Vincent Price selbst hat war davon überzeugt, dass „Theater des Grauen" von all seinen Filmen, die er im Laufe seiner Karriere gemacht hat der beste wäre. Das mag mehrere Gründe haben. War Price ja selbst eher ein Schauspieler, der gerne mit großen Gesten gearbeitet hatte und manchmal auch recht dick auftrug lag ihm die Darstellung des pompösen Shakespearedarstellers Edward Lionheart, der sich von einen Preiskomitee verkannt sieht und deshalb zu phantasievollen Mörder wird, besonders. Auch muss eigentlich JEDEM Schauspieler (nicht nur Vincent Price, dem bekanntlich viele Filmjournalisten aufgrund seines exzentrischen Schauspielstils und der Tatsache, dass er eben sehr viele Horrorfilme, also eine Gattung, die immer schon belächelt wurde gemacht hat, wenig Liebe entgegenbrachten) eine Rolle Spaß machen bei der er mehrere Kritiker der Reihe nach auf blutrünstige Art und Weise, ganz im Stile von William Shakespeare, umbringen kann! Und letztendlich lernte Mr. Price bei den Dreharbeiten seine spätere Ehefrau Coral Browne kennen; sie haben sich wohl ineinander verliebt während er sie an eine Trockenhaube fesselte, knebelte um sie im Anschluss unter Strom zu setzten. Also ich nenne das Romantik!
Wie dem auch sei, „Theater des Grauens" ist eine bitterböse, tiefschwarze und stellenweise extrem brutale schwarze Gruselkomödie mit einem grandiosen Vincent Price in bester Spiellaune. In den natürlich eher kleinen aber nichtsdestotrotz gut geschriebenen Rollen der Opfer agieren verdiente und bekannte Schauspieler wie Jack Hawkins, Harry Andrews und Robert Morley , die alle am eigenen Leib erfahren wie einfallsreichr doch der große Shakespeare dabei war wenn es darum ging seine Charaktere auf bühnenwirksame Art umkommen zu lassen.
Der Film ist sicherlich nicht besonders handlungslastig. Er beginnt mit einem Messerattentat wie in „Julius Cäsar" und im gleichen Tempo fällt ein Kritiker nach dem anderen Shakespeares Erfindungsreichtum und Lionhearts Rachgier zum Opfer. Insofern ähnelnd er den beiden zuvor entstandenen zwei „Dr. Phibes" filmen, doch ich persönlich finde, (andere sind da natürlich ganz anderer Meinung), dass „Theater des Grauens" diesen beiden Werken überlegen ist. ( aber das ist Geschmackssache)
„Theater des Grauens" ist trotz der wirklich toller Besetzung wie Diana Riggs als Lionhearts Tochter Edwina einzig eine Plattform für den genialen Vincent Price und sollte in keiner Horrorfilmsammlung und gar keinen Fall in keiner Vincent Pricekollektion fehlen!! Nicht nur mordet Price a la Shakespeare, nein; er rezitiert und spielt auch im Kostüm von Achilles, Shylock und Richard III und begeht seine Verbrechen in Verkleidung eines Londoner Bobbys, eines schottischen Masseurs, eines französischen Fernsehkochs, eines deutschen Fechters und eines offensichtlich homosexuellen Schickimickifriseurs im Afrolook!
Exzellenter, böser Spaß für alle Freunde von schwarzen Humor und für Vincent Pricefans ein absolutes Muss und Pflichtkauf.