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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Selbstregulierende Erziehung, 16. März 2007
A.S. Neill ging es in erster Linie um die Freiheit der Kinder, das heisst, in Summerhill durften und dürfen die Kinder größtenteils tun und lassen was sie wollen. Größtenteils bedeutet, dass Summerhill als Institution selbstverständlich an die Gesetze des Landes gebunden ist, was zur Folge hat das bspw. Jungen und Mädchen getrennt schlafen und es ein striktes Alkoholverbot gibt. Aber die Teilnahme am Unterricht ist zum Beispiel freiwillig und je nach dem wie negativ die Vorerfahrungen der Schüler sind, kann es durchaus passieren, dass jemand einige Monate dem Unterricht fern bleibt. Da aber kein Druck herrscht, lernen die Kinder doch alle irgendwann und vor allem lernen sie mit mehr Elan als in anderen Schulen, denn jeder lernt die Dinge die ihm Spass machen besser.
Mehrmals wird in diesem Buch darauf hingewiesen, dass Freiheit aber nicht gleich Zügellosigkeit bedeutet. Neill erwähnt zum Beispiel, dass man den ganzen Tag Trompete spielen darf, aber nur solange es nicht irgendwen in seiner freien Entfaltung stört, also darf eben nicht im Klassenraum, während die anderen unterrichtet werden, gespielt werden. Als ein Kind mal dauernd die Fahrräder seiner Mitschüler ungefragt benutzte, wurde eine Vollversammlung einberufen, in der dann bestimmt wurde, dass Geld gesammelt wird, um dem "Übeltäter" ein eigenes Fahrrad kaufen zu können. Auch das ist so ein Punkt bei Neill: Wenn sowieso schon etwas "Negatives" vorgefallen ist, dann wird das Kind nicht auch noch bestraft, nein, ihm/ihr wird nicht mit Hass, sondern mit Liebe entgegengetreten.
Ebenso ist Gleichberechtigung ein Kernpunkt der Neillschen Pädagogik. In den bereits erwähnten Vollversammlungen, die regelmäßig stattfinden und in denen über den Verbleib bzw. die Abschaffung von bestimmten Regeln abgestimmt wird, hat jedes Kind eine Stimme die genauso gewichtig ist wie die Stimmen der Angestellten und der Leitung der Schule. Desweiteren schreibt Neill das Wort Ehrlichkeit ganz groß. Warum die Kinder belügen? Stellt man zum Beispiel Sex als etwas Schlimmes und Geheimnisvolles dar, macht man es doch erst interessant, oder nicht? Das gleiche gilt für Schimpfworte. Natürlich sollte man diese nicht einem Kind eintrichtern, um es von Beginn an an deren Existenz zu gewöhnen. Aber verbotene Früchte schmecken am besten, also lässt man das Kind das aufgeschnappte Wort sagen, es wird schon wieder das Interesse daran verlieren und zwar bei dieser Herangehensweise schneller, als wenn man Schimpfworte mysthifiziert. Man kann ja anmerken, dass manche Leute solche Wörter nicht gern hören, so wird das Kind sie, eventuell/wahrscheinlich (?) nur in den eigenen vier Wänden sagen.
Ich möchte jetzt nicht den Rahmen sprengen, es gäbe noch 1000 weitere Beispiele, die die Wichtigkeit von Summerhill verdeutlichen würden. Ich bin ein großer Fan von Neill und Summerhill und bin der Meinung, das jedem geholfen wäre, würde er seine Kinder nach eben genannten Kriterien erziehen. Denn, und das beweist Summerhill ja nun schon seit fast 90 Jahren, lässt man sein Kind in Freiheit heranwachsen, reguliert sich alles von selbst. Es wird Interessen finden, es wird Ehrgeiz entwickeln und gutes Benehmen lernen und es wird vor allem keinerlei Neurosen haben. Das soll jetzt nicht heissen, das NUR freie Kinder all diese Eigenschaften erlernen.Ich weiß genau, dass die viele, vielleicht sogar die meisten, anders erzogen wurden und trotzdem glücklich sind. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass diese Art der Erziehung, die geringsten Nachteile (wenn es überhaupt welche gibt) hat.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einfach toll!!!, 23. April 2005
Für mich immer noch das beste Buch über Erziehung, das je geschrieben wurde. Autoren heutiger "Erziehungsratgeber" können sich ein Beispiel daran nehmen. Für alle Leser dürfte auch interessant sein, dass die Summerhill-Schule weiterhin existiert, geleitet von Neills Tochter Zoe Readhed. Und sie hat auch eine gut gestaltete Internetseite.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Populäre Sammlung von Texten, 28. November 2002
Neills Buch "Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung", das erst durch den Rowohlt-Verlag diesen Titel bekommen hat (und damit jahrelang die Diskussion um Summerhill in eine falsche Richtung gelenkt hat), ist eigentlich eine Zusammenstellung von Texten aus fünf Büchern Neills, die seit dem Zweiten Weltkrieg erschienen sind. Neill hat 19 Bücher geschrieben von denen die wenigsten auf Deutsch vorliegen. Neill selbst war mit der Zusammenstellung durch seinen amerikanischen Verleger Harold Hart gar nicht zufrieden. Der ernorme Verkaufserfolg des Buches hat ihn schließlich damit versöhnt. Das Buch ist (schon angesichts dessen, daß die Originaltexte nur umständlich zu bekommen sind und dann auch noch auf englisch) eine lesenswerte Darstellung von Neills Pädagogik. Wie immer bei seinen Texten gespickt mit heiteren Ankdoten und grundsätzlich lustig und unterhaltend. Traurig für akademisch interessierte Leserinnen und Leser ist, daß die Zusammenstellung keine Quellenangaben besitzt und nie jemand kontrolliert hat, inwieweit die Texte von ihrer Originalvorlage abweichen. Neill hat für die englische Ausgabe Korrekturen vorgenommen. Die deutsche wurde aber meines Wissens aus dem amerikanischen Origianl übersetzt. Ein wichtiges Buch. Ein lesenswertes Buch. Alle sprachkundigen, deren Interesse durch das Buch geweckt wurde seien die englischen Originalbücher anempfohlen, die antiquarisch zu beschaffen sind. Es lohnt sich Neill im Original zu lesen.
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