Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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86 von 102 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Verstörend-faszinierendes Oscar-Material, 20. August 2008
"There Will Be Blood" ist gewiss keine leichte Filmkost. Er ist eher ein düsteres Kammerspiel, ein Ritt in den Seelenabgrund und Paul Andersons gelungenes Portrait über die Gier eines machtbesessenen, egomanischen Kapitalisten - der am Ende alles verloren hat, was Menschlichkeit ausmacht.
Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) stolpert Anfang des 20. Jh. in Kalifornien anstatt über Silber auf Öl. Dank dieses Fundes kann er seinen persönlichen American Dream ausleben mit viel Geld und vor allem viel Macht. Große Flächen Land kauft er auf, um dort nach Öl zu bohren. In dem Moment, wo er das ersehnte Schwarze Gold endlich findet. Geschieht ein schrecklicher Unfall und sein Adoptivsohn und "Partner" H. W., verliert bei dem Unfall sein Gehör. Doch seine Gier nach noch mehr, lässt ihn zu einem kaltblütigen Geschäftsmann werden. Der es nicht duldet, dass sich jemand in seinen Weg stellt. Dies bekommt auch bald sein Sohn zu spüren, denn er abschiebt. Der selbst-ernannte Prediger Elias Sunday (Paul F. Dano) entpuppt sich als einziger zu seinem größten Widersacher, aber auch zu seinem größten Verbündeten auf dem Trip in Richtung Abgrund.
"There Will Be Blood" ist das Psychogramm eines Menschen, der in seiner Gier nach Reichtum und Macht seine Integrität aufgibt und zum rücksichtslosen Monster wird. Mit den ersten völlig wortlosen 15 Minuten des Films, wird der Zuschauer mitgenommen auf einen Trip in den menschlichen Abgrund. Zunächst wirkt er faszinierend, dieser Daniel Plainview - er wirkt ergeizig und engagiert, aber vor allem menschlich. Am Ende dieses 180 Minuten Werkes erscheint der selbe Mann nur noch als höllische Fratze, der an all der einsamen Macht zu ersticken droht. Die Bilder in diesem Film sind eindrucksvoll und radikal zugleich. Eine staubige, farblose und gefühllose Welt wird für den Zuschauer projeziert. Frauen sind in diesem Film Mangelware, dieser Film ist geprägt von ruchlosen Kapitalisten oder verblendeten, christlichen Fundamentalisten - zwei Seiten die beide ihren Wahn ausleben.
Anderson erschafft auf der Seite der Kapitalisten langsam aber stetig sein Monster - Daniel Day-Lewis. Umgeben von Eintönigkeit entwickelt dieser eine wirklich oskarverdiente Vorstellung, die den Zuschauer mit voller Wucht trifft. Sein Gegenpart Paul F. Dano scheint zunächst weit weg von jeglichem kapitalistischen Ansinnen. Er träumt von seiner Kirche und von seiner Gemeinde. Am Ende sind beide in der gleichen Hölle angekommen.
Fazit:
Meiner Meinung nach zählte "There Will Be Blood" zusammen mit "No Country for Old Men" zu den verdienten Oskarfavoriten in diesem Jahr. Daniel Day-Lewis spielt einfach höllisch gut. Auch Paul F. Dano als christlicher Fanatiker gefällt mir richtig gut. Der Film ist gewiss keine leichte Kost. Aber das Zusammenspiel zwischen den Schauspielern, Drehbuch und den eindrucksvollen Bildern ist ein sympathieloses Portrait, dass man einfach gesehen haben muss. Kleines Manko: Das Bonusmaterial auf der DVD ist mit 15 Minuten ziemlich mager ausgefallen. Selbst für einen wie mich, der eher einen sekundären Wert auf das Zusatzmaterial legt, für rund 20 Euro ist das ziemlich schwach, also lieber abwarten wenn es die DVD günstiger zu haben ist. Der Film an sich verdient sich aber trotzdem volle 5 Sterne.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Psychogramm eines Besessenen..., 30. Mai 2009
Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) hat sich im amerikanischen Westen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem ebenso erfolgreichen wie skrupellosen Geschäftsmann entwickelt. Seine Ölquellen haben ihm eine Menge Geld eingebracht, und er ist stets bemüht, seinen Reichtum zu vergrößern. Als eines Tages ein Junge zu Plainview kommt und ihm offenbart, dass sich unter dem Grundbesitz seiner Eltern ein riesiges Vorkommen des "schwarzen Goldes" befindet, wittert der Öl-Magnat die große Chance und kauft das Land. Der fanatische Priester Eli Sunday (Paul Dano) steht Plainviews Vorhaben jedoch sehr skeptisch gegenüber und befürchtet großes Unheil für die Gemeinde. Als es dann bei den Bohrarbeiten zu einem folgenschweren Unfall kommt, sieht der Geistliche seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt...
"There Will Be Blood" zählt zu jenen Filmen, die einen mit ihrer erzählerischen Wucht geradezu umhauen. In den ersten 15 Minuten fällt kein einziges Wort, man sieht nur, wie Plainview - trotz eines gebrochenen Beines - mit einer fast schon beängstigenden Besessenheit und Willensstärke in einem Schacht nach Gold gräbt und dabei zufällig auf Öl stößt. Schon gleich in dieser Anfangsszene wird eines ganz deutlich: Dieser Mann besitzt eine Entschlossenheit, die ihm keiner austreiben kann. Und obwohl Daniel Plainview als rücksichtsloser und egoistischer Geschäftsmann charakterisiert wird - und somit auf den Zuschauer recht unsympathisch wirkt -, geht von der Figur gleichzeitig eine ungeheure Faszination aus. Dass diese Mischung funktioniert, ist vor allem einem überragend spielenden Daniel Day-Lewis zu verdanken, der für seine Rolle des obsessiven Öl-Magnaten seinen zweiten Oscar erhielt.
Wer epische, ruhig erzählte Dramen mag, die sich viel Zeit für die Skizzierung der Psyche ihrer Hauptfigur lassen, dem wird "There Will Be Blood" sicher gefallen. Für mich der beste Film dieses Genres aus dem Kinojahr 2008.
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25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Im Schatten der Bohrtürme, 4. März 2009
Ein halbes Jahr stand die DVD nun bei mir im Regal, bevor ich mich endlich dazu aufraffen konnte dieses Epos zu sehen. Die teils sehr widersprüchlichen Kritiken von grottenschlecht bis genial haben mich etwas abgeschreckt. Da sieht man einfach wieder dass man sich einfach nicht beeinflussen lassen sollte. Ich muss ich vorab sagen, dass ich auch die Kritiker des Films ein wenig verstehen kann, denn leicht macht es einem Regisseur Paul Thomas Anderson nicht unbedingt. Wer sich aber auf diesen Film einlässt und episches Erzählkino liebt, der wird seine helle Freude an dem Film haben.
Es vergehen schon mal zu Beginn des Films 14 Minuten bevor überhaupt jemand ein Wort spricht und schon hier sieht man das der Film anders ist als das was wir meist aus Hollywood präsentiert bekommen. There will be blood" erzählt uns eine sehr interessante und faszinierende Geschichte und dafür nimmt sich der Film sehr viel Zeit.
Wir schreiben das das Jahr 1898 und Daniel Plainview entdeckt Gold und Silber im schönen Kalifornien. Mit diesen finanziellen Mitteln macht er sich auch auf die Suche nach Öl und entdeckt auch vier Jahre später welches. Zusammen mit seinem Adoptivsohn macht er sich dann auf den Weg und kauft den Farmern unter oft falschen Versprechungen Ihr Land ab, um an das schwarze Gold zu kommen. Dabei trifft er eines Tages auch auf den Propheten und Prediger Eli Sunday, von dessen Vater er auch Land gekauft hat. Gleichzeitig hat Plainview dem fanatischen Eli Geld für seine Kirche versprochen. Als Plainview auf dem Land die ersten Bohrtürme errichtet möchte Sunday zur Einweihung ein paar Worte sprechen und seinen Segen geben, was Plainview auch sofort akzeptiert. Bei der Eröffnung der Quelle übergeht er diesen aber und als ein erster Unglücksfall beim Bohrturm passiert schiebt Eli das auf den nicht erteilten Segen und setzt Plainview schwer zu. Dieser verliert, besessen von immer mehr Öl und Reichtum, langsam jedes Stück an Menschlichkeit. Selbst sein Adoptivsohn wird, nachdem er bei einem Unglück das Gehör verliert, von Ihm verstoßen.
Wer sich auf das Erzähltempo einlässt wird einen sehr faszinierenden Film erleben der durch einen erstklassigen Hauptdarsteller, faszinierende Bilder und eine interessante Geschichte besticht. Daniel Day Lewis hat für seine Darstellung des skrupellosen und gierigen Daniel Plainview zurecht einen Oscar erhalten. Die Bilder des Films sprechen für sich und z.B. die Szene des brennenden Bohrturms ist einfach nur großartig. Epische Einstellungen und jede Menge an Details machen aus dem Film ein kleines Meisterwerk. Wie gesagt es ist nicht leicht sich auf dieses Vergnügen einzulassen aber ich bin von dem Film absolut begeistert. Für mich persönlich ist der Film auch besser als der Oscargewinner dieses Jahrgangs No Country for old Men", obwohl ich diesen auch ganz gut finde.
Leider wird die DVD diesem kleinen Meisterwerk nicht gerecht. Der Ton ist absolut in Ordnung und kommt sehr ordentlich rüber. Das Bild könnte ein wenig mehr Schärfe vertragen , ist aber auch noch ganz gut. Bonusmaterial ist dann ein Sache für sich. Es gibt eine 15 minütige Galerie auszuwählen mit dem Titel 15 Minuten Inspiration" und diese ist auch schon alles. Dort sieht man Szenen von tatsächlichen Bohrtürmen, Ölsucher, Farmen, usw und wie das ganze dann im Film umgesetzt wurde. Einen Sprecher der dabei irgendwas erklärt gibt es auch nicht. Das war es dann auch schon. Es gibt keinen Trailer, kein Making Of" und auch sonst nichts weiter. Schade, den eigentlich hätte dieser Film eine gut ausgestattete Special Edition verdient gehabt.
Trotzdem gibt es von mir ein klare Kaufempfehlung für diesen großartigen Film.
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