Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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95 von 112 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Verstörend-faszinierendes Oscar-Material, 20. August 2008
"There Will Be Blood" ist gewiss keine leichte Filmkost. Er ist eher ein düsteres Kammerspiel, ein Ritt in den Seelenabgrund und Paul Andersons gelungenes Portrait über die Gier eines machtbesessenen, egomanischen Kapitalisten - der am Ende alles verloren hat, was Menschlichkeit ausmacht.
Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) stolpert Anfang des 20. Jh. in Kalifornien anstatt über Silber auf Öl. Dank dieses Fundes kann er seinen persönlichen American Dream ausleben mit viel Geld und vor allem viel Macht. Große Flächen Land kauft er auf, um dort nach Öl zu bohren. In dem Moment, wo er das ersehnte Schwarze Gold endlich findet. Geschieht ein schrecklicher Unfall und sein Adoptivsohn und "Partner" H. W., verliert bei dem Unfall sein Gehör. Doch seine Gier nach noch mehr, lässt ihn zu einem kaltblütigen Geschäftsmann werden. Der es nicht duldet, dass sich jemand in seinen Weg stellt. Dies bekommt auch bald sein Sohn zu spüren, denn er abschiebt. Der selbst-ernannte Prediger Elias Sunday (Paul F. Dano) entpuppt sich als einziger zu seinem größten Widersacher, aber auch zu seinem größten Verbündeten auf dem Trip in Richtung Abgrund.
"There Will Be Blood" ist das Psychogramm eines Menschen, der in seiner Gier nach Reichtum und Macht seine Integrität aufgibt und zum rücksichtslosen Monster wird. Mit den ersten völlig wortlosen 15 Minuten des Films, wird der Zuschauer mitgenommen auf einen Trip in den menschlichen Abgrund. Zunächst wirkt er faszinierend, dieser Daniel Plainview - er wirkt ergeizig und engagiert, aber vor allem menschlich. Am Ende dieses 180 Minuten Werkes erscheint der selbe Mann nur noch als höllische Fratze, der an all der einsamen Macht zu ersticken droht. Die Bilder in diesem Film sind eindrucksvoll und radikal zugleich. Eine staubige, farblose und gefühllose Welt wird für den Zuschauer projeziert. Frauen sind in diesem Film Mangelware, dieser Film ist geprägt von ruchlosen Kapitalisten oder verblendeten, christlichen Fundamentalisten - zwei Seiten die beide ihren Wahn ausleben.
Anderson erschafft auf der Seite der Kapitalisten langsam aber stetig sein Monster - Daniel Day-Lewis. Umgeben von Eintönigkeit entwickelt dieser eine wirklich oskarverdiente Vorstellung, die den Zuschauer mit voller Wucht trifft. Sein Gegenpart Paul F. Dano scheint zunächst weit weg von jeglichem kapitalistischen Ansinnen. Er träumt von seiner Kirche und von seiner Gemeinde. Am Ende sind beide in der gleichen Hölle angekommen.
Fazit:
Meiner Meinung nach zählte "There Will Be Blood" zusammen mit "No Country for Old Men" zu den verdienten Oskarfavoriten in diesem Jahr. Daniel Day-Lewis spielt einfach höllisch gut. Auch Paul F. Dano als christlicher Fanatiker gefällt mir richtig gut. Der Film ist gewiss keine leichte Kost. Aber das Zusammenspiel zwischen den Schauspielern, Drehbuch und den eindrucksvollen Bildern ist ein sympathieloses Portrait, dass man einfach gesehen haben muss. Kleines Manko: Das Bonusmaterial auf der DVD ist mit 15 Minuten ziemlich mager ausgefallen. Selbst für einen wie mich, der eher einen sekundären Wert auf das Zusatzmaterial legt, für rund 20 Euro ist das ziemlich schwach, also lieber abwarten wenn es die DVD günstiger zu haben ist. Der Film an sich verdient sich aber trotzdem volle 5 Sterne.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Porträt eines Monomanen, 26. Juli 2009
Lange habe ich damit gezögert, mir diesen Film zuzulegen, denn in vielen Rezensionen heißt es, "There Will Be Blood" sei langweilig und ohne rechte Struktur, doch ich kann nur sagen, dass diese Kritik ins Leere geht - ja mehr noch, dass dieser Film ein echtes Erlebnis ist, das man sich nicht entgehen lassen sollte.
Der Film beginnt mit einem Blick auf zwei karge, sonnenbeschienene Berge, an deren Fuß Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) mit verbissener Zähigkeit in einem Schacht nach Silber gräbt und es schließlich auch findet. Als er von der Leiter in die Grube abrutscht, bricht er sich ein Bein, doch verbissen und fanatisch gräbt er weiter, bis er schließlich genügend Silber zusammenhat und sich in das nächste Dorf quält. Vier Jahre später sehen wir Plainview in der Wüste, wie er mit einigen anderen Männern nach Öl bohrt, im Dreck lebt, Apparate entwirft, Schwerstarbeit leistet und sich des Säuglings eines Mannes annimmt, der bei den Bohrungen tödlich verunglückt. Immer weiter begleiten wir Plainview bei seiner entgegen aller Widrigkeiten hartnäckig vorangetriebenen Arbeit, die ihn nach und nach zu einem wohlhabenden Mann macht. Mehr als fünfzehn Minuten dauern diese Szenen, und während dieser Zeit wird kein einziges Wort gesprochen, wir hören nur das Stöhnen der Männer, das von Schmerz und Anstrengung zeugt, dazu die avantgardistische und verstörende Musik von Jonny Greenwood.
Der Film lädt uns ein, Daniel Plainview, einen machtbesessenen Selfmademan auf seinem Weg zu Reichtum und menschlicher Vereinsamung zu begleiten; er erzählt eigentlich keine wirkliche Geschichte, sondern beleuchtet nur wichtige Episoden im Leben dieses Mannes, bis er schließlich in einer absurd-tragischen Situation abrupt endet.
"There Will Be Blood" ist lose an den Roman "Oil!" von Upton Sinclair angelehnt, einem jener Journalisten und Schriftsteller, die Anfang des letzten Jahrhunderts von Präsident Roosevelt als "Muckrakers" verunglimpft wurden, weil sie es wagten, die sozialen Kosten des Kapitalismus in ihren dem Naturalismus verhafteten Werken anzuprangern - etwas, das Dickens auf mildere Weise im 19. Jahrhundert für das industrialisierte England tat. Allerdings macht sich Regisseur Anderson den sozialkritischen Impetus Sinclairs nicht zueigen, sondern konzentriert sich auf den Charakter Plainviews, der als Musterbeispiel entschlossenen Unternehmertums auf der einen Seite Bewunderung erzeugt, wegen seiner Unfähigkeit, menschliche Bindungen aufzubauen, und der damit einhergehenden Skrupellosigkeit jedoch auch Abscheu hervorruft.
Am Anfang überwiegen noch die positiven Seiten in Plainviews Charakter: Wir sehen ihn, wie er mit seinem Sohn spielt und ihm das Ölgeschäft erklärt, wir sehen, wie durch ihn die Stadt Little Boston, deren Bewohner ursprünglich am Rande des Existenzminimums lebten, einen bescheidenen Aufschwung und die Segnungen der Zivilisation erfährt, aber wir erleben ihn auch als knallharten Verhandlungspartner, der sich nicht scheut, die unwissenden Bauern über den Löffel zu barbieren. In der Folge, vor allem mit dem Auftauchen seines Rivalen, Eli Sundays, eines bigotten, sektiererischen Predigers, überwiegen allerdings die Schattenseiten seines Charakters. Als sein Pflegesohn H.W. bei einer Bohrtumexplosion sein Gehör verliert, kümmert sich der Vater mehr um das Bohrloch als um seinen Sohn, der voller Panik nach ihm schreit; später weiß Plainview nicht, mit der Behinderung des Kindes umzugehen, und schiebt es kurzerhand in ein Internat ab. Am Lagerfeuer verrät er seinem Bruder in einem Anflug alkoholbedingter Aufrichtigkeit, dass er die Menschen hasse und anderen jeden Erfolg neide.
Sein Rivale Eli Sunday (Paul Deno) hingegen ist eine noch unambivalentere Figur, denn er erregt das Missfallen des Zuschauers von Anfang an. Ein unbedarfter Bauernsohn, wählt er den Weg des evangelikalen Erweckungspredigers, der die Menschen mit inszenierter Glaubensverzückung in seinen Bann schlägt. Von Plainview gedemütigt, sinnt er auf Rache, die er sich auch auf Umwegen verschafft.
Im Grunde sind sich beide Rivalen recht ähnlich insofern als es ihnen darum geht, monomanisch Macht und Einfluss über andere Menschen zu gewinnen, und auch die Gier nach Geld ist Sunday nicht fremd. Der Unterschied ist, dass Plainview erschreckend brutal zu Werke geht - in einem Verhandlungsgespräch droht er beispielsweise in einem Anfall von Wut seinem Gegenüber damit, sich nachts in sein Haus zu schleichen und ihm die Kehle durchzuschneiden -, während Sunday eher kriecherisch und feige ist - die Schläge und Tritte, die er von Plainview empfängt, reich er an seinen alten Vater weiter - und dabei an Uriah Heep aus "David Copperfield" erinnert.
Es sind zwei ausnahmslos gierige und egozentrische Menschen, die Anderson hier zeichnet, und das mag den Film für viele abstoßend machen, aber wenn ich mir die Welt so angucke, gibt es doch eine Menge Plainviews und Sundays.
Man mag sich darüber streiten, ob das Ende dieses großartigen Filmes ebenso gelungen ist wie der Rest. Ich für meinen Teil finde, dass die beiden Rivalen in ihrem letzten Zusammentreffen wie Zerrbilder ihrer selbst agieren, was zum Teil sicher auf die Verachtung zurückzuführen ist, die der Regisseur für seine zwei Figuren empfinden mochte, doch die Aussage, die Anderson damit macht, ist eindeutig.
Ein besonderer Reiz dieses Filmes liegt auch in der Filmmusik, die überwiegend von Jonny Greenwood komponiert wurde (es gibt allerdings auch Musik von Brahms und anderen). Die Musik unterstreicht die fehlende Balance im Charakter Plainviews aufs trefflichste, wobei sie dem Ohr nicht immer, dem Bauch aber durchweg einen Gefallen tut.
Einziger großer Makel an der DVD ist die Verpackung, die doch recht billig und instabil geraten ist, da sie nicht plasti-elasti, sondern pappig ist. Doch dies hat nichts mit dem Film zu tun, und meine Bewertungen gelten in erster Linie immer dem Inhalt, so dass ich diesem grandiosen Epos fünf Sterne gebe und noch einmal die Empfehlung ausspreche, dass man sich diesen Film nicht entgehen lassen sollte. Da ist nichts mit Langerweile!
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27 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Im Schatten der Bohrtürme, 4. März 2009
Ein halbes Jahr stand die DVD nun bei mir im Regal, bevor ich mich endlich dazu aufraffen konnte dieses Epos zu sehen. Die teils sehr widersprüchlichen Kritiken von grottenschlecht bis genial haben mich etwas abgeschreckt. Da sieht man einfach wieder dass man sich einfach nicht beeinflussen lassen sollte. Ich muss ich vorab sagen, dass ich auch die Kritiker des Films ein wenig verstehen kann, denn leicht macht es einem Regisseur Paul Thomas Anderson nicht unbedingt. Wer sich aber auf diesen Film einlässt und episches Erzählkino liebt, der wird seine helle Freude an dem Film haben.
Es vergehen schon mal zu Beginn des Films 14 Minuten bevor überhaupt jemand ein Wort spricht und schon hier sieht man das der Film anders ist als das was wir meist aus Hollywood präsentiert bekommen. There will be blood" erzählt uns eine sehr interessante und faszinierende Geschichte und dafür nimmt sich der Film sehr viel Zeit.
Wir schreiben das das Jahr 1898 und Daniel Plainview entdeckt Gold und Silber im schönen Kalifornien. Mit diesen finanziellen Mitteln macht er sich auch auf die Suche nach Öl und entdeckt auch vier Jahre später welches. Zusammen mit seinem Adoptivsohn macht er sich dann auf den Weg und kauft den Farmern unter oft falschen Versprechungen Ihr Land ab, um an das schwarze Gold zu kommen. Dabei trifft er eines Tages auch auf den Propheten und Prediger Eli Sunday, von dessen Vater er auch Land gekauft hat. Gleichzeitig hat Plainview dem fanatischen Eli Geld für seine Kirche versprochen. Als Plainview auf dem Land die ersten Bohrtürme errichtet möchte Sunday zur Einweihung ein paar Worte sprechen und seinen Segen geben, was Plainview auch sofort akzeptiert. Bei der Eröffnung der Quelle übergeht er diesen aber und als ein erster Unglücksfall beim Bohrturm passiert schiebt Eli das auf den nicht erteilten Segen und setzt Plainview schwer zu. Dieser verliert, besessen von immer mehr Öl und Reichtum, langsam jedes Stück an Menschlichkeit. Selbst sein Adoptivsohn wird, nachdem er bei einem Unglück das Gehör verliert, von Ihm verstoßen.
Wer sich auf das Erzähltempo einlässt wird einen sehr faszinierenden Film erleben der durch einen erstklassigen Hauptdarsteller, faszinierende Bilder und eine interessante Geschichte besticht. Daniel Day Lewis hat für seine Darstellung des skrupellosen und gierigen Daniel Plainview zurecht einen Oscar erhalten. Die Bilder des Films sprechen für sich und z.B. die Szene des brennenden Bohrturms ist einfach nur großartig. Epische Einstellungen und jede Menge an Details machen aus dem Film ein kleines Meisterwerk. Wie gesagt es ist nicht leicht sich auf dieses Vergnügen einzulassen aber ich bin von dem Film absolut begeistert. Für mich persönlich ist der Film auch besser als der Oscargewinner dieses Jahrgangs No Country for old Men", obwohl ich diesen auch ganz gut finde.
Leider wird die DVD diesem kleinen Meisterwerk nicht gerecht. Der Ton ist absolut in Ordnung und kommt sehr ordentlich rüber. Das Bild könnte ein wenig mehr Schärfe vertragen , ist aber auch noch ganz gut. Bonusmaterial ist dann ein Sache für sich. Es gibt eine 15 minütige Galerie auszuwählen mit dem Titel 15 Minuten Inspiration" und diese ist auch schon alles. Dort sieht man Szenen von tatsächlichen Bohrtürmen, Ölsucher, Farmen, usw und wie das ganze dann im Film umgesetzt wurde. Einen Sprecher der dabei irgendwas erklärt gibt es auch nicht. Das war es dann auch schon. Es gibt keinen Trailer, kein Making Of" und auch sonst nichts weiter. Schade, den eigentlich hätte dieser Film eine gut ausgestattete Special Edition verdient gehabt.
Trotzdem gibt es von mir ein klare Kaufempfehlung für diesen großartigen Film.
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