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Theorie-Apotheke: Eine Handreichung zu den humanwissenschaftlichen Theorien der letzten fünfzig Jahre, einschließlich ihrer Risiken und Nebenwirkungen Gebundene Ausgabe – 2004


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 322 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: 1 (2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821845309
  • ISBN-13: 978-3821845302
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 12,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 186.586 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Wer meint, die Beschäftigung mit humanwissenschaftlichen Theorien müsse trocken, strapaziös und weitgehend spaßfrei sein, der wird mit diesem Buch von Jochen Hörische vom Gegenteil überzeugt. Es gibt wohl kaum einen Band, dem es gelingt, derartig eloquent, inspiriert und leicht verständlich über Dekonstruktion, Konstruktivismus sowie rund 30 weitere Theorien der vergangenen 50 Jahre zu informieren.

Die Theorieapotheke versucht zu rekonstruieren, welche Theorien auf welche Probleme ansprechen und welche Nebenwirkungen, Kontraindikationen und Risiken sie haben." So werden z. B. Diskurstheorie und Existenzialismus, Gender Studies und Kritische Theorie, Zivilisationstheorie und Paradigmenwechsel in einem ersten Schritt wunderbar verständlich erläutert und in einem zweiten Schritt eingeordnet, bewertet und auf Defizite hin überprüft.

Selbst Schwergewichte wie Luhmanns Systemtheorie erschließen sich auf diese Weise mit einer überraschenden Leichtigkeit. Der Autor bekennt zu Beginn des Systemtheorie-Kapitels fast respektlos, dass diese als „extrem komplex, kontraintuitiv, schwer verständlich, wenn nicht gar pervers“ gelte. Und dennoch gelingt es ihm, geradezu charmant in die Logik der Systeme einzuführen, zentrale Fragestellungen zu formulieren und Schlüsselbegriffe wie Ausdifferenzierung, Teilsysteme, Codes und Re-entry-Operationen zu erläutern. Man muss es schon als Kunststück bezeichnen, wie bei Hörisch auf gerade einmal 14 Seiten ein Theoriekomplex dargestellt, an dessen Vermittlung Universitäts-Dozenten regelmäßig scheitern.

Dem Buch liegt dabei ein „apothekarischer Wahrheitsbegriff“ zugrunde: „Wahr sind dem apothekarischen -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Jochen Hörisch, geboren 1951, ist Professor für Neuere Germanistik und Medienanalyse an der Universität Mannheim. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Kundenrezensionen

3.5 von 5 Sternen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Happyx TOP 50 REZENSENT am 24. September 2010
Format: Taschenbuch
Alle reden darüber, möglichst verklausuliert und mit dem notwendigen Gestus des Herrschaftswissens. Theorien der Humanwissenschaft drücken unterschiedliche Herangehensweisen und Analysen von Problemen aus, sie sind so vielfältig wie Forscher kreativ sind. Zu philosophieren ist heute in die Medien gewandert, wenige kennen noch die Diskussionen über die Kulturhegemonie wie sie in den 50-70er Jahren geführt wurden. Hauptsächlich an Universitäten.

Jochen Hörisch beschreibt zu Beginn des Buches die erstickende Atmosphäre an heutigen Universitäten: "Es gibt wenig Instituionen, die intern so sandkasten-psychologisch, so kindlich-narzistisch, so überbürokratisch, so argumentationsimmun, so hilflos-machtzentriert, so inzenstuös, so phobisch, kurzum: so irrational organsiert sind wie deutsche Universitäten." Universitäten haben vor diesem Hintergrund die Deutungshoheit für Theorien verloren bzw. an die Medien abgegeben, die für einen immer schnelleres Drehen der Interpretationen und Sichtweisen sorgen. Die Generationen Lego und Playmobil gehen heute anders, praktischer mit Aspekten der Philosophie um, sie setzen zusammen und bauen neu, ihr Spiel ist nicht in sich so festgelegt wie der Wunsch früherer Theorien, alles wahrheitsgemäß zu betrachten und Schlussfolgerungen daraus für alle Zeiten zu ziehen.

Wenn Sie die unterschiedlichen Bewusstseins bzw. Wahrnehmungslagen von Adorno, Luhmann, Sartre, Habermas etc. kennenlernen, ja sie ggf. sogar zum ersten Mal verstehen wollen, dann sind Sie bei diesem Buch richtig. Einfach und einprägsam sind die Herleitungen, mit dem gesunden Menschenverstand und einem Schuss Humor beginnt die Lust des Verstehens.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Gerhard Mersmann TOP 500 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 16. Juni 2012
Format: Taschenbuch
Das Desaster der zeitgenössischen Intellektuellen äußert sich augenscheinlich in dem Nicht-Stattfinden im öffentlichen Diskurs. Dort, wo sie im letzten Jahrhundert nicht wegzudenken waren, sitzen heute Sprechblasenproduzenten, deren theoretisches Fundament weit hinter dem Basalen zurück bleibt. Bevor man zu ergründen sucht, wieso das so ist, bietet sich eine andere Methode an, der der Mannheimer Wissenschaftler Jochen Hörisch nachgegangen ist. Inspiriert von Hans Magnus Enzensberger machte er sich daran, die human-wissenschaftlichen Theorien nach einem zugegeben skurrilen, bei näherem Hinsehen aber gar nicht so abwegigen Denkschema aufzulisten, was im sozialen Kokon der Universitäten an Theorien entstand.

Ausgangspunkt der Betrachtungen ist die Feststellung, dass nach dem Tod der großen, vor allem in Deutschland so verehrten philosophischen Systeme, die mit dem Anspruch daher kamen, alles zu erklären, was die Welt hervorbrachte, ein Phase der Philosophiegeschichte kam, in der der Heilungsaspekt gesellschaftlicher Symptome überwog. Folgerichtig und mutig greift Hörisch zu der Metapher der Apotheke und präsentiert dieses Buch mit dem Titel Theorieapotheke. Eine Handreichung zu den human-wissenschaftlichen Studien der letzten fünfzig Jahre, einschließlich ihrer Risiken und Nebenwirkungen. Folgerichtig gibt er in sehr pointierter Weise zu jeder Theorie, die er kurz vorstellt, ein Resümee unter dem Titel Wirkungen, Risiken und Nebenwirkungen.

Und man glaubt es kaum, Hörisch kommt bei seiner Auflistung auf insgesamt 32 Theorieansätze, die er für würdig hält, näher betrachtet zu werden, weist aber gleichzeitig darauf hin, wie viele er nicht berücksichtigen konnte.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Gavin Armour am 9. Oktober 2012
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Ist immer so eine Sache mit den "Streifzügen" und "Überblickssammlungen" und "Zusammenfassungen" von Theorien. Man kann das grundlegend ablehnen, solchen Büchern (dann aber inklusive der Metzler-Lexika zu Kulturgeschichte und -theorien) einen Stern geben und gut is'. Man kann es aber auch als gelungene Ergänzung sehen und Spaß dran haben (was im deutschen Wissenschaftsbetrieb ja eh unter Verdacht steht). Richtig ist: Kein Lexikon, keine Zusammenfassung und kein Streifzug kann die Lektüre der Originale ersetzen. Wenn man nicht bereit ist, sich den Mühen der Ebene hinzugeben und die Philosophen, Historiker, Soziologen und schließlich - last but not least - Literaten selbst zu lesen, dann hilft alles Mühen nichts. Da kommt man nicht drum herum (und sollte das als Interessierter ja auch gar nicht wollen).

Hier liegt eine alles andere als objektive "Handreichung" vor, die aber einen guten Überblick über die Theorieansätze zwischen Existenzialismus als direkte Reaktion auf den Weltkrieg bis zu den modernsten moralphilosophischen Untersuchungen eines Giorgio Agamben gibt. Hörisch, wie viele seiner Generation, ist angefixt von den französischen Ideen nach dem Existenzialismus, also dem Strukturalismus und seinen Folgeerscheinungen, bis hin zu Derridas Dekonstruktion und Butlers Gendertheorien. Das kann man ihm vorwerfen, dennoch kommen auch die Frankfurter Schule, die Hermeneutik oder die amerikanischen Denkschulen wie jene von Rawls nicht zu kurz.
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