Die Begriffe "Hypnose" oder "Hypnotherapie" wirkten auf mich wie auf wohl nahezu alle Menschen zunächst abschreckend. Irgendwie verband ich damit "unpraktisch", "tiefgreifend", "schwer umsetzbar" und Begrifflichkeiten der gleichen Klasse. Das zeigt auch die Wahl neuerer Buchtitel wie "Meine Stimme begleitet Sie überallhin", "20 Minuten Pause" oder "S. O. S. Depression", in denen auf das Wort "Hypnose" oder "Hypnotherapie" immer wieder ganz bewußt verzichtet wird.
In diesem Buch wird sehr schön erklärt, wie man wahrnimmt, einordnet oder
wie man sich Lösungs- und Problemzustände selbst induzieren kann. Zuvor hatte ich sehr viel auf praktischer Ebene operiert, auf die mich die Lösungsorientierte Kurztherapie(Steve de Shazer, Insoo Kim Berg) und die Systemischen Strukturaufstellungen(Insa Sparrer, Matthias Varga von Kibéd) führte. So dachte ich, könne ich mich nach starkem dortigen Erfolg auch mal mit tiefgreifenderen Prozessen auseinandersetzen. Insa Sparrer schrieb in ihrer letzten Veröffentlichung, Gilligan könne man als Ericksons kreativsten Schüler bezeichnen. Dem kann(zumindest) ich zustimmen, da ich mich anschließend auch mit Zeig, Rossi, Yapko und Erickson selbst beschäftigte.
Schnell merkte ich, dass ich in meiner ursprünglichen Annahme falsch lag. Es gibt wohl keine Wahrheit, die endgültig ist. Sondern immer wieder neue, die man dazu lernt.
Nachtrag am 12. April 2008:
Die Bücher "20 Minuten Pause" und "S. O. S. Depression" sind zwar von Schülern des bekannten Hypnotherapeuten Milton Erickson geschrieben worden, handeln aber überhaupt nicht von Hypnose oder Hypnotherapie. Gilligans Folgebuch "Liebe dich selbst wie deinen Nächsten" handelt ebenfalls nicht von Hypnotherapie. Ich denke, Menschen informieren sich über Bücher, bevor sie sie kaufen und so ist es wohl relativ egal, ob man sie dem Inhalt entsprechend betitelt oder nicht.
Das Buch wird für Laien schon harte Kost sein und man kann nicht wirklich viel mit nehmen, wenn man sich nicht so aktiv mit Hypnotherapie beschäftigt und sich damit beschäftigen will. Es fasst die Entwicklungen der Hypnotherapie eben sehr schön zusammen und ist sehr umfangreich.
Es werden zwar einige geistige Gesetzmässigkeiten und allgemein nützliche und praktische Dinge beschrieben, jedoch machen diese doch den kleineren Teil des Buchs aus. Wer(wie ich) etwas praktischer orientiert ist, dem würde ich auch oder eher Milton Ericksons Buch "Hypnotherapie" empfehlen(Sie meine dortige Rezension).