"The Wrestler" ist kein Actionfilm, obwohl der Film tief in das Leben eines Profiwrestlers blicken lässt. Bei diesem Film handelt es sich eher um ein Drama um den in die Jahre gekommenen Wrestling-Star Randy "The Ram" Robinson, der nach zwanzig Jahren immer noch im Geschäft tätig ist, weil er keine andere Perspektive hat seinen Lebensunterhalt auf andere Art und Weise zu verdienen. Überhaupt bedeutet das Wrestling alles in seinem Leben, es gibt ihm Halt und bringt ihm Anerkennung. Freundschaften und Familie hat er nicht, bis auf seine Tochter Stephanie (Evan Rachel Wood), bei der er sich jahrelang nicht gemeldet hat.
Randy (gespielt von Mickey Rourke) hält sich mit billigen Kämpfen über Wasser und bewegt sich ständig am Rande des Existenzminimums. Seine beste Zeit hat er längst hinter sich gelassen, vom einstigen Erfolg ist ihm nichts geblieben. Mit der Einnahme von Steroiden versucht er seinen alternden Körper in Schuss zu halten. So kommt es unerwartet zu einem Herzanfall, den Randy während eines Kampfes erleidet. Die Ärzte warnen ihn vor Überanstrengung und raten ihm, seine Karriere als Wrestler aufzugeben. Randy sucht sich einen Job als Delikatessenverkäufer, der ihm zunächst Spaß aber nicht glücklich macht. Den einzigen Trost findet er bei Stripperin Cassidy, die er allabendlich im Stripplokal besucht und zu der er sich hingezogen fühlt. Auch sie kämpft gegen die Zeichen des Älterwerdens und ist als allein erziehende Mutter ebenfalls auf ihr Publikum angewiesen. Auf ihren Rat hin und um der Einsamkeit zu entfliehen, beginnt er nach Jahren wieder die Nähe zu seiner Tochter zu suchen.
Es scheint, als würde Randy einen neuen Weg einschlagen und sein Leben in neue Bahnen lenken, bis er das Angebot auf ein großartiges Comeback bekommt. Er widersetzt sich dem Rat seiner Ärzte und beginnt für seinen großen Kampf zu trainieren...
Mickey Rourke spielt seine Rolle authentisch, sei es als harter Hund in nicht ungefährlichen zweitklassigen Showkämpfen oder als verzweifelter Einzelgänger, auf der Suche nach ein wenig Zuwendung, die ihm regelmäßig verwehrt bleibt. Das Drama zeigt auf sehr emotionale Weise, wie sich Randy in ausweglose Situationen manövriert und lässt somit den Zuschauer an Randys Schicksal teilhaben. Verstärkt wird dieses durch die Kameraführung, die den Protagonisten oft von hinten zeigt und den Zuschauer aus Randys Perspektive auf die Dinge blicken lässt. Die Tragik des Hauptdarstellers wird durch seine lockere Art aufgefangen, sodass der Zuschauer nicht nur um ihn bangen, sondern auch über ihn schmunzeln muss.
Darren Aronofsky hat mit "The Wrestler" einen Film geschaffen, der auf dem schmalen Grad zwischen dem knallharten Showbusiness und der Tristesse des Alltags und Einsamkeit abseits des Rampenlichts wandelt. Er schafft es auf einfühlsame Art, dem Zuschauer einen Einblick in das Leben eines gealterten Stars zu gewähren und fesselt ihn von Minute zu Minute bis hin zum großen Finale.
Ein besonderer Film, der emotional berührt und bewegt.