The human equation
 
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The human equation

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Disk 1:
  Song Länge Preis    
  1. Day one: Vigil 1:33 Nicht verfügbar  
  2. Day two: Isolation 8:42 Nicht verfügbar  
  3. Day three: Pain 4:58 Nicht verfügbar  
  4. Day four: Mystery 5:37 Nicht verfügbar  
  5. Day five: Voices 7:09 Nicht verfügbar  
  6. Day six: childhood 5:05 Nicht verfügbar  
  7. Day seven: Hope 2:47 Nicht verfügbar  
  8. Day eight: School 4:22 Nicht verfügbar  
  9. Day nine: Playground 2:15 Nicht verfügbar  
10. Day ten: Memories 3:57 Nicht verfügbar  
11. Day eleven: Love 4:18 Nicht verfügbar  
Disk 2:
  Song Länge Preis    
  1. Day twelve: Trauma 8:59 Nicht verfügbar  
  2. Day thirteen: Sign 4:47 Nicht verfügbar  
  3. Day fourteen: Pride 4:42 Nicht verfügbar  
  4. Day fifteen: Betrayal 5:24 Nicht verfügbar  
  5. Day sixteen: Loser 4:46 Nicht verfügbar  
  6. Day seventeen: Accident? 5:42 Nicht verfügbar  
  7. Day eighteen: Realization 4:31 Nicht verfügbar  
  8. Day nineteen: Disclosure 4:42 Nicht verfügbar  
  9. Day twenty: Confrontation 7:03 Nicht verfügbar  
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD
Sodann meine Meinung - ich hab mich seit ewiger Zeit mal wieder zu einer Kritik hinreissen lassen...

Tracklist:

CD1:
Day One: Vigil
Day Two: Isolation
Day Three: Pain
Day Four: Mystery
Day Five: Voices
Day Six: Childhood
Day Seven: Hope
Day Eight: School
Day Nine: Playground
Day Ten: Memories
Day Eleven: Love

CD2:
Day Twelve: Trauma
Day Thirteen: Sign
Day Fourteen: Pride
Day Fifteen: Betrayal
Day Sixteen: Loser
Day Seventeen: Accident?
Day Eighteen: Realization
Day Nineteen: Disclosure
Day Twenty: Confrontation

DVD:
- 45 minütiges "Behind the scenes" (sehr informativ, aber auch lustig)
- 3 minütiges "Concept" + Outtakes (selten so gelacht!)
- Ayreon-Story
- Drums (Ed Warby)
- Video zu "Love"
- Teaser zu "THE"

Sänger:
"Me" - James LaBrie
"His Wife" - Marcela Bovio
"His Best Friend" - Arjen Anthony Lucassen
"Fear"-Mikael Aekerfield
"Reason" - Eric Clayton

"Love" - Heather Findlay
"Passion" - Irene Jansen
"Pride" - Magnus Ekwall
"Pain" - Devon Graves
"Rage" - Devin Townsend

Instrumente: Ein unüberschauberes Potpourrie - diverse Gitarren, Synthies, Keys, Hammond, Didgeridoo, Flöten, Cellos, Geigen - ich habe allerdings keinen Dudelsack gehört!

Arjen Anthony Lucassen hat mit "The Human Equation" meiner Meinung nach seinen bisher besten Output veröffentlicht - "Into the electric castle" eingeschlossen!

Auf der "Haben"-Seite steht zunächst das wohl durchdachte Story-Konzept: Ein erfolgreicher Geschäftsmann verunglückt am hellichten Tag auf völlig freier Straße mit seinem Auto und fällt - trotz geringer physischer Verletzungen in ein Koma. Seine Ehefrau und sein bester Freund harren neben seinem Bett aus und versuchen, ihn den Weg zurück zu geleiten.

Soweit, so banal, mag man jetzt denken. In der Tat scheint das Konzept zunächst nicht anspruchsvoller, als die abstrusen Fantasy-SciFi-Storys von "ITEC" und "Universal Migrator" - doch ähnlich wie auch bei "Into the electric castle" ist es weniger die Reise, sondern mehr die Ebene des emotionalen Konflikts, die die Story interessant macht.

"Auf sich selbst zurückgeworfen" und "in sich gefangen" findet sich der Mann in seinem eigenen Unterbewusstsein wieder, wo er mit den verschiedenen positiven und negativen Emotionen und den Erinnerungen seines Lebens konfrontiert wird... . Was folgt ist ein Aufarbeiten der Vergangenheit und ein Kampf der verschiedenen Gefühle, an dessen Ende die Frage um das Erwachen des Schläfers steht...

Über die Erinnerungen und das Ende selbst will ich nicht zu viel verraten, deswegen schweige ich hier.

Zum musikalischen:

Das Album ist in zwanzig Songs unterteilt, die jeder einen Tag des Komas repräsentieren und unter einem bestimmten Motto stehen - häufig die Erinnerungen des Mannes, manchmal die Gedanken seiner Frau und des Freundes, ein andermal seine Emotionen.

Zu den einzelnen Sängern, die die verschiedenen Charaktere und Emotionen verkörpern:

"Me", der Mann selbst wird von Dream Theaters James LaBrie dargestellt, der auf diesem Album die beste Gesangsleistung darbringt, die ich jemals von ihm gehört habe. Vor allem seine weiche, warme und volle Stimme dominiert - so habe ich ihn am liebsten, aber er hat auch öfter die Gelegenheit, wieder hohe Töne anzuschlagen, was ihm hier sehr gut gelingt. Charismatische und souveräne Performance - Kompliment!

Opeths Mikael Aekerfield darf als "Fear" ran. Seine Einsatz war für mich zunächst teilweise etwas ungewohnt, was sich aber schnell revidierte. Er singt schlicht fantastisch, mit seiner warmen, stimmgewordenen Melancholie - und auch "Angst" vermag er mit seinen Growls, die allerdings sehr sparsam eingesetzt wurden exzellent zu vermitteln. Seine Performance ist so gut wie bei Opeth - das Umfeld allerdings völlig anders. (Auf der DVD beweist er sich außerdem als Mensch mit einem extraordinären Humor!)

Devon Graves dürfte vielen als Sänger von Dead Soul Tribe und Psychotic Waltz ein Begriff sein. Bisher leuchtete mir die Brillanz dieses Sängers kaum ein, obwohl ich ihn für gut hielt. Das hat sich mit diesem Album geändert. Er verkörpert "Pain" und ist eine der dominierendsten Stimmen des Albums - mal zerbrechlich, mal schmerzlich, mal voller Kraft. Das fällt einem stellenweise gar nicht auf, denn seine Stimme ist so variabel, dass man manchmal gar nicht merkt, dass es wieder dieser Ausnahmesänger ist... Toll!

Irene Jansen als "Passion" bietet eine sehr gute Leistung dar und "hängt sich voll rein" - wie sich das für die "Leidenschaft" eben gehört. Als einzige Powersängerin macht sie eine sehr gute Figur und übertrifft ihre Leistungen bei STAR ONE und Gary Hughes.

Mike Baker von Shadow Gallery hat als gewaltätiger "Father" einen einzigen Auftritt in dem Song "Day Sixteen: Loser". Seine Leistung besteht vor allem in einer ungemeinen Lässigkeit und Abgeklärtheit - er ist einfach extrem cool!

Arjen Lucassen selbst spielt die Rolle des "Best Friend" und ehrlich - er ist kein besonderer Sänger. Dennoch - er hat etwas völlig einzigartiges in seiner Stimme und setzt, wie übrigens jeder Sänger auf diesem Album, seine völlig eigenen Akzente. Nebenbei: Neben seiner Performance als "Hippie" in "Amazing Flight in Space" (ITEC) hat er niemals besser geklungen.

Über Devin Townsend muss ich wohl kaum was sagen. Er IST der wahre Zorn, der Hass, die Wut... unbarmherzig, brutal reißt er mit seiner Stimme orkangleich klaffende Wunden - wahrhaftig beeindruckend. Einziger Wehrmutstropfen: Er ist nur auf 3 Songs vertreten - diese sind jedoch allesamt Highlights. (Aber: Was heißt "motion personified alpha"???)

Zu den Sängern, die mir bisher unbekannt waren:

Heather Findlay von Mostly Autumn ist wirklich die fleischgewordene, reine "Liebe" (ohne SEX!). Sie ist ein Engel und veredelt mit ihrer charismatischen, anschmiegsamen Stimme so manchen Song und wird - für den Charakter "Me" wie auch den Hörer selbst - gegenüber all dem Schmerz, der Angst, der Wut zu einem wahren Ruhepol. Ich schätze, ich werde mal Mostly Autumn antesten... (Abgesehen davon ist sie vermutlich eine der schönsten Frauen, die ich je gesehen habe!)

Magnus Ekwall als Pride ist ein Power-Sänger der alten Schule - und ein (beinah!) vollwertiger Ersatz für Russel Allen. Für die, die Russel nicht kennen: Das ist so ziemlich das größte Kompliment, dass ich einem Sänger machen kann. Volumen, Charisma, Technik - alles stimmt, und er trifft sehr gut das Pathos des Stolzes. Auch seine Stammband The Quill werde ich wohl mal antesten...

Eric Clayton von Saviour Machine ist Reason - ebenfalls eine der dominierendsten Stimmen des Albums. Seine tiefe, dramatische, opereske Stimme jagt einem ein ums andere Mal Schauer über den Rücken. Was soll ich sagen? Der Mann ist wie ein tiefer Brunnen. Erwähnte ich, das ich Saviour Machine mal antesten werde?

Zuletzt Wife - die Frau des Kranken. Sie wird von der bisher unbekannten Marcela Bovio aus Mexiko gesungen. Mir ist schleierhaft, wie sie so lange versteckt bleiben konnte, bis Arjen sie entdeckt hat. Ich würde sie in etwa in der Gesangsriege (und auch stilistisch und von den Farben ihrer Stimme her) in einer Liga mit Annekke van Giersbergen ansehen. In ihr vereinen sich Trauer, Liebe und sogar ein Schuss Erotik, wenn sie kraftvoll oder beinah hauchend das Mikro zur Hand nimmt. Riesenkompliment.

Was noch? Die Stimmen sind allesamt absolut einzigartig und für ihre jeweiligen Charaktere exzellent ausgewählt. Die Rollen wirken ihnen ausnahmslos wie auf den Leib geschneidert. Aber ihre wahre Kraft entfalten sie erst - und hier ein Riesenlob an Arjen - im Dialog mit den anderen. Im Gegensatz zu "Universal Migrator" hat Arjen das Konzept der Dialoge und des "Gegeneinander-Singens" wieder ausgegraben und im Vergleich zu "Into the electric castle" noch verfeinert. Das macht diese Platte zum gesanglich in ihrer Bandbreite besten Album, das ich kenne. Ich spare mir die Superlative: Wer Ohren hat, der höre!

Bei soviel Schwärmerei über die Sänger sollten die Songs nicht vergessen werden. Von "moderat-komplex" [Isolation, Pain, Trauma, Voices, Confrontation] (etwa das Niveau von Spock's Beards 10-Minütern, auch komplexere Songs von Treshold sind ein Vergleich) über "verträumt-balladesk" (Sign) und absolut abgedreht [Loser!!] bis "auf den Punkt rockig" [z.B. Pride, Accident] wird hier mal wieder die ganze Bandbreite von "Symphonic-Space-Folk-Psych-Prog-Classic Hippie-Metal-Rock". Dabei versteht Arjen es wie sonst beinah nur Steven Wilson oder die Jungs von Threshold in ihren wirklich guten Songs, Ohrwürmer zu schaffen, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen - die Melodien sind große Klasse, ohne zu aufdringlich oder banal zu werden (Ausnahme vielleicht "Hope", aber selbst da bin ich mir nicht sicher - außerdem sind's grad mal 3 Minuten).

Die Variabilität, die die Kompositionen schon anlegen, wird durch die Instrumentierung bestärkt. Neben den typischen AYREON-Trademarks (warme-spacige Analog-Synthies, krachende, klassische Gitarren, jede Menge Folk durch Akkustik und Querflöte) kommen diesmal auch verstärkt klassische Instrumente (und sogar ein Didgeridoo!) zum Einsatz, was dem Album einige neue Klangdimensionen hinzufügt, ohne das man vergisst, das es AYREON ist. Lesen Sie weiter... ›

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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD
...und der heißt Arjen Anthony Lucassen! Mit "The Human Equation" hat er seiner Schöpfung einen weiteren wundervollen Teil hinzugefügt. Auf diesem Doppelalbum kommt jeder Rock/Prog/Metal-Fan voll auf seine Kosten. An Abwechslungsreichtum kaum mehr zu überbieten muß sich dieses Album alleine mit Lucassens Überalbum "Into The Electric Castle" messen lassen und wenn es schon nicht gegen diese Göttergabe gewinnen kann, so läuft es doch nach mehreren Durchläufen, die man "The Human Equation" schon gönnen sollte, damit es sich dem Hörer voll und ganz erschließt, ganz klar auf ein Unentschieden heraus.
Egal ob romantisch verträumt, hymnisch, folkig, voll auf die Zwölf, oder Gitarren- und Keyboardfrickelei hier wird alles in (fast) jedem Song geboten, was Ayreon jemals ausgemacht hat.
Beinahe unnötig zu erwähnen, daß die SängerInnen allererste Sahne sind: Dream Theater-Goldkehlchen James LaBrie, Mikael Akerfeldt von Opeth (der auch gerne mal die Death Metal-Sau rausläßt), mein persönlicher Favorit Eric Clayton von Saviour Machine, der mir mit seiner gewaltigen, operesken Stimme immer wieder eine Gänsehaut verpaßt, die wunderschönen Stimmen der holden Damen Heather Findlay, Irene Jansen (bekannt von Lucassens Star One-Tour und -DVD) und Neuentdeckung Marcela Bovio der mexikanischen Band Elfonia, die man wohl dringendst im Auge behalten sollte. Zusätzlich Magnus Ekwall von The Quill (der einzige Power Metal-Sänger auf dem Album), Mike Baker von Shadow Gallery (im göttlich-folkig-proggigen mit einem genialen Hammond-Solo von Uriah Heep's Ken Hensley veredelten "Loser") und natürlich Arjen Lucassen. Über die stimmlichen Qualitäten von Devin Townsend und Devon Graves noch Worte zu verlieren erspare ich mir hier - Götter auf einem Götteralbum.

Die Bonus-DVD ist ebenfalls nicht zu verachten. Zunächst gibt's mit "Inside" ein mehr als informatives und lustiges Making Of, in dem Lucassen himself den Songwritingprozess beschreibt und seine Musiker vorstellt, in "Concept" erklärt er (Überraschung)das Konzept von "The Human Equation", in "Ayreon" läßt er noch einmal seinen musiklaischen Werdegang und die Geschichte Ayreons Revue passieren und für die Schlagzeuger stellt Ed Warby sein Drumkit vor. Zusätzlich gibt's noch ein Video von Day Eleven: Love, das mich nicht so sehr überzeugt hat und den Teaser-Trailer zum neuen Album.

Alles in allem ein Album/Package (die Limited Deluxe Edition ist einfach nur geil), das seinem Preis mehr als gerecht wird.
Kaufen!

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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ayreons Meisterstück! 5. Juni 2004
Format:Audio CD
Neue Ayreon Alben sind nicht unbedingt am einfachsten zu rezensieren. Vor allem nicht die Doppeldecker - hat man das ganze schon oft genug gehört, um sich ein Urteil bilden zu können? Um auch die Details erkannt zu haben, sich in den teilweise ausufernden Soundorgien zurechtzufinden?
Naja - mal mutig ran ans Werk. Wie nicht anders zu erwarten, hat Ayreon Häuptling und Chefkomponist Arjen Lucassen wieder erstklassige Sänger aus der ganzen großen Metal und Rock Landschaft zusammengetrommelt. James LaBrie (Dream Theater), Mikael Åkerfeldt (Opeth), Eric Clayton (Saviour Machine), Devon Graves (ex-Psychotic Waltz, Dead Soul Tribe) und Devin Townsend (SYL, Devin Townsend) sind nur einige wenige illustre Namen. Normalerweise macht exzessives "Namedropping" mißtrauisch - doch wie auch auf den Vorgänger Alben ist dieses Mißtrauen wieder mal unbegründet.
Der erste Kurztrack beginnt in ruhiger Stimmung in einem Krankenhaus - der Protagonist liegt nach einem Autounfall im Koma. Sein bester Freund (Arjen Lucassen) und seine Frau sind bei ihm. Letztere wird von Marcela Bovio gesungen, die einem Aufruf Lucassens an seine Fans folgte und ein Demo Band mit ihrer Stimme einschickte und sich den Job für dieses Albums so gesichert hat.
Der Startschuß ist somit gefallen - Day Two: Isolation geht gleich in die Vollen und saugt den Hörer in die Welt von Ayreon. Wunderschöne Melodien, LaBries Organ schraubt sich kaum in unangenehme Höhen - alle Sänger können überzeugen. Neben den typischen, aber niemals nervigen oder klinischen Synthies, kommen die Gitarren wunderbar heavy und irgendwie orchestral zur Wirkung. Diese Power hat Werken wie dem Referenz Album "Into The Electric Castle" gefehlt.
Nach knapp 9 Minuten gibt es eine kurze Verschnaufpause: Day three: Pain beginnt ruhig mit sphärischer Soundkulisse und schöner, beinahe hypnotischer Gesangsmelodie - dann schlägt der gigantische Breitwand Sound wieder zu. Neu im Sound, aber absolut bereichernd: Die extremen Vocals von Sangespsychopath Devin Townsend, die neben den schönen klaren Gesangslinien einen guten Gegenpunkt bilden. Day four: Mystery fällt kein bißchen ab, bietet ein feines Synthie Solo und schafft es, gleichzeitig noch richtig zu rocken.
Spätestens beim fünften Track Day Five: Voices fallen die neu in den Sound integrierten Streicher und Flöten auf, die nicht nur in diesem Stück einen leichten Folk Akzent setzen. Sehr schön.
Day six: Childhood hätte auch auf dem ersten Migrator Album stehen können - ruhig, verträumt, einfach schön. Auch hier setzen wieder die Flöten ein und ebnen den Weg in ein Ayreon-typisches, hochmelodisches Gitarrensolo.
Schon nach der ersten Hälfte der ersten CD ist man sich sicher, daß "The Human Equation" ein absoluter Volltreffer geworden ist. Und man soll nicht enttäuscht werden: Bis zum letzten Track der ersten CD gibt es keinen Hänger - und wenn die sich immer weiter steigernden Chöre am Ende verklingen, greifen die zittrigen Hände gierig nach dem zweiten Silberling ...
Weiter gehts. Wieder diese gigantischen Soundgebirge, getragen von Eric Claytons tiefer Stimme, Mikael Åkerfeldts ruhigen, traurigen Gesängen, die immer wieder in abgrundtiefe Grunz-Vocals übergehen - und wenn am Ende Magnus Ekwalls (The Quill) gigantisches Organ ins große Finale (des Songs, nicht des Albums) übergeht, dann muß man tot sein, wenn keine Gänsehaut kreuz und quer über den Rücken läuft. Warum habe ich zuvor von diesem Mann noch nichts gehört? Wahnsinn!
Die folgende Ruhepause hat sich der Hörer wirklich verdient. Day Thirteen: Sign umschmeichelt wieder mit Flötentönen und ohrenschmeichelndem Gesang von Heather Findlay (Mostly Autumn), Marcela Bovio und James LaBrie.
Außergewöhnlich wird's wieder mit Day Sixteen: Looser. Das ganze beginnt mit Maultrommel und einem knackigem Folk-Einschlag. Mike Bakers (Shadow Gallery) Stimme paßt wie die Faust auf's Auge. Der Refrain kommt rein instrumental - unter dem plakativen Folk Sound grooven gleichzeitig die E-Gitarren und bereiten im zweiten Abschnitt des Songs auf das vollkommen abgefahrene Hammond Orgel Solo von Ken Hensley (Uriah Heep) vor. Und wenn am Ende wieder Herr Townsend seinen kranken Schrei-Gesang zum besten gibt, dann sind all die langweiligen und eindimensionalen Alben, die man im Laufe seines Lebens so hören 'mußte' ganz schnell vergessen.
Die Story, in der ein ins Koma gefallener mit seinen Taten, Erlebnisseb, Fehltritten und Emotionen konfrontiert wird, scheint für Ayreon Verhältnisse erstaunlich bodenständig. Doch Arjen Lucassen schafft es, in den letzten 10 Sekunden wieder alles über den Haufen zu werfen, wenn der Hörer urplötzlich mit "alten Bekannten" konfrontiert wird ...

FAZIT: Ayreons bestes Werk! Und wer auf eine Discographie zurückblicken kann, die eigentlich kein wirklich schlechtes Album aufweist, dann soll das schon etwas bedeuten. Alle Rock und Metal Opern der letzten Jahre und wohl auch der nächsten werden sich an diesem neuen Referenzwerk messen müssen. Absoluter Breitwand Sound, so viele Melodien, daß es für einen ganzen Haufen weiterer Alben gereicht hätte, abgedrehte Instrumentalorgien, ganz viel Atmosphäre, Folk und Heavyness. So etwas erschließt sich natürlich nicht nach einem Hördurchlauf - aber wer in "The Human Equation" auch nur ein kleines bißchen mehr Zeit investiert, wird mit einem der intensivsten musikalischen Erlebnisse der letzten Jahre belohnt.

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