Me first and the Gimme Gimmes agieren nach einem einfachen Prinzip: sie wählen populäre Songs aus einem Themengebiet der Musik (Musicals, 50er/60er), benutzen die für Punkrock üblichen Mittel (drei-Akkorde-E-Gitarre, schnelle Drums, ein paar "whoooas"), spielen jeden Song in maximal zwei Minuten runter - und fertig ist das Album.
So ist es auch auf "Love their Country" nicht anders. Joey, Fat Mike und Konsorten spielen bekannte (oder hierzulande weniger bekannte) Countrysongs nach, aber im Gegensatz zu den sonst plätschernden Originalen wird hier durchgängig gerockt. Und das hört sich prima an. Zwölfmal wunderbare Mitgröhlmusik, technisch sauber gespielt.
Die Eröffnung mit Garth Brooks' "Much too young too feel this damn old" ist klassisch MFGG: Einstieg fast im Originaltempo, nach der Hälfte des Songs wird aber aufs Gas getreten.
"Ghost Rider in the Sky" treibt dem Hörer ein breites Grinsen aufs Gesicht: die typische, auf-und-absteigende Standard-Countrymelodie, dazu marschierende Drums - Johnny Cash würde sich im Grabe umdrehen, und das ist gut so.
Bei "I'm so lonesome I could cry" wird zwischenzeitlich der Dudelsack ausgepackt. Durchaus neu, klingt aber fein und fügt sich nahtlos ein.
Auch der Rest des Albums verzeichnet keine Ausfälle.
Musikalisch ist zu den anderen MFGG-Alben kein großer Unterschied auszumachen - Punkrock ohne große Experimente. Spaßmusik. Wer Me First noch nicht kennt, liegt mit dieser Scheibe als Erstkauf genausowenig daneben wie mit allen anderen. Und wer sie kennt, der kann blind zugreifen.
Okay, ganz ehrlich: anspruchsvoll ist was anderes. Ein bißchen plagt MFGG hier wie auch sonst das Problem, dass Experimente und Neuerungen fehlen. Wer Bad Religion vorwirft, sie hätten in zwanzig Jahren nur zwei Lieder herausgebracht (ein schnelles, ein langsames), der kann hier die Auswahl nochmal um die Hälfte reduzieren.
Aber das ist ja auch nicht der Sinn und Zweck eines solchen Coverprojektes. Trotzdem fünf Sterne für das Album, weil: lustig, absolut sauber eingespielt und gut zum Mitsingen.