In diesem Buch geht es um das Thema Geldpolitik.
Der Autor zeigt zunächst auf, wie das Geld auf dem freien Markt als allgemeines Tauschmittel entstanden ist und wodurch es seinen ursprünglichen Wert erhielt (nämlich durch seinen Metallgehalt). Der Wert des Geldes bestimmt sich heute aus dem Verhältnis zwischen der Geldmenge und der Anzahl der Güter, d. h. aus dem Preisniveau des Landes. Daraus ergeben sich auch die Wechselkurse der Währungen; die Zahlungsbilanz bildet dies nur ab und ist selbst keine Ursache dafür. Deshalb dürfen unerwünschte Zahlungsbilanzen auch kein Anlass für eine protektionistische Politik sein.
Man muss immer beachten, dass makroökonomische Aggregate (z. B. "die Haushalte") nicht agieren. Der Autor geht deshalb stets von den subjektiven Einschätzungen der Individuen und deren Handeln aus und zeigt, was sich daraus ergibt. Da sich die Einstellungen der Marktteilnehmer ständig ändern, kann man auch keinen brauchbaren Preisindex erstellen. Die besten verfügbaren Preisindizes basieren auf einem Warenkorb; selbst sie sind jedoch allenfalls in der kurzen Frist als grobes Hilfsmittel verwendbar. Eine genaue Vorhersage, was eine bestimmte wirtschaftspolitische Maßnahme bewirkt oder wie sich das Preisniveau entwickelt, ist nicht möglich; man kann nur eine Tendenz angeben.
Eine "mechanistische" Auslegung der Quantitätstheorie (Preisniveau mal Gütermenge = Geldmenge mal Umlaufgeschwindigkeit) erweist sich als falsch. Eine Verdoppelung der Geldmenge bewirkt keine Verdoppelung aller Preise. Vielmehr verbreitet sich die Inflation ähnlich einer Welle und ändert dabei die relativen Preise aller Güter. Die Marktteilnehmer, die das neue Geld zuerst erhalten, können ihre Nachfrage erhöhen, weil sie noch zu alten Preisen kaufen können. Durch ihre zusätzliche Nachfrage erhöhen sich einige Preise. Bei den Anbietern dieser Güter erhöht sich dadurch das Einkommen, was wieder zusätzliche Nachfrage nach sich zieht usw. usf. Wenn das Geld jedoch beim letzten Marktteilnehmer angekommen ist, sind schon alle Preise erhöht und dieser kann keine zusätzliche Nachfrage entfalten bzw. muss Kaufkraftverluste hinnehmen. Die Auswirkungen der Inflation auf die Buchhaltung der Unternehmen bestehen darin, dass diese möglicher Weise Buchgewinne ausweisen, obwohl sie eigentlich ihr Kapital verzehren. Der durch Inflation ausgelöste "Aufschwung" ist deshalb nichts anderes als eine Umverteilung und damit eine Illusion.
Im späteren Verlauf des Buches wird es im Rahmen der Geld- und Kreditpolitik notwendig, zwischen verschiedenen Geldarten und Geldersatzmitteln zu unterscheiden. Das folgenreichste Geldersatzmittel sind die Umlaufmittel ("fiduciary media"). Dies sind Banknoten oder Bankkonten, die nicht vollständig durch Reserven gedeckt sind. (Wenn die Europäische Zentralbank den Mindestreservesatz auf 10 Prozent setzt, kann das Bankensystem aus 100 Euro Einlagen 1 000 Euro Kredite machen.) Da die Banken im Falle eines Vertrauensverlustes nicht alle Umlaufmittel einlösen können (bzw. nicht alle Kunden gleichzeitig ihr Geld abheben können, da es ja inzwischen anderweitig verliehen ist), sind Banken niemals liquide. Die Zentralbank bestimmt durch ihren Zinssatz und die Mindestreserven, wie viele Umlaufmittel maximal erzeugt werden können.
Um die Umlaufmittel in Umlauf bringen zu können, müssen die Banken diese zu einem Zinssatz unter dem "natürlichen" Zins anbieten. (Der natürliche Zins entsteht auf dem Kreditmarkt durch Angebot und Nachfrage und leitet sich von der Zeitpräferenz der Marktteilnehmer, also ihrer Aufteilung des Konsums auf Gegenwart und Zukunft, ab.) Weil durch die Zeitpräferenz die Kapital- bzw. Produktionsstruktur bestimmt wird, bewirkt eine künstliche Änderung des Zinses eine den Wünschen der Marktteilnehmer widersprechende Produktionsstruktur. Indem niedrige Zinsen Investitionen begünstigen, wird so ein scheinbarer Aufschwung erzeugt. Da sich jedoch die Zeitpräferenzen der Verbraucher nicht geändert haben, muss der Zins irgendwann wieder steigen; dadurch werden die Fehlinvestitionen unrentabel und der konjunkturelle Abschwung erfolgt. (Dieser Kern der "Österreichischen Theorie der Konjunkturzyklen" ergibt sich nebenbei aus der Erörterung der Zinsen in Kapitel 19 und wurde später durch Mises' Schüler Hayek zu einer vollständigen Konjunkturtheorie ausgebaut.) Der Autor berücksichtigt dabei jeweils die Wechselwirkungen zwischen Inflation / Krediten / Vermögens- und Einkommensverteilung / Zinsen / Investitionen und kann deshalb zeigen, dass Keynes' Forderung nach einer Abschaffung der Zinsen absurd ist (Mises fragt beispielsweise ironisch, wie viele Häuser man wohl bauen müsse, damit die Mieten durch das Überangebot fast auf Null sinken).
Im letzten Teil gibt der Autor neben einem Überblick über den aktuellen Stand (1952) der Entwicklungen auch Ratschläge, wie man das Geldsystem reformieren sollte. Diese laufen auf eine Wiedereinführung des Goldstandards hinaus. Darüber hinaus muss man eine 100-Prozent-Reservehaltung einführen, damit die durch die Umlaufmittel verursachten Konjunkturschwankungen vermieden werden. (Banken können dann immer noch Gewinne machen, indem sie als Kreditmakler arbeiten oder Kontoführungsgebühren nehmen.) Ziel ist ein System freier Banken (ggf. mit konkurrierenden Banknoten) ohne staatliche Zentralbanken. Das trägt dem Prinzip der "negativen Freiheit" des (klassischen) Liberalismus Rechnung.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es praktisch alle Bereiche der Geldpolitik aus marktwirtschaftlicher Sich darstellt. Das Buch sollte besonders für Studenten der Volkswirtschaftslehre interessant sein, obwohl es weder Tabellen noch Diagramme enthält. Von staatsgläubigen oder inflationistischen Kritikern des Goldstandards hört man oft, dass die Theorien in diesem Buch altmodisch seien. Wie Mises selbst schreibt, ist aber nicht das Alter einer Theorie entscheidend, sondern deren Richtigkeit. Leider kann das Buch auf die Entwicklungen nach der endgültigen Lösung des Dollars vom Gold durch Präsident Nixon nicht mehr eingehen; dazu kann man Rothbard: "What Has Government Done to Our Money?" (dt. "Das Schein-Geld-System") lesen. Eine ausführlichere Darstellung des Konjunkturzyklus findet man z. B. in Mises: "Human Action", bei Hayek oder bei Garrison: "Time and Money".