"There's One In Every Crowd" - so der korrekte Titel - erschien 1975 als Nachfolgeprojekt des erfolgreichen und äußerst gelungenen Albums "461 Ocean Boulevard" und wurde von der Presse mit teils vernichtenden Kritiken bedacht. Nicht ganz zu Unrecht, denn kein einziger Song ragt an das Niveau des Vorgängers heran, die Aufnahmequalität ist deutlich schwächer (die CD klingt dynamischer als seinerzeit die LP), die Spielfreude ist insgesamt gebremst und die Zusammenstellung wirkt - vor allem auf der damaligen ersten LP-Seite (Nr. 1-5) - sehr inkonsistent. Vor allem Claptons Version des Traditionals "Swing Low Sweet Chariot" wirkt dermaßen blaß und einfallslos heruntergenudelt, daß man sich bei genügend vorhandener Böswilligkeit glatt fragen müßte, wie ernst es ihm mit seinen religiösen Bezügen damals wirklich war. Ebenfalls besonders schwach geraten sind das im damals modischen Reggae-Rhythmus daherkommende "Don't Blame Me" und die hier völlig emotionsfrei vorgetragene Mary McCrary-Nummer "Singin' the Blues".
Damit hat es sich dann aber auch, wie auf nahezu jedem anderen Clapton-Album gibt es nämlich auch hier den ein- oder anderen brauchbaren Song. In diesem Fall sind die fast-Highlights zwei langsame Bluesnummern, nämlich die Version der Elmore-James-Komposition "The Sky Is Crying" und das von Clapton selbst verfasste "Better Make It Through Today". Ebenfalls noch passabel bis gut hörbar erscheinen "Little Rachel" (wie ein etwas dünner Neuaufguss von "Willy And The Hand Jive") und die drei letzten Nummern, von denen mir "High" und das Finale von "Opposites" recht zusagen.
Unterm Strich also ein eher durchwachsenes Album, das zwar keine Geniestreiche, dafür über weite Strecken guten Durchschnitt mit gelegentlichen Schwächen bietet und das sicher zu Recht nicht zur vordersten Linie des Clapton Outputs gehört. Dabei hätten mit mehr Einfühlungsvermögen vorgetragene Standards mit christlichem Inhalt Clapton (und diesem Album) sicher ganz gut gestanden.