Man stelle sich vor, dass einem der Begriff Supergroup völlig unbekannt ist und man auch den Hype um diese sogenannte nicht mitbekommen hat. Man schlendert völlig ahnungslos durch die Straßen irgendeiner Stadt. Vielleicht ist man gelangweilt, vielleicht genervt, vielleicht desillusioniert, vielleicht aber auch ganz gut drauf. Von irgendwo her, aus einem dunklen Hinterhof, kommt gedämpft Musik. Irgendetwas lässt einen neugierig werden und man riskiert mal einen Blick. Einen Blick, der zuerst vorbei an abgeschrotteten Fahrzeugen und jeder Menge anderem Zivilisationsmüll auf eine verdreckte Tür gerichtet ist. Die Tür ist schnell geöffnet und anstatt einer stylischen Clubatmosphäre schlägt einem in dem angrenzenden Flur der Geruch von Bier, Leder und abgestandenem Schweiß entgegen. Die Augen brennen leicht von Rauch. Zigarettenqualm. Na klar. Aus der gedämpften Musik ist etwas Anderes geworden. Etwas Rohes. Etwas, das sich ursprünglich anhört. Pulsierendes Schlagzeug, schrammelnde Gitarren, dröhnende Bässe. Wütend & herzlich, befreiend & geradeaus. Rock in seiner Reinform. Rock, der bereits in den Siebzigern Massen angezogen hat und es auch heute noch tut. Rock, der meinen Vater in seiner Jugend in hemmungsloses Verhalten gebracht hätte und das bestimmt auch noch bei meinen Kindern tun wird. Ein Sound, bei dem man sofort weiß, warum diese Musikart nie aussterben wird. Nicht die eingängigen Melodien machen diesen Sound so groß, sondern die perfekte Beherrschung von Instrumenten.
Nun weiß man endlich wo man gelandet ist. Es ist der Proberaum einer Band. Einer Band, die es wohl noch nicht ganz weiß, die aber mit dieser Musik zum Sturm auf die Welt blasen wird. Mit Rockmusik! Schnörkellos, bemerkenswert, unverblümt, nicht reaktionär: Them Crooked Vultures!
Unbedingt anhören!
Anspieltipps: Dead End Friends, Reptiles