Aus der Amazon.de-Redaktion
Mit seinem nicht zu verleugnenden Anspruch an Größe ist Paul Thomas Andersons
There will be Blood in jeglicher Hinsicht auf wilde und explosive Art und Weise erfolgreich. Der Film beschäftigt sich mit den Ursprüngen besonders amerikanischer Formen von Ehrgeiz, Bestechlichkeit und industriellem Denken und schafft aus dem Ganzen atemberaubendes Kino. Obwohl der Film auf Upton Sinclairs Roman
Öl! aus dem Jahre 1927 basiert, hat Anderson seine eigene Herangehensweise an das Thema entwickelt. Er fokussiert seinen Blick auf den skrupellosen Selfmade-Ölförderer Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis), dessen unersättlicher Hunger nach Öl ihn in den frühen Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts zu einem mächtigen kalifornischen Industriemagnaten macht. Die Anfänge des Films liefern einen faszinierenden Einblick in die Ölförderung, einen unglaublich physischen Prozess, was später in Plainviews ebenso unbezähmbaren Drang nach Landbesitz und Macht mündet. Spannende, erläuternde Episoden werden während Plainviews Aufstieg aufgebaut: ein mächtiges Bohrturmfeuer (ein herausragendes Ereignis, das Anderson mit Hilfe seines Kameramanns Robert Elswit glänzend einfängt), der Besuch eines seit langem vermissten Bruders (Kevin J. OConnor), die anhaltende Beziehung zu Plainviews undurchschaubarem Adoptivsohn (Dillon Freasier). Während sich der Film weiter entwickelt, richtet sich die Aufmerksamkeit auf Plainviews Rivalität zum örtlichen Vertreter Gottes, einem Prediger namens Eli Sunday (der Gift und Galle spuckende Paul Dano) Religion und Kapitalismus werden hier weniger als gegensätzliche Kräfte portraitiert, sondern eher als zwei Seiten einer Medaille. Und die Crux liegt hier weniger in der Gier des Menschen, sondern vielmehr in seiner Eitelkeit. Andersons ungewöhnliche Herangehensweise unterstützt durch die erstaunliche Filmmusik von Jonny Greenwood gefährdet manchmal den Zusammenhalt des Films, aber selbst in solchen Momenten schafft er es zu begeistern. Daniel Day-Lewis Darstellung erinnert in ihrer Breite und ihrem Sinn für Details im Verhalten an Laurence Olivier, Planview spricht mit der nach zu viel Rum klingenden Stimme von John Huston und er hat einen leichten Silberblick, der an Walter Huston erinnert. Es ist eine nahezu beängstigende Darstellung und der Motor hinter der gnadenlosen Kraft des Films.
--Robert Horton
Movieman.de
Das, unzählige Male ausgezeichnete und u.a., mit zwei Oscars belohnte Drama stützt sich lose auf den Upton Sinclair-Roman "Oil!". Paul Thomas Andersons vielschichtige Filme ("Boogie Nights", "Magnolia", "Punch-Drunk Love") zeichnen sich häufig durch die Komplexität ihrer Charaktere aus. Nicht anders ist es mit "There Will Be Blood". Bildgewaltig und bedeutungsschwer legt sich das Charakterdrama auf den Zuschauer nieder. Langsame, ruhige Einstellungen, ein besessen spielender Hauptdarsteller, der hohe Symbolgehalt und die geradezu sichtbar gemachte Spannung zwischen den Charakteren lassen, gemeinsam mit der außergewöhnlichen Filmmusik von Radiohead, ein Meisterwerk entstehen, dass zwar nicht das Breitenpublikum anspricht, aber ohne Umwege zeigt, was wahre Filmkunst ist.FazitEin Klassiker ist geboren!
Moviemans Kommentar zur DVD: Das farblich astreine und auch schärfetechnisch präzise arbeitende Bild der Blu-ray weist nur äußerst selten ein minmales Flächenrauschen auf. Auch akustisch überzeugt es durch eine knackig-trockene Dialogarbeit, bewegenden Musikeinsatz und sanfte, richtungsmotivierte Kulissendetails. Die Extras beinhalten umfangreiche Extraszenen und historisches Material, auf Interviews, ein Making Of oder einen Audiokommentar muss man derzeit noch verzichten.
Bild: Die Blu-ray zeigt, wie man es von ihr erwarten möchte, hervorragende Schärfewerte und einen äußerst breiten Kontrast- und Farbumfang, der vor allem Nuancen des natürlichen Umfeldes des Kaliforniens des beginnenden 20. Jahrhunderts realistisch und detailgerecht nachzuzeichnen weiß. Auch in dunkleren Innenszenen haben Hautfarben nicht das Problem, übersättigt oder zu blass zu wirken. Ganz im Gegenteil kann die hohe Farbstabilität durchgehend überzeugen. Auch Kompressions- oder Rauschprobleme sind praktisch nicht vorhanden. Nur äußerst selten wirkt ein monotoner Hintergrund unruhig (dunkelblauer Nachthimmel, 00:17:38, oder helle Wand, 02:27:14) oder die Schwarzwerte wirken in einer Gegenlichtaufnahme etwas breiig (Silhouette vor Fenster, 00:41:06). Positiv fällt ebenfalls auf, dass nicht nur Detailaufnahmen eine enorm konturierte Schärfezeichnung aufweisen, sondern auch distanziertere Einstellungen oder Totalen von facettenreicher Plastizität sind (Blick bis zum Horizont über die Wüste, 00:31:51). Lediglich das Gesicht Paul Danos wirkt immer wieder etwas schwammig unfokussiert (vgl. Jackenstruktur mit Gesichtshaut, 02:23:50). Optisch kann man der Disc insgesamt aber nur zugestehen, dass sie eine durch und durch saubere Sache darstellt, deren selten zu findendes, minimales Hintergrundrauschen man leicht übersehen kann.
Ton: Sämtliche Sprachfassungen schaffen es, überaus präzise und dabei angenehm trocken zu klingen, dies gilt nicht nur für das, ein wenig detailreichere Original und die deutsche Synchronisation; auch italienische und französische Fassung beweisen ein breites Spektrum an Obertönen und Bassanteilen. Voller Kraft mischen sich Musik (Streicher, 00:39:09) und Effekte ein. Beim Ausbruch einer Ölquelle meint man als Zuschauer geradezu nass zu werden (Sprudeln und Zischen, 00:19:22). Der Räumlichkeit wird dabei reichlich Spiel gegeben, denn selbst sanfte Naturgeräusche wie Schafblöken mischen sich richtungsdynamisch motiviert in den Raum ein. Für Türenklappen oder Schritte auf dem sandigen Boden scheint diese Richtungsarbeit geradezu selbstverständlich. Die englische PCM-Fassung wirkt sprachlich weniger saftig und etwas leiser als die vorbildlichen Dolby Digital 5.1- und die den Hintergrund nur unwesentlich plastischer ausspielenden DTS 5.1-Spuren.
Extras: Das Bonuspaket der Bluray setzt sich zusammen aus Teaser und Trailer zum Film, den, aus historischen Bildern und Filmaufnahmen sowie Filmausschnitten bestehenden, "15 Minuten Inspiration", dem Werbe-Stummfilm des Amtes für Bergbau des US-Ministeriums "Die Geschichte des Öls" und den zusätzlichen Szenen "Fischen", "Haarschnitt/unterbrochene Hymne" und "Wilde Muster". Das auf dem Cover angegebene Feature "Daniel Day Lewis' Muster vom Dreh" konnten wir leider nicht finden. --movieman.de
Am Anfang ist das Schweigen. Wir sehen eine karge Felswüste, einen Mann, der in einem Schacht gräbt, sich ein Bein bricht, weiterbuddelt, auf Öl stößt. Seinen Kompagnon verliert, sich als inzwischen vermögender Mann dessen Sohn annimmt. Bis zu dieser Stelle wird in Paul Thomas Andersons There will be Blood nicht ein einziges Wort gesprochen, gute 15 Filmminuten lang. Doch die Handlungen, der starke Wille von Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) sagen eh mehr als alle Worte. Day-Lewis mimt den aggressiven Unternehmer mit verstörender Intensität, er zeigt einen Mann, der besessen ist vom Gold und der seine Menschenverachtung offen auslebt. Im weiteren Verlauf des Ölmagnatendramas betrügt er eine Familie um ihre Bohrrechte, verstößt den Sohn, der nach einem Unfall taubstumm und nur noch im Weg ist, legt sich mit dem Prediger Eli Sunday (Paul Dano) an. 145 Minuten dauert dieser verstörende Film, den Paul Thomas Anderson nach dem Roman Öl! von Upton Sinclair inszenierte. Völlig zurecht wurde der großartige Daniel Day-Lewis für seine Darstellung mit dem Oscar und dem Golden Globe ausgezeichnet. (jul)Features: 15 Minuten InspirationAuch als Blu-ray-Disc!
Kurzbeschreibung
Ein überwältigendes und farbenprächtiges Meisterwerk, ausgezeichnet mit zwei Oscars, über den Aufstieg und Fall eines Öl-Tycoons der Gründerzeit von Ausnahmeregisseur Paul Thomas Anderson. Oscar-Preisträger Daniel Day-Lewis als gieriger und obsessiver Unternehmer auf der einen und Shooting-Star Paul Dano als machtbesessener Bibel-Fanatiker auf der anderen Seite liefern sich ein gnadenloses Duell, das Schritt für Schritt beide Familien und eine ganze Kleinstadt immer tiefer in einen Strudel aus Neid und Missgunst, Hass und Rache, Tod und Verderben zieht. Vor der atemberaubenden Kulisse der Landschaft Kaliforniens zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird auf eine äußerst spannende Weise gezeigt, wie aus den ureigensten Trieben des Menschen Zerstörung und Chaos erwachsen und eine ganze Stadt dadurch in den Untergang gestürzt wird.
Produktbeschreibungen