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Nachdem Georg Friedrich Händel 1741 den
Messias vorstellte, wollte jedermann in London nur noch dieses eine Werk hören. Doch Händel ließ sich nicht beirren und komponierte weitere dramatische Oratorien. Mit dem Märtyrer- und Heiligenstück
Theodora, das im römisch besetzten Antiochia zu Beginn des 4. Jahrhunderts spielt, hatte er 1750 bei der Uraufführung im Londoner Covent Garden besonderes Pech. Der Musikschriftsteller Charles Burney erinnert sich: "Das Stück wurde so ungnädig aufgenommen, dass er froh war, wenn einige Musiker, die nicht selbst spielten, Billets oder Einladungen annahmen".
Vielleicht lag der Misserfolg auch an dem Schluss des Werkes, denn Händel hatte in Theodora zum ersten Mal ein tragisches Ende versucht. Wie auch immer; seinem Geschäftsinstinkt folgend strich Händel die Partitur zusammen, um mehr Dramatik zu erzeugen -- und entstellte dabei die literarische Form. Für die Aufnahme rekonstruierte der Dirigent Paul McCreesh das Werk -- soweit die Quellenlage es zuließ. Ergebnis dieser historisch-philologischen Präzision ist ein Werk, das nun in sich abgerundet scheint. McCreesh überzeugt durch minuziöse Detailgestaltung, das Orchester entfaltet einen abgerundeten Klang. Die Affekte werden nicht aufdringlich plakativ gezeichnet, sondern mit englischer Kontenance dargestellt. Manchem wird dies zu kraftlos erscheinen -- schließlich sei Händels Oratorium in Anlage und Ausdruck der Oper recht ähnlich. Bezüglich der Solisten beweist McCreesh ein glückliches Händchen. Unerreicht ist für mich Paul Agnew Vortrag -- und das bei einer Stimme, die zu mancher Unebenheit neigt. Einfach phänomenal wie er dieses Handikap mit außergewöhnlicher Intensität und umfassender Musikalität auszugleichen vermag! Man höre seine Arie: "Descend, kind Pity" und staune. Diesen Ausdruck bringen selbst die anderen Solisten, die für sich vortrefflich sind, nicht zu Wege. Der Chor verleiht dem Ganzen eine wohlige Fülle und ist den hohen Anforderungen Händelscher Chöre absolut gewachsen. --Teresa Pieschacón Raphael
Produktbeschreibungen
3CD W/Gabrieli Consort & Players, Paul Mccreesh