Kurzbeschreibung
Der Jakobusbrief hat es seinen Auslegern noch nie leicht gemacht. Viele Fragen zu Theologie, Intention, Adressaten, Struktur, Tradition und den Abfassungsverhältnissen sind bis heute umstritten. Die Ausleger sind zu unterschiedlichen Ergebnissen gelangt, obwohl allen (nur) dasselbe Material zur Verfügung steht. Methodische Sorgfalt und Reflexion sind deshalb bei der Interpretation geboten. Es gilt vor allem, den Gedankengang des Jakobusbriefes möglichst genau nachzuzeichnen.
Neben diese Aufgabe tritt die kritische Würdigung der gerade in jüngerer Zeit reichlich erschienenen Sekundärliteratur mit ihren Ansätzen und Vorschlägen. Beiden Aufgaben dienen die Kommentierung einleitende und reflektierende Ausführungen zu den Textpassagen.
Besonders im Blick auf die theologiegeschichtlichen Verortung des Briefes bevorzugt der Autor einen induktiven Ansatz. Entscheidend ist somit nicht etwa die Identifizierung des Verfassers, sondern die Relation des Jakobusbriefes zu anderen frühchristlichen Dokumenten (Paulus, Matthäus, Apostolische Väter).
Insgesamt ist der Jakobusbrief am besten als eine Stimme am Ende des 1. Jahrhunderts zu verstehen. Er will - in der Form eines "Diasporabriefes" - die Christen davor bewahren, sich an die "Welt" zu verlieren, und sie daran erinnern, das "Ziel" zu erreichen. Dafür greift er auf eine breite Traditionsfülle zurück.Dr. Wiard Popkes, Jahrgang 1936, ist Professor für Neues Testament und lehrt seit 1969 am Theologischen Seminar des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (bis 1997 in Hamburg, seitdem in Elstal/Berlin) sowie seit 1977 am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg.
Autorenportrait
Dr. Wiard Popkes, Jahrgang 1936, ist Professor für Neues Testament und lehrt seit 1969 am Theologischen Seminar des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (bis 1997 in Hamburg, seitdem in Elstal/Berlin) sowie seit 1977 am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg.