Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Erziehung in Summerhill
OT Summerhill. A Radical Approach to Child RearingOA 1960 DE 1965 Form Sachbuch Bereich Pädagogik
Alexander Sutherland Neills Erfahrungsbericht ist ein anschauliches Plädoyer für eine Pädagogik, die sich auf die Selbstbestimmung von Kindern und den Respekt vor ihrer Menschenwürde gründet.
Entstehung: 1959 ließen Klagen einer staatlichen Inspektion von Summerhill (spartanische Verhältnisse, mangelnder Bildungsstand) ein Scheitern der Schule sowie die rückläufige Akzeptanz bei Eltern befürchten. Dem sollte auf Anraten des Verlegers Harold Hart ein Summerhill-Bericht abhelfen.
Inhalt: Aus seinem Werk Das Problemkind (1926) stammt Neills grundlegende Kritik an einer auf »Moral« basierenden Erziehung, die Kinder »schwierig« macht. Aus der Achtung vor dem Kind ergeben sich Grundzüge der Summerhill-Pädagogik wie freiwillige Teilnahme am Unterricht, die Einzelgespräche und das »self-government« der gleichberechtigten Kinder und Lehrer.
Im Gegensatz zur auch in England verbreiteten Reformpädagogik von Maria R Montessori ist das Spielen in Summerhill kein didaktisch instrumentalisiertes Mittel zum Zweck, sondern Ausdruck von Kreativität. Die humoristischen Erfahrungsberichte lassen nicht zuletzt stilistisch den prägenden Einfluss des vielseitig künstlerisch begabten Psychologen und Pädagogen erkennen.
Wirkung: Das Werk übte spürbaren Einfluss auf das Schulsystem und die Pädagogik in den USA aus. Es wurde eine »Summerhill Society USA« gegründet und Schulen entstanden nach dem Vorbild von Summerhill, auf das ein wahrer Ansturm einsetzte. Die deutschsprachige Ausgabe Erziehung in Summerhill ist ein Musterbeispiel für die Signalwirkung des »richtigen« Titels: Die rororo-Taschenbuch-Ausgabe erschien unter dem Titel Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung. Das Beispiel Summerhill (1969) und avancierte rasch zum Bestseller und Kultbuch mit nachhaltigem Einfluss auf die Einrichtung von Kinderläden. Das Werk löste aber auch Proteste aus, die sich vor allem am Bruch von Tabus entzündeten. Viele Kritiker unterstellten dem Autor sexuelle Bedenkenlosigkeit. C.W.
Erziehung in Summerhill
OT Summerhill. A Radical Approach to Child RearingOA 1960 DE 1965 Form Sachbuch Bereich Pädagogik
Alexander Sutherland Neills Erfahrungsbericht ist ein anschauliches Plädoyer für eine Pädagogik, die sich auf die Selbstbestimmung von Kindern und den Respekt vor ihrer Menschenwürde gründet.
Entstehung: 1959 ließen Klagen einer staatlichen Inspektion von Summerhill (spartanische Verhältnisse, mangelnder Bildungsstand) ein Scheitern der Schule sowie die rückläufige Akzeptanz bei Eltern befürchten. Dem sollte auf Anraten des Verlegers Harold Hart ein Summerhill-Bericht abhelfen.
Inhalt: Aus seinem Werk Das Problemkind (1926) stammt Neills grundlegende Kritik an einer auf »Moral« basierenden Erziehung, die Kinder »schwierig« macht. Aus der Achtung vor dem Kind ergeben sich Grundzüge der Summerhill-Pädagogik wie freiwillige Teilnahme am Unterricht, die Einzelgespräche und das »self-government« der gleichberechtigten Kinder und Lehrer.
Im Gegensatz zur auch in England verbreiteten Reformpädagogik von Maria R Montessori ist das Spielen in Summerhill kein didaktisch instrumentalisiertes Mittel zum Zweck, sondern Ausdruck von Kreativität. Die humoristischen Erfahrungsberichte lassen nicht zuletzt stilistisch den prägenden Einfluss des vielseitig künstlerisch begabten Psychologen und Pädagogen erkennen.
Wirkung: Das Werk übte spürbaren Einfluss auf das Schulsystem und die Pädagogik in den USA aus. Es wurde eine »Summerhill Society USA« gegründet und Schulen entstanden nach dem Vorbild von Summerhill, auf das ein wahrer Ansturm einsetzte. Die deutschsprachige Ausgabe Erziehung in Summerhill ist ein Musterbeispiel für die Signalwirkung des »richtigen« Titels: Die rororo-Taschenbuch-Ausgabe erschien unter dem Titel Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung. Das Beispiel Summerhill (1969) und avancierte rasch zum Bestseller und Kultbuch mit nachhaltigem Einfluss auf die Einrichtung von Kinderläden. Das Werk löste aber auch Proteste aus, die sich vor allem am Bruch von Tabus entzündeten. Viele Kritiker unterstellten dem Autor sexuelle Bedenkenlosigkeit. C.W.
Kurzbeschreibung
Der revolutionäre Pädagoge A.S. Neill erzählt die Geschichte der von ihm gegründeten Schule Summerhill und zieht die Summe seiner Gedanken über Kinder und Eltern, Schulen und Lehrer, über Freiheit und Zwang, über die neue Sexualmoral und Lernpsychologie. Neill seitzt nicht auf den Umsturz der bestehenden Zwangsgesellschaft. Freiheit und Menschlichkeit erhofft er sich nicht von den politischen Institutionen und technischen Fortschritten, sondern von einer neuen Erziehung. Ein ermutigendes Buch.
Über den Autor
A. S. Neill, geboren 1883 in Schottland, beendete seine Studienzeit als Master of Art und Master of Education. Doch seine anschließende Praxis als Lehrer an staatlichen Schulen verlor für ihn sehr schnell ihren Reiz. Neill sah immer klarer, dass solche Erziehung zu schweren seelischen und charakterlichen Dauerschäden führt. Wachsen in Selbstbestimmung – das war das Prinzip seiner später weltberühmten Internatsschule Summerhill, die er 1921 gründete und bis zu seinem Tod 1973 leitete.