpfchen war nach weiteren 10 min fast voll, danach kam der Nachlauf (mehr Wasser als Alkohol).
Also meine Ausbeute aus 0,4 L Riesling-Wein war so ein normaler "Kurzer". Der war aber sehr stark, bewegte sich so geschmacklich im "Geistbereich" geschätzt 60-70 % ! Den kann man dann wieder verdünnen und erhält etwa einen normalen "Doppelten".
Beim 2. Versuch mit Likör-Resten war der Ertrag deutlich höher, so in etwa ein 3/4 Sektglas (75 ml) kam heraus. Hier habe ich vorher die Kühleröffnungen mit Kork zugestopft und kaltes Wasser eingefüllt und die Temperatur bei ca. 90 C gehalten, außerdem hat Likör etwas mehr Volumenprozente als Wein. Das hat es gebracht.
Fazit:
Wie erwartet war es eher ein Spaß als ernste "Brennmeisterei", logisch. Man holt aus 0,5 L Wein/Likör vermutlich so 2 - 3 sehr hochprozentige Kurze raus, je nach Ausgangsstoff (%)natürlich und bei niedriger Temperatur des Kühlers. Auf jeden Fall muss man sich mit der Materie etwas beschäftigen, wenn man wirklich was Leckeres zum probieren erhalten möchte. Mit Maische probiere ich es erst gar nicht , bei dem kleinen Kessel....
Viel Ertrag erhält man garantiert so oder so nicht. Aber für eine kleine selbstgebrannte 100 ml Geschenkflasche (etwas verdünnt) könnte es pro Vorgang schon reichen.
Der Preis ist aber sicher trotzdem etwas happig für das polierte "Kupferblech". Der Brenner ist nicht regelbar und es fehlt auch eine Abdeckung für den Brenner, damit man die Flamme löschen kann. Der Kühler hat keine Verschlüsse für die Anschlußrohre, hier muß man selber kreativ werden.
Ansonsten ist es ein tolles Schmuckstück mit gegebener Funktion. Für Gemeinschaftsabende mit Familie oder Freunden mal ein netter Spaß. 4 Sterne (Produkt gefällt mir).
Empfehlung: Verwendung einer Alkoholspindel + Zylinder.
Bei Verwendung einer Alkoholspindel (Spindel 0-100%) kann man den Volumengehalt im Destilat bestimmen. Bei mir kam heraus, dass tatsächlich 65 % Alkohol im ersten Destilat enthalten ist. So kann man, wenn gewünscht, mit Wasser oder Likör etwas verdünnen, bis die Spindel den gewünschten trinkbaren Bereich von etwa 40% anzeigt.