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Theodor Heuss; Bürger im Zeitalter der Extreme; Mensch - Zeit - Geschichte
 
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Theodor Heuss; Bürger im Zeitalter der Extreme; Mensch - Zeit - Geschichte [Broschiert]

Ernst Wolfgang Becker
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 184 Seiten
  • Verlag: Kohlhammer; Auflage: 1. Aufl. (8. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 317021490X
  • ISBN-13: 978-3170214903
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 636.758 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ernst Wolfgang Becker
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

In der spannenden Biographie des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss (1884-1963) spiegelt sich die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts auf besondere Weise. Heuss steht für eine bürgerliche Tradition deutscher Demokratiegeschichte. Als Bildungsbürger im 19. Jahrhundert verwurzelt, musste er sich als Politiker, Publizist und Redner im ''Zeitalter der Extreme'' behaupten. Dabei zeigte er sich erstaunlich immun gegenüber den totalitären Ideologien seiner Zeit. So wurde Theodor Heuss nach 1945 zu einem der wichtigsten Vertreter der demokratischen Neugründung Deutschlands. Als Bundespräsident vermittelte er eine politische Kultur, die ihm im In- und Ausland hohes Ansehen verschaffte und die Bundesrepublik dauerhaft in die westliche Wertegemeinschaft integrierte.

Über den Autor

Dr. Ernst Wolfgang Becker ist stellvertretender Geschäftsführer und wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus in Stuttgart. Er leitet die Edition ''Theodor Heuss. Stuttgarter Ausgabe''.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Erzählung und Analyse 21. September 2011
Format:Broschiert
Mit "Theodor Heuss. Bürger im Zeitalter der Extreme" liegt nun ein wissenschaftlich fundiertes, sich nicht im Anekdotischen verlierendes Lebensportrait des ersten Bundespräsidenten vor. Ernst Wolfgang Beckers kleine Biographie überzeugt damit, Erzählung gekonnt mit klarer Analyse zu verbinden.

Die Menschen, denen Theodor Heuss ein Begriff ist, verbinden mit ihm oft das Bild eines professoralen, dennoch volksnahen, Zigarre rauchenden, schwäbisch-humorvollen Landesvaters im besten Sinne. Woher Heuss kommt, welcher Weg ihn in das höchste Staatsamt führte, ist meist wenig bekannt. Nun legt Ernst Wolfgang Becker eine Biographie vor, die dem komplexen und interessanten Lebensweg von Theodor Heuss gerecht wird. Verdienstvollerweise bietet das schmale Bändchen aber nicht nur additive Lebensnacherzählung, sondern setzt sich analytisch und kritisch mit dem Denken und Wirken Heuss' auseinander. Dabei bleibt Becker dem eigenen Anspruch treu, hier "keine einfachen Identifikationsangebote" zu liefern: Also keine Glorifizierung von Heuss als stets aufrechtem Demokraten, kein Heuss als Säulenheiliger des Liberalismus. Aber der erste Bundespräsident soll hier auch nicht bloß von irgendwelchen Sockeln gestürzt werden. Vielmehr wird Heuss als Vertreter des Bürgertums in seinen Zeitkontext gestellt.

So erklärt Becker zum Beispiel schlüssig und umsichtig, die Gründe und Umstände für Heuss (als Abgeordneter der Deutschen Staatspartei) 1933 für das sogenannte Ermächtigungsgesetz zu stimmen ' der "biographische Makel" Heuss' schlechthin. Ohne wohlfeile Herablassung des Nachgeborenen wird Heuss hier in seinen Motiven ernst genommen. Gleichzeitig wird die Zustimmung aber nicht als bloßer "Ausrutscher" entschuldigt, sondern in Heuss' staatliches, um nicht zu sagen etatistisches Denken plausibel eingeordnet.
Sicher: In einem knapp angelegten Band einer biographischen Reihe muß vieles ungesagt oder bloß angedeutet bleiben. So fällt die Charakterisierung von Friedrich Naumanns National-Sozialer Bewegung recht knapp aus, ebenso wie die Beschreibung der Deutschen Hochschule für Politik oder des Deutschen Werkbundes, wo Heuss jeweils eine wichtige Rolle spielte. Doch weiß Becker, aus der Not eine Tugend zu machen und konzentriert sich auf die Essenz: Heuss' Wirken im Parlamentarischen Rat zum Beispiel wird auf nur zehn Buchseiten konzentriert auf den Punkt gebracht.

Theodor Heuss wird in seinen Ambivalenzen gezeigt: Beispielsweise wehrt er sich einerseits gegen die Verkitschung und Verharmlosung als "Papa Heuss" durch eine sich nach Vaterfiguren sehnende, westdeutsche Nachkriegsgesellschaft, anderseits befriedigt er deren Bedürfnis nach dem "Papa" aber durch seine Koketterie.
"Bürger im Zeitalter der Extreme" dokumentiert, wie sehr Theodor Heuss das Amt des Bundespräsidenten durch sein "Menschentum" geprägt hat, zeigt aber auch, inwiefern sich bereits der Nachfolger Heinrich Lübke von Heuss' Amtsführung emanzipieren konnte.
Insgesamt ist eben genau das die Stärke dieses biographischen Portraits: Es wäscht das Leben von Theodor Heuss nicht rund wie einen Kiesel, sondern läßt Kanten und Widersprüche dort stehen, wo sie hingehören.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Heuss komplett 28. Dezember 2011
Format:Broschiert
Es gibt, das war mir vor dem Erscheinen dieses Buches gar nicht recht bewusst, kaum eine vernünftige Biografie von Theodor Heuss, dem ersten Präsidenten der Bundesrepublik. Nicht zuletzt deshalb ist es verdienstvoll, dass Ernst W. Becker nun dieses Porträt vorlegt und sich dabei nicht auf den Staatsmann Heuss beschränkt sondern auch den Journalisten, Kunstliebhaber und zeitweiligen Bohémien schildert.
Als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus kann er natürlich aus dem Vollen schöpfen; leider gibt er die Fundstellen der zahlreich eingeflochtenen Zitate nicht an und verzichtet überhaupt auf einen Anmerkungsapparat, so dass sein Buch zur wissenschaftlichen Weiterverwendung nur bedingt geeignet ist. Für eine populäre Biografie ist der Band wiederum sparsam illustriert, wenn man mit einschlägig bekannten Reihen vergleicht und es fehlen beliebte Features wie Zeittafel oder Personenregister. So bleibt ein wenig die Frage, auf welche Leserschaft die Publikation in erster Linie zielt.
Inhaltlich gibt es allerdings fast nichts auszusetzen. Becker geht es hier nicht um Denkmalpflege, er schreibt eher gegen gewisse Klischees an und glättet auch nicht Brüchiges und Befremdliches in der politischen Entwicklung seines Protagonisten, der vielleicht nicht immer ein konsequenter Liberaler war und mitunter als Naumann-Schüler dem Führerprinzip gar nicht abgeneigt. Deshalb zieht sich der Verfasser für den Untertitel wohl auch auf das Attribut zurück, dass für Heuss ohne Zweifel zutrifft: der »Bürger« mit all seinen Stärken aber auch Schwächen, die sich im Wandel der Zeiten unterschiedlich deutlich zeigen.
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