Mit diesem Erstlingswerk begann der Seiltanz auf 6 Saiten! Die Schlüsselfigur von Ten Years After ist der Gitarrist, von dem die Englische Presse schreibt: Seine Finger bewegen sich wie Blitze. Man sieht und hört sieben Gitarren auf einmal und seine Stimme, ob sie nun einen weißen Soulblues stöhnt oder einfach nur gerade heraus singt, passt genau zu seinem Spiel (Melody Maker).
Das transparente, ungekünstelte erste "TEN YEARS AFTER" - Album präsentierte im Oktober 1967 alle Vorzüge dieser Band. Beschwingte Boogietitel, Slow Blues, wie z.B. das zehnminütige "Help me (babe)" des schwarzen Blues-Ausnahmekönners Sonny Boy Williamson, welches von TYA in einer einzigen Studiosession aufgenommen wurde und aufgrund der softig dahinsprudelnden, dumpf hervor gehobenen Power-Bassläufe eines grandiosen Leo Lyons, über die Alvin seine quirligen Gitarrenphantasien legt, eine atmosphärisch-düstere Dunkelheit verbreitet. Es mag vom Text her vielleicht ein wenig sexistisch sein und deshalb feministisch unnachgiebig geprägte Frauen nicht gerade ansprechen, aber wie Alvin dieses machoide "You have to wash, you have to sew, you have to cook, ...... and if you can`t help me babe, I go on the other side of the street and found somebody else" brutal hinaus röhrt, ist schon einsame, Gänsehaut erzeugende Spitzenklasse. Oder das einfühlsame und extrem bluesjazzlastige "I can`t keep from crying, sometimes" oder spritziger Barrelhouse-Jazz. Alles kam so intensiv und heavy und doch irgendwie achselzuckend und einfach easy daher, wie man das bis dahin noch nicht gehört hatte. Alvins Fingerfertigkeiten beeindruckten in ihrer superschnellen und doch sensiblen Virtuosität. Allen wurde bewusst: EVEN SPEEDFINGERS HAVE THE BLUES. Chick Churchills Orgelsolo in "Adventures of a young organ" zeigte Referenzklasse, hatte er doch seinerzeit noch die gleichen Rechte wie der Boss.
Alles in Allem ein Album aus der Ur-Zeit des Rock, als noch niemand recht wusste, wohin er einst gehen würde. Ein Spitzenalbum für Musikfreaks.