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Theater: Ein Schauspieler-Roman [Taschenbuch]

W. Somerset Maugham , Renate Seiller , Ute Haffmans
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 8., Aufl. (1975)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 325720163X
  • ISBN-13: 978-3257201635
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,1 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 71.438 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

William Somerset Maugham, geobren 1874 in Paris, im Alter ab 10 Jahren aufgewachsen bei seinem Onkel, einem Provinz-Geistlichen. Vagabundierender Student in Heidelberg mit Besuchen von philosophischen, historischen und literarischen Vorlesungen. Medizin-Studium bis zur Approbation am St. Thomas Hospital in London. Zahlreiche Reisen, u. a. in den Fernen Osten. Seine Erzählungen waren oft gewürzt mit geistreich-witziger, auch zynischer Lebenskritik. Literarische Vorbilder waren Guy de Maupassant und Anton Tschechow.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Die Tür wurde geöffnet, und Michael Gosselyn blickte auf. Julia kam herein.

»Hallo! Ich bin gleich fertig, bloß noch ein paar Briefe unterschreiben.«

»Keine Eile. Ich wollte nur sehen, was für Plätze man den Dennorants geschickt hat. Was macht übrigens der junge Mensch dort drin?«

Mit dem Instinkt der erfahrenen Schauspielerin, dem Wort die Geste zuzupassen, wies sie mit einer Kopfbewegung nach dem Zimmer, durch das sie eben gekommen war.

»Er revidiert unsere Bücher. Lawrence und Hamphrey haben ihn geschickt. Seit drei Tagen ist er hier.«

»Er sieht furchtbar jung aus.«

»Ja. Aber er scheint sein Handwerk zu verstehen. Er ist ganz erstaunt über die Art, wie unsere Bücher geführt sind. Eine solche Exaktheit hätte er bei einem Theater nicht für möglich gehalten, sagt er. Es sei haarsträubend, wie manche Stadtfirmen ihre Bücher führen.« Julia lächelte über den Ausdruck von Selbstzufriedenheit auf dem schönen Gesicht ihres Mannes.

»Er ist ein taktvoller junger Mann.«

»Heute wird er fertig. Ich hatte mir gedacht, ihn nachher mit zu uns zu nehmen und zum Lunch dazubehalten. Man kann es durchaus tun. Er ist ganz Gentleman.«

»Ist das ein Grund, ihn zum Lunch einzuladen?«

Michael bemerkte nicht die leise Ironie in ihrem Ton.

»Wenn du es nicht wünschst, werde ich ihn natürlich nicht einladen. Ich hätte ihm nur gern eine Freude gemacht. Er bewundert dich ungeheuer. Dreimal hat er sich das Stück angesehen, in dem du jetzt spielst. Es ist sein sehnlichster Wunsch, dich kennenzulernen.«

Michael drückte auf einen Knopf, und gleich darauf kam seine Sekretärin herein.

»Hier sind die Briefe, Margery. Was habe ich heute nachmittag zu tun?«


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Kundenrezensionen

4.4 von 5 Sternen
4.4 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vor und hinter dem Vorhang 17. Februar 2008
Von Polar
Format:Taschenbuch
Es ist schon erschreckend wie treffend Sommerset Maugham die Welt des Theaters beschreibt. Wer jemals im Umfeld seine Zeit dort hat verbringen dürfen, wird dem Autor zustimmen, dass das wirkliche interessante Drama stets hinter der Bühne stattfindet. In den Garderoben, den Gängen, während der Proben. Alternde Schauspielerinnen sind eine Gefahr für sich selbst. Da sie sich selbst nicht beißen können, schnappen sie nach den Kollegen und lassen lediglich Bewunderer in ihrem Dunstkreis zu. Wenn sie dann noch selber die Geschicke eines Theaters leiten und nicht einem Intendanten oder Schauspieldirektor unterstehen, werden sie allmächtig, gottähnlich und nichts ist imstande, ihnen Frieden zu schenken. Nicht mal eine Affäre. Der Roman spielt in den dreißig Jahren, ist mit furiosem Finale wie ein Theaterstück gestrickt und überrascht durch seinen schonungslosen Blick, der sein Mitgefühl nicht verschweigt. Somerset Maugham mag die Welt des Theaters. Er weiß um das Risiko, in das Menschen sich begeben, wenn sie sich dem Applaus aussetzen. Niemand wird so direkt bewertet. Und niemand sonst muß so sehnsuchtsvoll damit leben, dass ihm immer die Flucht auf die Bühne bleibt, weit weg von der Welt da draußen. Amüsant beschrieben, weise und unterhaltend. Somerset Maugham hat nicht umsonst so viele Jahre in Theatern verbracht.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Must read 2. März 2010
Format:Taschenbuch
A wonderful book. I've read it years ago in Russian translation, then in English, and now in German, and the book was worth it.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
4.0 von 5 Sternen Nett, aber nicht wirklich auf den Punkt 24. August 2012
Von Grüner Baum TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Der 1937 erschiene Roman spielt in den Zwanzigern (als "Being Julia" vor ein paar Jahren mit Annette Benning verfilmt). Julia ist eine berühmte Bühnenschauspielerin und verheiratet mit Michael, dem Leiter eines Theaters. Sie ist ein komplexer Charakter; einerseits etwas simpel auf Ruhm bedacht und dem Luxus zugeneigt bzw. ihrem Mann hauptsächlich wegen dessen guten Aussehens; andereseits aber eine sehr gute Schauspielerin, die die Tiefen ihrer Figuren ausloten kann, und eine sensitive Frau mit Empfindlichkeiten und Träumen. Als sie den jungen Tom kennenlernt und mit ihm eine Affäre beginnt, treffen in dieser Geschichte ihre eher oberflächlichen Tendenzen (die frische Lebendigkeit mit dem viel jüngeren Tom, der sie bewundert) und ihre reflektierteren, gesetzteren (ihre Ehe, ihr Sohn, ihre Karriere) aufeinander, v.a. als sich die Sache mit Tom nicht so entwickelt, wie sie sich das vorstellt.

Der Roman erzählt v.a. aus der Sicht Julias, wie sie die sich nach und nach abspielenden Ereignisse empfindet und reflektiert. Man erlebt sie dabei als einen schillernden, etwas extravaganten Charakter voller Brüche und Unstetigkeit, die oft flatterhaft von einer Verhaltensweise in die andere fällt, wohinter man z.T. den launischen Charakter einer verwöhnten Bühnendiva spürt, z.T. aber auch die Verletzungen einer älteren werdenden Frau, die generell als Frau und im Älterwerden ihren Platz in der Welt sucht. Der Grundton ist ein gehoben heiterer, ironischer, aber auch mit philosophischer, spitzfindiger Reflektion. Die psycholgische Beobachtungsgabe und das Einfühlungsvermögen sind gut entwickelt, erreichen manchmal aber nicht die Tiefen, die man sich wünschen würde. Die Charaktere erhalten eine gewisse Lebendigkeit und viel Präsenz, behalten aber für mich immer auch ein kleines Stücken Artifizialität.

Der Roman ist gute, gelunge Literatur mit einigen sehr starken Momenten, hinterlässt aber nicht den ganz großen, bleibenden Eindruck.
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