Theorie der Unbildung: Die Irrtümer der Wissensgesellschaft und über 1,5 Millionen weitere Bücher verfügbar für Amazon Kindle. Erfahren Sie mehr
EUR 8,99
  • Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.
Geschenkverpackung verfügbar.
Menge:1
Ihren Artikel jetzt
eintauschen und
EUR 3,10 Gutschein erhalten.
Möchten Sie verkaufen?
Zur Rückseite klappen Zur Vorderseite klappen
Anhören Wird wiedergegeben... Angehalten   Sie hören eine Probe der Audible-Audioausgabe.
Weitere Informationen
Dieses Bild anzeigen

Theorie der Unbildung: Die Irrtümer der Wissensgesellschaft Taschenbuch – 1. Dezember 2008


Alle 3 Formate und Ausgaben anzeigen Andere Formate und Ausgaben ausblenden
Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Kindle Edition
"Bitte wiederholen"
Gebundene Ausgabe
"Bitte wiederholen"
EUR 8,50
Taschenbuch
"Bitte wiederholen"
EUR 8,99
EUR 8,99 EUR 7,89
62 neu ab EUR 8,99 5 gebraucht ab EUR 7,89

Buch-GeschenkideenWeihnachtsgeschenk gesucht?
Entdecken Sie die schönsten Buch-Geschenke im Buch-Weihnachtsshop.
Hier klicken


Hinweise und Aktionen

  • Sie suchen preisreduzierte Fachbücher von Amazon Warehouse Deals? Hier klicken.

  • Sichern Sie Ihre Daten kostengünstig und sicher im europäischen Amazon Web-Services-Rechenzentrum. So einfach geht‘s


Wird oft zusammen gekauft

Theorie der Unbildung: Die Irrtümer der Wissensgesellschaft + Geisterstunde: Die Praxis der Unbildung. Eine Streitschrift + Das Universum der Dinge: Zur Ästhetik des Alltäglichen
Preis für alle drei: EUR 44,79

Die ausgewählten Artikel zusammen kaufen
Jeder kann Kindle Bücher lesen — selbst ohne ein Kindle-Gerät — mit der KOSTENFREIEN Kindle App für Smartphones, Tablets und Computer.


Produktinformation

  • Taschenbuch: 176 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 9 (1. Dezember 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492252206
  • ISBN-13: 978-3492252201
  • Größe und/oder Gewicht: 13,5 x 1,5 x 18,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (44 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 9.977 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Konrad Paul Liessmann, geboren 1953 in Villach, ist Professor am Institut für Philosophie der Universität Wien. Er erhielt 2004 den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz im Denken und Handeln. Im Zsolnay Verlag gibt er die Reihe Philosophicum Lech heraus. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

1.
Wer wird Millionär
oder: Alles, was man wissen muß
Die in Deutschland von einem Privatsender ausgestrahlte Quizshow Wer wird Millionär, die in Österreich unter dem Titel Millionenshow vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesendet wird, gehört seit Jahren zu den beliebtesten und erfolgreichsten Formaten dieser Art. Neben dem Erfolg von Dietrich Schwanitz Sachbuch-Bestseller Bildung. Alles, was man wissen muß und den Harry-Potter-Romanen von Joanne K. Rowling gehören diese Shows für viele Kulturoptimisten zu jenen Indizien, die zeigen, daß die Bildungs- und Leselust der Menschen ungebrochen ist.
Daß sich immer wieder und immer noch Menschen finden, die sich durch das Studium von Lexika und einschlägigen Handbüchern mehr oder weniger gut vorbereitet vor einem Millionenpublikum einem Wissenstest stellen, ist in der Tat bemerkenswert. Verantwortlich dafür mag nicht nur die Aussicht auf den Gewinn sein, auch nicht nur die Simulation einer Prüfungssituation, deren Beobachtung immer schon mit beträchtlichem Lustgewinn verbunden war, sondern auch die Sache selbst, um die es geht: das Wissen. Genau in diesem Punkt demonstriert diese Show, kulturindustrielles Produkt par excellence, einiges davon, wie es um das Wissen in der Wissensgesellschaft bestellt ist.
Die Konstruktion der Show ist denkbar einfach. Einem Kandidaten, der es nach verschiedenen Vorauswahlverfahren bis ins Zentrum des Geschehens geschafft hat, werden bis zu fünfzehn Fragen gestellt, deren Schwierigkeitsgrad mit dem für die richtigen Antworten ausgesetzten Preisgeld steigt. Im Gegensatz zur herrschenden Ideologie der Vernetzung wird in dieser Show einzig nach einem punktuellen Wissen gefragt. Die aus Multiple-choice-Verfahren bekannten vorgegebenen Antworten, aus denen eine auszuwählen ist, ermöglichen nicht nur eine rasche und unmittelbare Reaktion, sondern zeigen auch in nuce, wo die Grenzen zwischen Raten, Vermuten, Wissen und Bildung verlaufen. Dort, wo Kandidaten ihre Wahl mit Formeln wie "Das kommt mir bekannt vor" oder "Davon habe ich schon einmal gehört" begründen, triumphiert das Bekannte über das Gewußte, dort, wo mit Wahrscheinlichem oder Plausibilitäten gearbeitet wird, regieren Ahnungen und dunkle Erinnerungen, und wenn jemand tatsächlich etwas weiß, wird als Begründung für die Wahl der Antwort dann auch folgerichtig gesagt: Das weiß ich. Ein Hauch von Bildung schleicht sich schließlich dann ein, wenn es einem Kandidaten gelingt, aufgrund seiner Kenntnisse etwa des Lateinischen oder gar Griechischen die Bedeutung von ihm an sich nicht geläufigen Fachausdrücken zu erschließen.
Die Show, und das mag ihre Attraktivität mitbedingen, simuliert so Bewegungen im Wissensraum, die jeder kennt und nachvollziehen kann: Nur sehr wenig haben wir verstanden, einiges wissen wir, manches kann vermutet werden, das meiste ist uns aber nicht geläufig und kann höchstens erraten werden.
So, wie sich das Wissen in der Abfolge von Fragen aus den unterschiedlichsten Gegenstandsbereichen präsentiert, erscheint es allerdings völlig zusammenhanglos und zufällig. Von der Geographie zur Popkultur, von der Literatur zur Botanik, von der Chemie zur Filmmusik, von der Kochkunst zur Oper, vom Sprichwort zur Historie: Alles ist möglich. Die Kontingenz ist das einzige Prinzip, das die Fülle der Informationen und Bedeutungen, die in einer Show in rascher Folge abgefragt werden, zusammenhält, der Zufallsgenerator spielt eine entscheidende Rolle, Menschenwerk ist offensichtlich nur die Einschätzung des Schwierigkeitsgrades, den man den Fragen zuweist.
Solche Kontingenz allerdings spiegelt eine zentrale Erfahrung wider, die Menschen in der Informationsgesellschaft machen müssen: die Gleichgültigkeit des gleich Gültigen. Auch wer im digitalen Datenozean nach Informationen fischt, wird auf Anhieb nie wissen, ob das, was die Suchmaschine ausspeit, in einem sinnvollen Zusammenhang zu einer Frage steht. Recherchen im Internet zeitigen in ei -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


In diesem Buch (Mehr dazu)
Nach einer anderen Ausgabe dieses Buches suchen.
Ausgewählte Seiten ansehen
Buchdeckel | Copyright | Inhaltsverzeichnis | Auszug | Rückseite
Hier reinlesen und suchen:

Kundenrezensionen

4.5 von 5 Sternen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

50 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Kankin Gawain TOP 500 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 29. März 2009
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Der Inhalt in aller Kürze: tiefgründige Forschung und "Bildung" - im ursprünglichen Wortsinne - drohen verloren zu gehen, weil die moderne Bildungspolitik ein altes Bildungskonzept zu verbessern strebt, dessen Grundlagen sie nicht mehr kennt, da sie selbst die grundlegenden Texte des Humanismus und des deutschen Idealismus nicht mehr gelesen hat und deshalb, bar jeder echten Bildung und in Unkenntnis des zu Verbessernden, das Gute am Alten nicht bewahren kann, und - aus mangelnder eigener philosophischer Tiefe und Sorgfalt auch kein gleichwertiges oder besseres Bildungkonzept zu entwerfen vermag.
Eine solche Verschlimmbesserei und Pfusch an den Grundlagen unserer Gesellschaft muss gerade einen Denker wie Liessmann zur Verzweiflung treiben, der eben, anders als die Mehrheit unserer Gesellschaft, die unserem alten Bildungskonzept zugrundeliegende Philosophie noch kennt und gründlich studiert hat. Sein in der Verzweiflung oft ohnmächtig wirkender Zorn entlädt sich auf 175 Seiten dieser Streitschrift, die weniger die "Irrtümer der Wissensgesellschaft" aufzeigt als in bisweilen wie gelähmtem Entsetzen bloß noch zu konstatieren, dass die Fundamente unseres Bildungsideals bereits so erodiert sind, dass selbst unsere in den universitären Verwaltungen tätigen Hochschullehrer sich von den bunt schillernden Sprechblasen der "Globalen Wissensgesellschaft" ohne jede kritische Gegenwehr mesmerisieren lassen.
Liessmanns Streitschrift kommt leider zwei oder drei (oder vier?) Jahrzehnte zu spät, wird ohnehin nicht viel zur "öffentlichen" "Debatte" (wo gibt es noch "öffentliche Debatten" - in der Leserbriefsparte des "Spiegel" oder in einem von eintausenddickmilch Blogs?) beitragen, eignet sich aber hervorragend, um sich von ihr ausgehend in das einzulesen, was mal das humanistische Bildungsideal war - die Fussnoten geben da die eine oder andere Anregung.
Kommentar War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
Vielen Dank für Ihr Feedback. Wenn diese Rezension unangemessen ist, informieren Sie uns bitte darüber.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte erneut versuchen
57 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Erasmus am 20. Oktober 2006
Format: Gebundene Ausgabe
Dieses Buch sollte für jeden zur Pflichtlektüre erklärt werden, der irgendwie mit Bildung (oder was damit heute gemeint wird) zu tun hat, sei es als Lehrkraft, als SchülerIn/StudentIn oder auch als PolitikerIn. Spritzig, aber wissenschaftlich fundiert wird der bildungspolitische Irrweg beschrieben und angeprangert, der uns von den für die Bildung Verantwortlichen aufoktroyiert wird und der uns zu einer Kultur der Unbildung führt. Was jeder, der über etwas gesunden Menschenverstand verfügt, eigentlich schon weiß, wird hier pointiert aufgezeigt: Dass sich Bildung nicht mit ökonomischen Werkzeugen wie Evaluation, Wirtschaftlichkeit, Rentabilität messen lässt, dass Bildung mehr ist als bloßes "Wissen, wo man nachschlagen muss" und ökonomisch verwertbares "Know-How", dass die Vermittlung von "Kultur" im weitesten Sinne zur Heranbildung eines mündigen Menschen gehört, .....
Es wird auch klar aufgezeigt, wie die Fixierung unserer Bildungsverantwortlichen auf den Rang, den man in der PISA-Studien einnimmt und auf den (die Universitätsausbildung zersetzenden) BOLOGNA-Prozess u.ä. unsere Bildung in den Abgrund führt. Noch nie wurde meines Wissens so klar aufgezeigt, dass Bildung nicht (nur) ökonomischen Gesetzen gehorcht, dass Bildung mehr ist als bloße Vorbereitung aufs Erwerbsleben und dass die aktuelle (Un-)Bildungspolitik eine verheerende Sackgasse darstellt.
Hier noch einige Zitate aus dem Buch, die die Stoßrichtung des Autors aufzeigen sollen:
"Am sinnfälligsten wurde das Ersetzen des Denkens durch das Abzählen einer Rangliste wohl am Beispiel von PISA. (....
Lesen Sie weiter... ›
Kommentar War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
Vielen Dank für Ihr Feedback. Wenn diese Rezension unangemessen ist, informieren Sie uns bitte darüber.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte erneut versuchen
50 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Manfred Luger am 17. April 2007
Format: Gebundene Ausgabe
Ein brillanter Essay, ohne Zweifel!
Nicht nur inhaltlich knüpft er an Adornos Theorie der Halbbildung an, auch in seinem pointierten Duktus erinnert der Autor wohl nicht zufällig an den Dialektiker der Aufklärung. Im Zentrum von Liessmanns Betrachtungen steht nämlich ähnlich wie bei Adorno die Kritik an einem Umgang mit Wissen unter der Maxime der Nützlichkeit. War für Adorno Halbbildung immerhin noch vom Ehrgeiz motiviert, durch halbverdaute Stichwörter klassischer Bildung Zugehörigkeit zur aufgeklärten Schicht vorzugeben, sieht Liessmann das Kennzeichen der Unbildung darin, dass nicht mehr gewusst wird, was eigentlich gewusst werden soll. Die ökonomisierten Vernunft stellt keine Auswahlkriterien erstrebenswerter Wissensinhalte zur Verfügung. Banales und tiefgründiges, Durchdachtes und Schon-Mal-Gehörtes gelten gleichviel im Zeitalter der Multiple-Choice-Quizshows.

Liessmann zeigt auf, wie es dazu kommen konnte, dass im Zuge der Demokratisierung der Bildungsinsitutionen das bildungspolitische Ideal
sich zunächst in Richtung Halbbildung verschob und schließlich zur Vermittlung von "skills" verflachte. Das heißt zum Antrainieren gegenstandloser Kompetenzen wie Flexibilität und Teamfähigkeit, deren Ziel letztlich die Nivellierung des einstigen Bildungssubjektes war: das denkende, verstehende Individuum.

Liessmanns Analyse ist messerscharf und dabei vergnüglich zu lesen. Auch der Vorwurf, er prangere nur an zeige keine Alternativen auf, ist natürlich zu erwarten, muss aber relativiert werden.
Lesen Sie weiter... ›
Kommentar War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
Vielen Dank für Ihr Feedback. Wenn diese Rezension unangemessen ist, informieren Sie uns bitte darüber.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte erneut versuchen

Die neuesten Kundenrezensionen